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STANS: Pizzeria findet bei Nachbar neue Bleibe

«Es war mir einfach zu viel», sagt Seppi Durrer. Er verlässt das Restaurant Wilhelm Tell. Für seinen Nachfolger hätte der Zeitpunkt nicht besser sein können.
Nach dreieinhalb Jahren überlässt Seppi Durrer (links) den «Tell» dem neuen Pächter Osvaldo Vitale. (Bild Kurt Liembd)

Nach dreieinhalb Jahren überlässt Seppi Durrer (links) den «Tell» dem neuen Pächter Osvaldo Vitale. (Bild Kurt Liembd)

Kurt Liembd

Da hätte wohl auch Gioachino Rossini seine Freude. Denn die Stanser Traditionsbeiz hat den gleichen Namen wie Rossinis letzte Oper: Wilhelm Tell. Und nun wird sie sogar noch mit einem italienischen Touch ausgestattet, wird also quasi zum «Guglielmo Tell». Das Wirtshausschild wird deswegen aber nicht ausgewechselt, nur der Wirt. Neu übernimmt Osvaldo Vitale das Restaurant. Seit über 15 Jahren führt dieser nur einen Katzensprung vom «Tell» entfernt die Pizzeria la Piazza sowie seit drei Jahren das italienische Restaurant im «Rigiblick» in Buochs.

Die Kündigung erhalten

Doch der Reihe nach: Mit seiner sprichwörtlichen Gastfreundschaft brachte Osvaldo Vitale ein Stück Italianita nach Nidwalden. Dazu gehört in seiner Pizzeria in Stans auch ein Laden mit italienischen Spezialitäten. Doch mit diesem ist bald Schluss. Vitale erhielt auf März 2016 die Kündigung für den Laden und das Restaurant. Die alte Liegenschaft soll abgebrochen werden. Dies zumindest gemäss den Plänen der beiden Eigentümer Erich Amstutz und Herbert Würsch, die einen Neubau realisieren wollen. Vor wenigen Tagen hat nun der Regierungsrat zur Freude der Eigentümer entschieden, dass das Haus nicht schutzwürdig ist. Definitiv ist dieser Entscheid aber noch nicht, die Einsprachefrist läuft noch (wir berichteten).

Definitiv ist jedoch die Kündigung. «Ich war im ersten Moment riesig enttäuscht», erinnert sich Osvaldo Vitale. Auch seine Gäste seien sehr enttäuscht gewesen und würden die Schliessung sehr bedauern. Nun wollte es der Zufall, dass Seppi Durrer fast auf den gleichen Termin den «Tell» aufgibt. Und so ergab sich die glückliche Fügung. Osvaldo Vitale zügelt mit seinem bisherigen Pizzeria-Konzept in den «Tell». «Gleichzeitig soll das Restaurant den Charakter einer Dorfbeiz behalten», sagt der neue Gastgeber. Auch wenn es keinen Laden mehr gibt, will er das Take-away-Angebot – Pizza für 5 Franken – weiterführen. Neu wird der 50 Plätze bietende Saal im ersten Stock, der heute für Büros genutzt wird, wieder ins Gastrokonzept einbezogen. Osvaldo Vitale plant, das Restaurant Anfang Januar vorerst bis zum Güdisdienstag, 9. Februar, zu öffnen. Danach erfolgt eine sanfte Renovation. Offizielle Eröffnung ist am 1. März 2016.

Ein Haus mit Tradition

Für Seppi Durrer endet damit eine strenge Zeit, führt er doch mit dem «Happy Day» in Wolfenschiessen einen weiteren Betrieb. Über die Gründe seines Weggangs sagt der FDP-Politiker: «Es war mir einfach zu viel, ich kann auf die Länge nicht gleichzeitig einen Tagesbetrieb und einen Nachtbetrieb führen.» Am meisten vermissen werde er seine Gäste, so Durrer. Umso glücklicher zeigt er sich, dass mit Vitale ein geeigneter Nachfolger gefunden werden konnte. «Dieses schöne Gasthaus hätte einen schlechten Wirt gar nie verdient.»

In der Tat steckt im «Tell» sehr viel Tradition. Es ist eines der ältesten Gasthäuser von Stans und wurde 1713 erbaut. 1850 richtete der damalige Besitzer eine Gastwirtschaft ein. Die Gaststube hat das ursprüngliche Holz­inte­rieur bis heute behalten, obwohl das Haus 1971 durch einen Brand fast zerstört wurde. Speziell sind auch die über 100 Jahre alten Jugendstilfenster der Gaststube. Übermorgen Samstag ist der letzte Tag offen unter der Führung von Seppi Durrer, bevor im Januar ein neues Kapitel beginnt.

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