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STANS: Reizvolles fernab der Bühnen

Fast gar nichts ist wie sonst an diesem Mittwochabend auf dem Stanser Dorfplatz. Wo üblicherweise nach Ladenschluss wieder Ruhe einkehrt, pulsiert diese Woche das Leben.
Primus Camenzind
Ein stimmungsvoller Treffpunkt an den Musiktagen: der Stanser Dorfplatz mit der Pfarrkirche als Kulisse. (Bilder André A. Niederberger)

Ein stimmungsvoller Treffpunkt an den Musiktagen: der Stanser Dorfplatz mit der Pfarrkirche als Kulisse. (Bilder André A. Niederberger)

Es stehen Partyzelte, die traditionelle Gartenwirtschaft vor der «Linde» ragt weit in den Dorfplatz hinein, der heldenhafte Arnold Winkelried verbirgt sich samt Gehäuse hinter einem Tanzzelt und die stattliche Pfarrkirche dient bestenfalls als Kulisse. Kurzum: Die Stanser Musiktage (SMT) stellen den Alltag auf den Kopf, und die Bevölkerung scheint den «Ausnahme­zustand» zu geniessen.

Das Nidwaldner Museum fordert an den Stanser Musiktagen... (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)Das Nidwaldner Museum fordert an den Stanser Musiktagen... (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
... mit einer phantastischen Videoinstallation von Thais Odermatt Jung und Alt zum Tanzen auf. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)... mit einer phantastischen Videoinstallation von Thais Odermatt Jung und Alt zum Tanzen auf. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Thais Odermatt (links) mit der Videoinstallation. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)Thais Odermatt (links) mit der Videoinstallation. (Bild: Romano Cuonz / Neue NZ)
Hindi Zhara bei ihrem Auftritt an den Stanser Musitagen im Kollegi Stans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)Hindi Zhara bei ihrem Auftritt an den Stanser Musitagen im Kollegi Stans. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Mbongwana Star eröffnet mit seinem Konzert im Kollegium die Stanser Musiktage. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Mbongwana Star eröffnet mit seinem Konzert im Kollegium die Stanser Musiktage. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Rhythmen aus Kongo in Stans. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)Rhythmen aus Kongo in Stans. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Chrimafrä und Ländler... (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)Chrimafrä und Ländler... (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
... eröffnen mit einem Konzert am Dorfplatz die Stanser Musiktage 2016. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)... eröffnen mit einem Konzert am Dorfplatz die Stanser Musiktage 2016. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Mit viel Herzblut und bei Wind und Wetter unterwegs. Fünf Abende lang sind zwei junge Frauen damit beschäftigt, als lebendige Sammelbox finanzielle Mittel zu generieren, um die SMT zu unterstützen. Wer etwas einwarf, durfte sich eine kleine Plastikrolle nehmen. Darin befand sich ein Teilnahmeschein für einen Wettbewerb. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Mit viel Herzblut und bei Wind und Wetter unterwegs. Fünf Abende lang sind zwei junge Frauen damit beschäftigt, als lebendige Sammelbox finanzielle Mittel zu generieren, um die SMT zu unterstützen. Wer etwas einwarf, durfte sich eine kleine Plastikrolle nehmen. Darin befand sich ein Teilnahmeschein für einen Wettbewerb. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Im «Engel Club» startet jeweils das Nachtprogramm. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Im «Engel Club» startet jeweils das Nachtprogramm. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Impressionen (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Impressionen (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Auf dem Heimweg. Nach einem erfüllten Konzert im Kollegisaal jetzt noch auf ein Glas ins Weinzelt..... (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Auf dem Heimweg. Nach einem erfüllten Konzert im Kollegisaal jetzt noch auf ein Glas ins Weinzelt..... (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Fanfare Shukar. Zehn Mann aus Rumänien brachten die Stanser Metropole zum Kochen; dies alles nach 30 Stunden Busfahrt! (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Fanfare Shukar. Zehn Mann aus Rumänien brachten die Stanser Metropole zum Kochen; dies alles nach 30 Stunden Busfahrt! (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Fanfare Shukar. Zehn Mann aus Rumänien brachten die Stanser Metropole zum Kochen; dies alles nach 30 Stunden Busfahrt! (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Fanfare Shukar. Zehn Mann aus Rumänien brachten die Stanser Metropole zum Kochen; dies alles nach 30 Stunden Busfahrt! (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Ein Lächeln versüsst den Abend noch mehr im Desserzelt. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Ein Lächeln versüsst den Abend noch mehr im Desserzelt. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Impressionen zur «Blauen Stunde». (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Impressionen zur «Blauen Stunde». (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Impressionen zur «Blauen Stunde» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Impressionen zur «Blauen Stunde» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Einheimisches Schaffen mit «Hebdide». (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Einheimisches Schaffen mit «Hebdide». (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Legendär und aus der Region: «Jolly And The Flytrap» (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone, die sich am Mittwoch ins Freie verlagerte. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone, die sich am Mittwoch ins Freie verlagerte. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid, Sänger der Umayyaden-Moschee in Damaskus. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)Noureddine Khourchid, Sänger der Umayyaden-Moschee in Damaskus. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Immer eine Anlaufstelle für hungrige SMT-Besucher: die Foodzone. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Noureddine Khourchid And The Whirbling Dervishes Of Damas aus Syrien. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Colleen aus Frankreich. Ihre Musik brachte eine träumerische Note in den Engelsaal. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
Chrimafrä brachten am Dienstag die Volksmusik auf den Stanser Dorfplatz. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))Chrimafrä brachten am Dienstag die Volksmusik auf den Stanser Dorfplatz. (Bild: André A. Niederberger (Neue NZ))
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Stanser Musiktage

