Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

STANS: «Politiker sollen sich so geben, wie sie sind»

Auf die Wahlen im Frühjahr hin wollten die Kandidatinnen und Kandidaten der CVP-Ortspartei Ratschläge von kompetenter Seite. Und diese bekamen sie – nebst vielen Aktualitäten aus Bern – von Bundesrätin Doris Leuthard persönlich.
Romano Cuonz
Der Stanser CVP-Landrat Andreas Gander befragt Bundesrätin Doris Leuthard. (Bild: Romano Cuonz (Stans, 12. Januar 2018))

Der Stanser CVP-Landrat Andreas Gander befragt Bundesrätin Doris Leuthard. (Bild: Romano Cuonz (Stans, 12. Januar 2018))

Romano Cuonz

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

«Als ich heute Morgen im ‹Blick› gelesen habe, dass ich im März unmittelbar nach der No-Billag-Abstimmung zurücktreten werde, habe ich selber gestaunt», sagte Bundesrätin Doris Leuthard am Freitagabend in Stans auf eine Frage des Moderators Andreas Gander. Und fügte – zur grossen Erheiterung des Publikums – hinzu: «Das weiss noch nicht einmal mein Mann!»

Apropos No Billag: Ihr klares Nein zu dieser Initiative vertrat die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) auch vor der Stanser CVP-Familie. Neben all den Gegenargumenten, die sattsam bekannt sind, nannte sie auch eine negative Aus­wirkung, die gerade Nidwalden sehr empfindlich treffen könnte. «Die Präsidentin des Jodler-­Verbands, eine gebürtige Nidwaldnerin, ist klar gegen die Initiative, und sie weiss wohl warum», sagte Leuthard. Tatsache sei, dass der Bund der SRG mindestens 20 Prozent Schweizer Musik in den Programmen vorschreibe. Dieser Anteil wäre wohl nach der Abschaffung der SRG – ohne Extragebühren – fürs gesamte Publikum genauso gefährdet wie das Lauberhorn­rennen oder das Eidgenössische Schwingfest. «Für den Zusammenhalt in unserer Demokratie brauchen wir Medien, die den Bürger gut und unabhängig ­informieren», postulierte Leuthard.

Nach 21 Auslandreisen: Ob- und Nidwalden

Bundesrätin Doris Leuthard hatte schon ein gerüttelt Mass an Arbeit hinter sich, als sie mit ihrem Tesla – pünktlich um halb acht – vor dem Stanser Pestalozzi-Schulhaus vorfuhr. Bereits hatte sie an einer Konferenz in Interlaken teilgenommen und am frühen Abend in Sarnen aus bundesrätlicher Sicht über das «Erfolgsmodell Schweiz» referiert. Nun – zu guter Letzt – stellte sie sich auch noch den Fragen von Landrat Andreas Gander. Das Publikum erfuhr dies und das: Etwa, dass die CVP-Politikerin in ihrem Präsidialjahr 21 Auslandreisen für die Schweiz unternommen, neun Präsidenten und Premiers empfangen und dazu auch noch den Papst und die Schweizergarde im Vatikan besucht oder Schulkinder in armen afrikanischen Ländern mit Farbstiften und Papier beschenkt hatte.

Doch auch enttäuscht sei sie gewesen: Namentlich darüber, dass das Volk 2017 die Revision der Altersvorsorge abgelehnt habe. «Ältere wie ich sind auf der sicheren Seite, aber es gilt, Verantwortung für die Jugend zu tragen!» Für Lösungen brauche es in der Schweiz die CVP. Als Partei, die immer wieder Hand biete und Kompromisse vorschlage.

«Wählt kluge Regierungs- und Landräte»

«Mit euch Nidwaldnern hat der Bundesrat in der Regel kaum Probleme, wir kennen euch als Finanzausgleichszahler», lobte Leuthard. Auch mahnende Worte gab es: «Wählt kluge Regierungs- und Landräte», sagte sie. «Solche, die das Gesamtsystem Bypass Luzern nicht mit Einsprachen blockieren, nur weil sie für sich ein Maximum wollen.» Analysen zeigten, dass die heutige Lösung auch Nidwalden grosse Entlastung bringen würde.

Direkt gefragt, was sie den drei Regierungsmitgliedern, die erneut antreten – Karin Kayser, Josef Niederberger und Othmar Filliger – oder den sechs Stanser Kandidatinnen und Kandidaten für den Landrat rate, sprach die Bundesrätin Klartext: «Ich fand es immer am Wichtigsten, dass man sich so gibt, wie man ist», sagte sie. Wenn man hinstehe, seine Meinung auch bei heiklen Themen vertrete und klug begründe, werde man respektiert. Und: «Ganz wichtig ist es auch, dass man den Wahlkampf nicht vom Büro aus führt, sondern auf die Leute zugeht, sie kennen lernt und beim Politisieren vor allem auch einmal eine Fünf gerade sein lässt!»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.