STANS: Nidwalden prüft Abschaffung von Frühfranzösisch

Der Nidwaldner Regierungsrat ist nicht grundsätzlich gegen eine Abschaffung des Frühfranzösisch. Er will einen Bericht zum Französischunterricht in der Primarschule erstellen und darin die Frage einer Abschaffung prüfen.

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Kinder beim Französisch-Unterricht. (Symbolbild) (Bild: Neue LZ / Mauela Jans)

Kinder beim Französisch-Unterricht. (Symbolbild) (Bild: Neue LZ / Mauela Jans)

Dies geht aus einer am Freitag veröffentlichten Antwort des Regierungsrates zu einem Postulat der SVP-Landräte Christian Landolt und Armin Odermatt hervor. Der Vorstoss, der von 24 weiteren Parlamentarierinnen und Parlamentariern unterzeichnet wurde, verlangt die Abschaffung des Frühfranzösisch.

Der Regierungsrat beantragt dem Landrat, das Postulat gutzuheissen. Er erachte es als sinnvoll, einen Bericht zum Französischunterricht an der Primarschule zu erstellen. Er wolle darin die Abschaffung des Frühfranzösisch prüfen und darin auch die Meinungen der verschiedenen Akteure aufzeigen. Auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema will er in dem Bericht darlegen.

Zwei Fremdsprachen überfordern die Schüler

Die Postulanten begründen die Abschaffung des Frühfranzösisch damit, dass viele Primarschüler mit zwei Fremdsprachen überfordert seien, Englisch leichter zu lernen sei als Französisch und die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer gestärkt werden müssten. Zudem wachse auch in der Lehrerschaft der Widerstand gegen zwei Fremdsprachen in der Primarschule.

Die Postulanten weisen ferner darauf hin, dass Nidwalden dem Schulkonkordat Harmos nicht beigetreten sei. Damit sei man nicht an dessen Vorgabe gebunden, zwei Fremdsprachen an der Primarschule zu führen.

Der Regierungsrat betont in seiner Stellungnahme jedoch, dass die Bundesverfassung die Kantone zu einer gewissen Harmonisierung der Schulen verpflichte. Auch das Nidwaldner Gesetz verlange eine Koordination des Lehrplanes und der Stundentafel mit den Zentralschweizer sowie den Deutschschweizer Kantonen.

Um den Französischunterricht in der Primarschule hat es im Kanton Nidwalden wiederholt Diskussionen gegeben. 1996 wurde Französisch ab der 5. Klasse eingeführt. Nach der Einführung des Englisch ab der 3. Klasse, wurde Französisch zum Wahlpflichtfach herabgestuft und kurz darauf ganz gestrichen. Seit 2008 müssen die Kinder ab der 3. den Englisch- und ab der 5. Klasse den Französischunterricht besuchen.

sda