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STANS: Nidwaldener Brattig ist 400 Seiten dick

Der Nidwaldner Kalender kämpft zusehends um die Gunst der Leserschaft. Für Herausgeber Martin von Matt ist das aber noch lange kein Grund, das Ende der Brattig ins Auge zu fassen.
Oliver Mattmann
Martin von Matt hält die neuste Brattig in seinen Händen. Bild: Matthias Piazza (Stans, 14. November 2016)

Martin von Matt hält die neuste Brattig in seinen Händen. Bild: Matthias Piazza (Stans, 14. November 2016)

Wenn man Buchhändler Martin von Matt fragt, wo er gerne leben würde, wenn er die Wahl hätte, dürfte seine Antwort in etwa so ausfallen: «Nirgendwo anders als hier.» Was der kleine Kanton Nidwalden alles biete und hervorbringe, bezeichnet er kurzum als «grossartig». «Dieser kleine Kulturkreis», wie er es selber formuliert, «ist unglaublich vielfältig. Und genau das können wir mit unserem Produkt ein Stück weit abbilden», sagt er nicht ohne Stolz. Mit «unserem Produkt» meint er die inzwischen 158. Ausgabe des Nidwaldner Kalenders, ein Erbe seines im Juli verstorbenen Vaters Beppi von Matt und ein knapp 400 Seiten starkes Werk, das der Buchhändler – man glaubt es kaum – «nebenbei als Hobby» herausgibt.

Das Resultat kann sich einmal mehr sehen lassen: eine reich bebilderte Brattig, wie sie im Volksmund genannt wird, mit einem gelungenen Themenmix, der beim Lesen zum Verweilen einlädt. So dürfte der eine oder andere Leser erstaunt sein, dass die Stanser Frisbeespieler Weltklasseformat haben, die Glasi in Hergiswil bereits 200 Jahre Nidwaldner Industriegeschichte schreibt oder ein kreativer Buochser mit einem ganz speziellen Auftrag in den Libanon gereist ist. «Wir sind in einer viel komfortableren Position als eine Tageszeitung», so von Matt, «wir können uns herauspicken, was wir wollen, und bewusst auch positive Artikel streuen.» Nebst diesen Geschichten dürfen auch die bewährte Jahreschronik, die in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung entstanden ist, und das Sammelsurium an ganz verschiedenen Freizeittipps nicht fehlen.

Immer schwieriger, an Mann und Frau zu bringen

Doch selbst eine schöne Aufmachung und ein spannender Inhalt sind noch kein Garant dafür, gelesen beziehungsweise gekauft zu werden. Das kennt Martin von Matt nur zu gut. Zwar könne man die Auflage von 6000 Exemplaren halten, «doch es wird immer schwieriger, den Kalender an den Mann und die Frau zu bringen». Unter der Stammleserschaft des älteren Semesters gibt es solche, die mittlerweile mit der Schriftgrösse Mühe haben. Und bei der jüngeren Generation oder bei Zugezogenen stellt er ein gewisses Desinteresse am Geschehen im Kanton fest. «Nicht nur die Informationskanäle, auch die Gesellschaft ändert sich.» Doch Martin von Matt ist guter Dinge, dass der Nidwaldner Kalender noch nicht seinem Ende nahe ist, wie es manche wohl prophezeien. «Wir überlegen uns ständig, wie wir ihn noch attraktiver gestalten könnten.» Für die aktuelle Ausgabe etwa sind neue, jüngere Autoren ins Boot geholt worden, die sich mit entsprechenden Themen auskennen. «Positiver Nebeneffekt: «Wir können Jungen eine Chance geben, sich mit der Recherche und der Schreibe vertraut zu machen.»

Zwanzig «gute Seelen» geben ihm Motivation

Wenn Martin von Matt sagt, er werde alles unternehmen, um die Brattig am Leben zu erhalten, ist das nicht bloss ein Lippenbekenntnis. Denn finanziell wirft das Produkt kaum Gewinn ab. «Ich versuche stets, unterm Strich die Kosten decken zu können.» Antreiber sind für ihn vielmehr die über zwanzig «guten Seelen», die dem Kalender mit Inputs, Bildern und Texten sein eigentliches Gesicht verleihen. Und auch nach vielen Jahren in diesem «Geschäft» freut es ihn immer wieder aufs Neue, wenn er Reaktionen auf sein Produkt erhält. «Das Echo ist jeweils gross», erzählt er, und er fügt schmunzelnd an: «Meistens fällt es positiv aus.» Ein weiteres Indiz dafür, dass der Kalender bei seinem Publikum grundsätzlich ankommt und – für Martin von Matt besonders wichtig – «Identität stiftet». Denn nicht alle Regionen in der Schweiz haben vergleichbare Werke.

Hinweis

Der Kalender ist für 20 Franken (mit Autoverzeichnis 28 Franken) bei der Buchhandlung von Matt und unter anderem auf unserer Redaktion in Stans erhältlich. Morgen gibt es ihn am jeweiligen Stand auch am Stanser Märt.

Oliver Mattmann

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