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STANS: Seilbahnen bewegen Nidwaldner

Luftseilbahnen spielen in der Geschichte Nidwaldens eine grosse Rolle. Die Ausstellung «Luftseilbahn Glück» zeigt die Geschichte von Kleinseilbahnen und Luftschiffchen und die Menschen und Technik dahinter. Heute ist Vernissage.
Marion Wannemacher
Museumsleiter Stefan Zollinger und der technische Berater Reto Canale in der Ausstellung im ersten Stock des Salzmagazins. Bild rechts: Der Stehlift von der Liegewiese des Hotels Fürigen zum Vierwaldstättersee war ein Unikat. (Bilder: Marion Wannemacher (Stans, 22. März 2018)/Leonard von Matt)

Museumsleiter Stefan Zollinger und der technische Berater Reto Canale in der Ausstellung im ersten Stock des Salzmagazins. Bild rechts: Der Stehlift von der Liegewiese des Hotels Fürigen zum Vierwaldstättersee war ein Unikat. (Bilder: Marion Wannemacher (Stans, 22. März 2018)/Leonard von Matt)

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ nidwaldnerzeitung.ch

Aussen am Salzmagazin hängt ein sogenanntes «Niederberger Schiffli». Es stammt von der Rugisbalm-Lutersee-Bahn und wurde 1953 von der Firma Niederberger gebaut, die zu den grössten Schweizer Herstellern von Kleinseilbahnen zählte und bis 1974 in Dallenwil produzierte. Das Schiffli weist den Weg ins Museum, wo sich ab heute in den oberen Stockwerken alles um Luftseilbahnen dreht.

«Luftseilbahn Glück» heisst die aktuelle Ausstellung. Die kommt nicht von ungefähr: Nidwalden hat die höchste Dichte an Luftseilbahnen in der Schweiz. Ganzjährig bewirtschaftete Höfe an Steilhanglagen sind auf Kleinseilbahnen angewiesen, manche sind nur über diese erreichbar.

Das Thema ist in Nidwalden brandaktuell

«Die Wirtschafts- und Erschliessungsentwicklung der Landschaft durch Luftseilbahnen hat einen wichtigen Teil der Geschichte geschrieben», ist Stefan Zollinger, Leiter des Nidwaldner Museums, überzeugt. «Plötzlich konnte man innert kürzester Zeit auf Höfe gelangen, die vorher nur zu Fuss in einer Tagestour erreichbar waren.» Das Thema Luftseilbahn ist aktuell: Dieses Jahr wird die Stanserhorn-Bahn 125 Jahre alt, im vergangenen Jahr hat sich der Verein Freunde der Kleinseilbahnen in Nidwalden gegründet, um deren Zukunft zu sichern. Sie bewegen Menschen im doppelten Sinn. Statt der 40 wie in der Blütezeit gibt es heute nur noch halb so viele. Sicher ist es kein Zufall, dass der allererste Sessellift der Schweiz der Jochpass-Lift war. Grund genug für Stefan Zollinger, eine Ausstellung dazu zu initiieren. Dass daraus gleich eine Trilogie in Zusammenarbeit mit dem Heimatschutzzentrum in Zürich und dem Gelben Haus in Flims werden würde, ergab sich zufällig. Ein Gestaltungsbüro für Ausstellungen war am gleichen Thema. Man beschloss, die Schwerpunkte aufzuteilen. Während es in Flims um den touristischen Aspekt geht und im ­Heimatschutzzentrum die Geschichte der Seilbahnen mit Zukunftsperspektiven im Vordergrund steht, geht es in Stans unter anderem um die Entwicklung erster einfacher Drahtseilanlagen bis hin zu komplizierteren Anlagen für den Materialtransport und das Einmaleins der touristischen Luftseilbahn von der Pendelbahn bis zur Umlaufbahn. Die Ausstellung nimmt jedoch auch die Menschen dahinter in den Fokus: Die Gebrüder Baldomer und Adolf Niederberger, die 48 Jahre als Pioniere in ihrer Firma als Schmied und Schlosser Grosses leisteten und solche, die auf die Kleinbahnen heute noch angewiesen sind, wie Isabelle und Ueli Schmitter vom Berghof Brändlen in Wolfenschiessen. Der Sicherheitsaspekt lässt sich spielerisch an einem Modell der Stanserhorn-Bahn mit Knopf zum Drücken und Kurbel zum Drehen ausprobieren. Und im «Sesselibahn-Kino» kann man gar in Luftseilbahn-Geschichten eintauchen. Die Ausstellung ist sinnlich erfahrbar.

Was heisst «Luftseilbahn Glück» für Stefan Zollinger in diesem Zusammenhang? «Ich denke an das erste Mal, im Sessellift über Alpwiesen zu schweben. Man hat das Gefühl, man fliegt.»

Hinweis

Ausstellung «Luftseilbahn Glück» im Salzmagazin bis 28. Oktober. Vernissage heute 18.30 Uhr.

Der Stehlift von der Liegewiese des Hotels Fürigen zum Vierwaldstättersee war ein Unikat. (Bild: Leonard von Matt)

Der Stehlift von der Liegewiese des Hotels Fürigen zum Vierwaldstättersee war ein Unikat. (Bild: Leonard von Matt)

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