STANS: Regierung rechnet mit Wegzug

Vieles deutet darauf hin, dass die Pharmafirma Therametrics schon bald aus dem Kloster in Stans auszieht.

Hans-Peter Hoeren
Drucken
Teilen
Das frühere Kapuzinerkloster in Stans: Das bisher hier angesiedelte Pharmaunternehmen Therametrics (früher Mondobiotech) könnte diesen Standort schon in Kürze verlassen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Das frühere Kapuzinerkloster in Stans: Das bisher hier angesiedelte Pharmaunternehmen Therametrics (früher Mondobiotech) könnte diesen Standort schon in Kürze verlassen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Über einen Wegzug der Pharmafirma Therametrics (früher Mondobiotech) aus dem früheren Kapuzinerkloster in Stans wird schon länger spekuliert. Mittlerweile verdichten sich die Hinweise, dass dieser Schritt schon in Kürze erfolgen könnte. «Wir haben uns auf ein derartiges Szenario eingestellt. Wenn die Firma ausziehen sollte, werden wir ihr nicht im Wege stehen», sagte Gerhard Odermatt, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Nidwalden, gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Therametrics habe dem Kanton Nidwalden bereits vor einiger Zeit mitgeteilt, dass es einen seiner zwei Sitze in der Schweiz aufgeben wolle. Neben dem Hauptsitz im Kloster betreibt das Unternehmen ein Büro in Thalwil im Kanton Zürich. Gemäss Odermatt arbeitet noch ein halbes Dutzend Mitarbeiter von Therametrics in Stans. Das ist eigentlich zu wenig, um die Räumlichkeiten auszulasten. Da die Firma Kosten sparen muss, scheint ein Umzug nach Thalwil sinnvoll. Auch Gerhard Odermatt hält einen derartigen Entscheid des Unternehmens aus betriebswirtschaftlichen Erwägungen für wahrscheinlich.

Kloster ginge an Kanton zurück

Aufgeworfen worden war dieses Thema in einem Artikel in der «Schweiz am Sonntag». Dort hatte der Verwaltungsratspräsident von Therametrics, Raffaele Petrone, erklärt, dass man sich vor Juni für einen der beiden Standorte entscheiden werde. Bei einem Wegzug des Unternehmens würde das Kloster wieder an den Kanton Nidwalden zurückgegeben. Die jährlichen Baurechtszinsen hat das Unternehmen gemäss Odermatt immer geleistet.

Firma braucht dringend Geld

Die Firma Therametrics hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 10 Millionen Euro geschrieben. Die flüssigen Mittel per Ende Dezember 2013 beliefen sich auf gerade einmal noch rund 800 000 Euro. Das Unternehmen braucht dringend eine Kapitalspritze. An der Generalversammlung am 18. Juni soll eine Kapitalerhöhung von 20 bis 30 Millionen Franken beschlossen werden. Rund 11 Millionen Franken will Präsident Raffaele Patrone bereitstellen. Seine Firmengruppe hält über die italienische Firma Fin Posillipo und die Firma Pierrel über drei Viertel der Aktien von Therametrics.