STANS: Sie will in Madagaskar etwas bewirken

Maya Gander kehrt für drei Wochen der Schweiz den Rücken. In Madagaskar hilft sie beim Bau von Wasserleitungen und Gärten.

Matthias Piazza
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Steppenlandschaft mit einem kleinen Dorf im Inselstaat vor der Ostküste Afrikas. (Bild: pd)

Steppenlandschaft mit einem kleinen Dorf im Inselstaat vor der Ostküste Afrikas. (Bild: pd)

«Ich will unbedingt die ganze Welt in ihrer gesamten Vielseitigkeit kennen lernen», begründet Maya Gander ihre Motivation zu ihrem aussergewöhnlichen Einsatz. Am 19. Juli reist die 17-jährige kaufmännische Lernende aus Stans für drei Wochen nach Madagaskar. Unter der Leitung einer lokalen Partnerorganisation helfen Schweizer Jugendliche in einem Projekt von Nouvelle Planète, einer Organisation für Entwicklungszusammenarbeit, Brunnensysteme und Schulhäuser zu bauen oder richten biologische Gemeinschaftsgärten ein. «Es freut mich, wenn ich der lokalen Bevölkerung direkt helfen kann, statt ‹nur› anonym Geld zu spenden. Dass ich schon mit 17 Jahren an einem solchen Projekt teilnehmen darf, finde ich grandios, diese Möglichkeit erhalten nur wenige in meinem Alter», sagt die Stanserin. «Die politischen Hürden sind ausserdem enorm hoch, um als Privatperson in ein solches Entwicklungsland einzureisen und sich sozial zu engagieren.» Daneben gehts ihr auch darum, die Augen vor der Armut nicht zu verschliessen. «Viele reden von Armut, aber tun nichts konkret dagegen. Ich will mit einem Arbeitseinsatz in einem der ärmsten Länder der Welt den Kampf gegen die Armut aufnehmen.»

Reger Austausch

Während des Aufenthalts leben die Jugendlichen aus der Schweiz mit einer Gruppe Gleichaltriger aus den Zielländern. Damit findet ein reger Austausch statt, und die Schweizer lernen die Lebensumstände der lokalen Bevölkerung kennen. Diesen Sommer verbringen total rund 200 Jugendliche unter den Fittichen von Nouvelle Planète drei Wochen in Madagaskar, Kamerun, Uganda, Senegal, Burkina Faso sowie Indien und Vietnam.

Starker Kontrast

Dem Einsatz ging eine mehrmonatige Vorbereitungsphase in der Schweiz voran. Schon siebenmal traf Maya Gander ihre Reise-Gspänli. Sie informierten sich über Land und Leute sowie die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse von Madagaskar, dem Land vor der Ostküste Mosambiks im Indischen Ozean. Die 17-Jährige stellt sich auf einen starken Kontrast ein. «Ich stelle mir die Rückkehr nach dem dreiwöchigen Aufenthalt in Madagaskar in die Schweiz schwierig vor, wenn mir vor Augen geführt wird, in welchem Wohlstand und Materialismus wir leben und mit wie wenig die Leute in Madagaskar auskommen müssen und trotzdem den Lebensmut nicht verlieren.»

Doch die Vorfreude überwiegt. «Ich freue mich, etwas Neues kennen zu lernen und mit meinem Einsatz etwas zu bewirken.»