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STANS: Oskar Amrein malt Frauen bei der Arbeit

«Fraue Pauer» heisst die neue Ausstellung von Maler und Bildhauer Oskar Amrein. Er malte Frauen an ihrem Arbeitsplatz – die meisten sind Serviertöchter aus Nidwalden.
Marion Wannemacher
Der Stanser Künstler Oskar Amrein mit seinen Ausstellungsstücken, die er ab heute im «Chalet»-Säli zeigt. Bild: Marion Wannemacher

Der Stanser Künstler Oskar Amrein mit seinen Ausstellungsstücken, die er ab heute im «Chalet»-Säli zeigt. Bild: Marion Wannemacher

Wenn Oskar Amrein eins nicht mag, dann sind es Selbstbedienungsrestaurants. Seine neue Ausstellung ist denn auch eine Hommage an Frauen im Service. Die meisten Frauen sind am Zapfhahn, beim Einschenken, an der elektronischen Kasse oder beim Servieren dargestellt – aus dem Leben gegriffen. Eine ist bei der Müllabfuhr, eine andere Postzustellerin. «Es gibt sie wirklich, kein einziges Bild ist Fantasie», betont Maler Amrein.

Sie sind Serviertöchter aus Beizen und Restaurants vorwiegend in Stans, aber auch in Beckenried, Buochs, Luzern, Horw und eine gar aus Budapest. Und ja, er habe sie vorher gefragt, die meisten sagten zu, nachdem er ihnen ein Beispielbild aus seinem Kunstrepertoire zeigte. Oskar Amrein fotografierte sie und malte sie erst später ab Foto im Atelier. Serviceangestellte haben keine Zeit, Modell zu stehen.

Naturalistische Darstellung bevorzugt

Herausgekommen sind 26 Porträts im Format 30 mal 40 Zentimeter in Öl auf Malkarton, eine Miniatur und ein grossformatiges Ölbild auf Leinwand. «Ich male naturalistisch», erklärt der 60-Jährige, «man soll sehen, was es ist.»

Die Darstellung der Frauen wirkt so natürlich, dass man sie von weitem für Fotos halten könnte. Ihre Körperhaltung und -struktur lässt sie authentisch erscheinen: die kräftig gebaute Kellnerin aus Budapest von hinten oder die rauchende Wirtin des «Chalets» bei der Pause am Tisch. Allein vier Konterfeis bilden Frauen ab aus dem Restaurant Chalet in Stans. In dessen Säli werden die Porträts ab heute ausgestellt.

Auf der Biertischgarnitur in Oskar Amreins Atelier an der Mürgstrasse liegt ein Stapel einer Bilderserie von Politikern: «Aufgetrumpft», «Gemerkelt», «Erdo gähn» heissen diese. Bei Amrein, der eigentlich Bildhauer gelernt hat, reiht sich Projekt an Projekt. «Wenn ich eins gemacht hab, kann ich nicht mehr aufhören», sagt er. Für die Mürgstrasse gibt er eine Zeitschrift heraus. Diese ist im Miniformat 8 mal 5 Zentimeter gross und hat eine Auflage von 70 Stück. Sie thematisiert Ereignisse aus dem Dorf in Schlagzeilenform, ist gratis und finanziert sich über Werbekunden.

Kreativität ist da trotz Gesundheitsproblemen

Er lebe am Existenzminimum, erklärt Oskar Amrein. Traurig wirkt er darüber nicht. Nach der dritten Operation am Rücken musste er aufhören mit schweren Bildhauerarbeiten. Die Kreativität ist immer noch da. Er greift auf seine Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen in Bern und Luzern zurück, die er in Jugendtagen neben seiner Lehre als Bildhauer absolvierte. Heute malt er. Mit seinem Zopf und dem Barett, das er eigens fürs Fotoshooting anzieht («die Leute kennen mich so») wirkt er wie ein Original. Ein Lebenskünstler ist er allemal. «Ich habe Freude am Leben, auch wenn ich gesundheitlich ein Handicap habe», erklärt er.

Demnächst veranstalte er wieder einen «Budenzauber», kündigt Amrein an. Künstler aus Stans und Umgebung kommen dabei in seinem Atelier zusammen, steuern kulturelle und leibliche Genüsse bei. «Zu mir können immer alle kommen», erklärt Oskar Amrein, der allein lebt. Und wer mal gerade nicht heim könne, der dürfe auch bei ihm übernachten.

Hinweis

Ausstellung «Fraue Pauer» im Säli des Restaurants Chalet in Stans, Bahnhofstrasse 9, Vernissage, Samstag, 22. Oktober, 16 Uhr.

Marion Wannemacher

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