Stans
Die Seele der Fasnacht wird abgebaut

Die Fasnachtstanne auf dem Stanser Dorfplatz ist nicht mehr. Der Frohsinn nahm Abschied von einer Fasnacht, die keine war.

Richard Greuter
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Das Stanser Fasnachtssymbol fällt krachend zu Boden.

Das Stanser Fasnachtssymbol fällt krachend zu Boden.

Bild: Richard Greuter (16. Februar 2021)

Die von der Frohsinngesellschaft und den Nidwaldner Zünften auf dem Stanser Dorfplatz aufgestellte Tanne ist bereits wieder weg. Nach nur gerade 18 Tagen nahm das Fasnachtssymbol wieder Abschied. Ein Abschied von einer Fasnacht die keine war.

Mit sicherer Hand führte Reto Gabriel, Vizepräsident der Frohsinngesellschaft, die Hebebühne an die richtigen Stellen und entfernte in minutiöser Kleinarbeit Stück für Stück die Fasnachtsdekoration. Als die Tanne dann völlig leer dastand setzte Ueli Barmettler, von der Genossenkorporation Stans die Motorsäge an. Mit sicherem Schnitt sorgte der Betriebsförster dafür, dass die Tanne vor den Augen der Frohsinnler und einigen Zuschauern an die richtige Stelle fiel. Danach zersägte er sie in mehrere Stücke und lud sie auf den bereitgestellten Anhänger.

Für Frohsinnvater Erich I. ein historischer Moment

Für den Frohsinnvater Erich I. Helfenstein, der selber Hand anlegte, war dieser Güdisdienstag zweifellos ein historischer Moment. «Dies ist die erste Nidwaldner Tanne die von allen Zünften und den Nidwaldner Guuggen geschenkt wurde. Sie hat gezeigt, dass man in dieser Zeit zusammen stehen muss.» Es sei für ihn selbstverständlich dieses Zusatzjahr mit Herzblut zu übernehmen und er freue sich, dass alle Zunftmeister ebenfalls entschieden hätten im Amt zu bleiben.

Vizepräsident Reto Gabriel verstand die Tanne schon beim Aufstellen als Gemeinschaftswerk im Zeichen der Solidarität der Fasnacht. «Diese Tanne ist die Seele der Fasnacht», sagte auch Marco I, Zunftmeister der Ennetbürger Zunft am 30. Januar, als die Tanne aufgestellt wurde. Und wer sich die Zeit nahm und die Tanne genau zu betrachten, fühlte es auch. Die Tanne war mit zahlreichen Gegenständen der Nidwaldner Zünfte und sämtlicher Guuggen dekoriert. Diese «Seele der Fasnacht» verlies nun den Dorfplatz und wird in anderer Form weiter verwendet. Die Dekoration wird ihren Besitzern wieder zurück gegeben.

Was mit der in mehrere Teile zerlegten Fasnachtstanne geschieht, wollte Frohsinn-Präsident Sören Schwitzky nicht verraten. «Es soll eine Überraschung sein», meinte Schwitzky. Auch für wen dies Überraschung bestimmt ist, bleibt sein Geheimnis. Wie bereits beim Aufstellen hielt die Frohsinngesellschaft der Abbau-Termin unter Verschluss. Einen grossen Besucheraufmarsch wollte man auf Grund der Pandemie vermeiden.