Weltoffen wie das Festival

Wir stürzen uns ins zunehmende Gemenge und wollen einiges über die Faszination des traditionellen Festivals erfahren. Gerhard Odermatt, bis 2014 Nidwaldner Regierungsrat, und Martha Durrer bezeichnen sich als echte Fans. «Wir gehen dreimal diese Woche», erklärt der ehemalige Volkswirtschafts­direktor. Um drohenden Entzugserscheinungen im vergangenen, «SMT-abstinenten» Jahr vorzubeugen, «sind wir für diese Zeit einfach in die Ferien verreist», meint seine Lebenspartnerin. «Musik erlaubt viel», betont Odermatt und bezeichnet sich und das Festival als «weltoffen». Das gesellschaftliche Ereignis sei ebenso wichtig wie die Konzerte, sagt Martha Durrer und ist deshalb glücklich, dass gewisse Änderungen im Rahmenprogramm «die Leute wieder näher zueinander bringen». Beide freuen sich auf das Konzert der Marokkanerin Hindi Zahra.

Auch für Genussmenschen

Weniger die Konzerte, sondern die Neuerungen im «Drumherum» bewegen Karin und Peter Zimmermann aus Stans zum Besuch auf dem Dorfplatz. «Ich bin eher ein Genussmensch, der diese Woche vor allem das kulinarische Angebot im ‹Steinmättli› und die gesellschaftlichen Kontakte schätzt», sagt er. Die musikalische Offenheit und Neugierde nimmt sie für sich in Anspruch. «Ich liebe vor allem die jüdische Klezmer-Musik und Folklore.» Für einen Konzertbesuch in dieser Woche reichts nicht. «Ich arbeite abends fast immer», so Karin Zimmermann.

Pirmin Christen aus Luzern verbringt den Abend in der Gesellschaft von Jolanda Betschart, ebenfalls aus der Leuchtenstadt. «Ich bin kein überaus fleissiger Besucher der Stanser Musiktage, aber als gebürtiger Wolfenschiesser zog es mich heute Abend in die Umgebung von Nidwaldner Freunden», meint Christen. «Schön, gibt es das Festival wieder!» Jolanda Betschart ist interessiert an Musik aus den 1970/80er-Jahren und deshalb an Boogie Fox, dem Trio, das am Abend auf dem Dorfplatz aufspielt. «Im Alltag sind es vor allem die Charts, die ich verfolge.»

Musikalisches Neuland

Auf der Treppe zur Pfarrkirche begegnen wir zwei Insidern: Hugo Zanin aus Stans, seines Zeichens Künstlerbetreuer der Musiktage, und Fabian Christen, selber Musiker und erfahrener «Festivalmacher» aus der «Freien Republik Grünenwald», wie er schmunzelnd erklärt. Christen ist vom OK gebeten, Eindrücke zu sammeln und aus seiner Sichtweise wiederzugeben. «Ich hoffe für die Geschäftsleitung, dass die notwendigen Änderungen im Konzept von Erfolg gekrönt sein werden.» Zanin sieht im «Entdecken von Musik» nach wie vor die oberste Priorität der SMT. «Von musikalischem Neuland lebt das Fes­tival», bekräftigt er. Und die Chance, dass durch gewisse Massnahmen die Musik auch ausserhalb der Konzert­lokale wieder vermehrt in den Vordergrund tritt, macht ihn hoffnungsvoll. «Die Auslastung der Konzerte dürfte noch etwas besser sein», gibt er bereits am zweiten Tag zu verstehen.

Strassenmusikanten

Für Erich Wobmann und seine Frau Corinne Wobmann gibt es eigentlich nur eine Lösung: «Wir nehmen teil, weil wir so nahe am Geschehen wohnen!» Als Stanser Werbefachmann «kenne ich fast jeden Zweiten hier auf dem Platz». Funk und Blues «wie wir das eben von der Band hier gehört haben», zählen zu den Favoriten von Corinne Wobmann. Ethno- und Worldmusic oder Jazz im Hauptprogramm «suche ich nicht unbedingt, bin aber trotzdem offen für Neues». Beide schliessen deshalb nicht aus, eines der Konzerte zu besuchen.

Was Ralph Sonderegger und Anet Zemp uns mitteilen, stammt aus berufenem Munde: Er ist Kontrabassist, sie singt und spielt Gitarre im bereits erwähnten Trio Boogie Fox. «Strassenmusikanten» lautet die Bezeichnung im Konzertprogramm. «So fühle ich mich wohl», denn offizielle Konzerte habe er an den Stanser Musiktagen früher nämlich auch schon gegeben, verrät Ralph. «Mein Konzept lautet: immer mehr Status abbauen, weniger Material und mehr Spass», so der Berufsmusiker. Anet Zemp ist nicht ganz seiner Meinung: «Es ist auf Dauer schwierig, hier auf der Strasse gegen die Geräuschkulisse anzukämpfen. Auf der Kollegibühne vor aufmerksamem Publikum zu spielen – weil es dafür bezahlt hat –, wäre schon schön!»

Kurz vor 20 Uhr mehrt sich jenes Publikum, welches zur Hauptsache den musikalischen Höhepunkten in den Konzertlokalen nachgeht.

Primus Camenzind

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