STANS: Sie brachte Nidwalden in die Stuben

27 Jahre arbeitete Brigitt Flüeler als Redaktorin für verschiedene Produktionen bei Radio SRF 1 in Zürich. Ende Januar verstummt die Stimme aus Nidwalden.

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Brigitt Flüeler sorgte mit ihren Sendungen bei SRF 1 dafür, dass Nidwalden kein weisser Fleck auf der Landkarte ist. (Bild: Barbara Kohler/SRF)

Brigitt Flüeler sorgte mit ihren Sendungen bei SRF 1 dafür, dass Nidwalden kein weisser Fleck auf der Landkarte ist. (Bild: Barbara Kohler/SRF)

Rosmarie Berlinger

«Ich bin glücklich, hier am St.-KlaraRain ein Büro für meine künftigen Tätigkeiten gefunden zu haben», erklärt die in Stans wohnhafte Radioredaktorin Brigitt Flüeler anlässlich eines Gesprächs mit unserer Zeitung. Nichts deutet darauf hin, dass sie nur noch ein paar Tage bis Ende Januar – bei Radio SRF 1 in Zürich arbeitet. «27 Jahre lang war ich in verschiedenen Funktionen als Redaktorin, Moderatorin und Redaktionsleiterin dort tätig», beginnt sie zu erzählen. «Es war eine unglaublich reiche und wertvolle Zeit, und ich bin dankbar für all die Möglichkeiten und Chancen, die ich bei dieser Arbeit erleben durfte.» Keinen Moment habe sie das Gefühl gehabt, schon lange bei Radio SRF 1 gearbeitet zu haben. Zu sehr hätten sie die vielfältigen Begegnungen mit den Menschen und deren Leben gepackt und beschäftigt.

«Das Radio verlasse ich nicht, weil es mir dort nicht gefällt. Auch werde ich mich nicht zur Ruhe setzen», lacht die 61-Jährige. Im Gegenteil, es geht gleich weiter: «Am 1. Februar werde ich am Morgen hier im Büro sitzen und an meiner Aufgabe in der Projektleitung für das Jubiläum 400 Jahre Kloster St. Klara arbeiten.» Als Vertreterin des Vereins Frauen in Nidwalden und Engelberg sitzt sie im Organisationskomitee dieses Jubiläums. Brigitt Flüeler ist für das Freilichtspiel verantwortlich und zeichnet zusammen mit Rolf Scheuber für die Projektleitung. Am kommenden 13. Juni soll die Jubiläumsproduktion «Gott ist ein Anderer» des Luzerner Journalisten, Theaterautors und Schauspielers Christoph Fellmann im Areal des Klosters St. Klara Premiere feiern. Über weitere Projekte möchte sie zurzeit nichts verraten.

Arbeit und Vergnügen

Bekanntschaft mit dem Radio, damals noch unter dem Namen DRS, machte Brigitt Flüeler erstmals im Jahre 1987. Dies, nachdem sie eine Erstausbildung zur Lehrerin mit vierjähriger Berufstätigkeit in Oberdorf hinter sich hatte. Da­rauf studierte sie an der Universität Zürich Geschichte, Europäische Volksliteratur und Europäische Ethnologie. Sie schloss ihr Studium mit dem Lizenziat über den Stanser Pfarrer Remigius Niederberger ab.

Von der Pike auf kennen gelernt

Als freie Mitarbeiterin verfasste sie fürs «Montagsstudio» von DRS 2 die Arbeit «Auswanderung aus Obwalden und Nidwalden». Für die Sendung «Doppelpunkt» gestaltete sie eine Sendung über die Nagra in Nidwalden zum Thema «Je kleiner die Opposition, desto besser das Gestein». Aufgrund dieser qualitativ sehr gut beurteilten Beiträge erfolgte im Januar 1988 die Festanstellung beim Schweizer Radio, und zwar in der Redaktion «Land und Leute».

Damit startete Brigitt Flüeler ihre journalistische Grundausbildung beim Radio und lernte die neue Aufgabe von der Pike auf kennen. Redaktion, Moderation und Recherche gehörten fortan zu ihrem Tätigkeitsbereich. Nebst anderen war sie für die Redaktion «Memo» verantwortlich sowie die erfolgreiche Kurzhörspielserie «Memo-Treff», bei der sie mit Katja Früh (bekannt von «Lüthi und Blanc») zusammenarbeitete. Zahlreiche andere Sendegefässe wurden unter ihrer Leitung umgesetzt.

Glück und Vergnügen hat für sie seit 1995 die Redaktion der Sonntagmorgen-Sendung «Persönlich» bedeutet. Durch die Livesendungen habe sie die Schweiz, Städte, Landschaften, besonders aber viele interessante Menschen kennen gelernt. «Teil meiner Aufgabe war es, die Lokale und Orte für die Livesendung auszusuchen und zusammen mit einem Techniker zu rekognoszieren. Ich war auch mitverantwortlich für die Auswahl der Gäste», erzählt Brigitt Flüeler im Gespräch weiter. «Persönlich» ist eine der erfolgreichsten Sendungen von Radio SRF 1, und es erfülle sie mit Stolz, dass sie für diese Sendung so lange habe arbeiten dürfen.

Auf Stanser Dialekt angesprochen

«Es war mir während all der Jahre ein Anliegen, Themen und Menschen aus Nidwalden, Obwalden und der Innerschweiz einen Platz in unserem Programm einzuräumen.» Im Rahmen der Sendung «Menschen und Horizonte» habe sich ihr die Chance geboten, Porträts über die unterschiedlichsten Leute aus der Region zu verfassen.

Gefreut habe es sie immer wieder, wenn sie von Hörern, aber auch von Radiokollegen auf ihren Stanser Dialekt angesprochen worden sei. «Ich habe festgestellt, dass die Menschen in der Schweiz unseren Nidwaldner Dialekt gerne hören.» Oftmals aber habe sie den Eindruck, dass Nidwaldner sich genieren, ihre Sprache zu sprechen, sie finde dies schade. Mit ihrer glasklaren Nidwaldner Stimme jedenfalls öffnete Brigitt Flüeler die Herzen und Türen der ihr zuhörenden Menschen in der ganzen Schweiz.