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STANS: Sie zeigen ein Herz für Fabio

Das Kantonsspital Nidwalden war am Donnerstagt im Ausnahmezustand. Es wurde zur Registrierungszentrale für potenzielle Spender von Blutstammzellen. Die Aktion, gewidmet dem kranken Fabio, wurde zu einem vollen Erfolg.
Leandro Ventrone aus Hergiswil entnimmt mit dem Wattestäbchen eine Speichelprobe. (Bild: Corinne Ganzmann / Neue NZ)

Leandro Ventrone aus Hergiswil entnimmt mit dem Wattestäbchen eine Speichelprobe. (Bild: Corinne Ganzmann / Neue NZ)

«Fabio» steht auf dem Parkplatzwegweiser. Lotsen in leuchtend gelben Westen weisen den Autofahrern einen freien Parkplatz zu. Schon bei der Anfahrt erkennt man, dass im Kantonsspital Nidwalden in Stans an diesem Donnerstag Ausnahmezustand herrscht. Es lädt zum Registrieren als Spender von Blutstammzellen gewidmet Fabio Paco, der noch immer auf einen geeigneten Spender wartet. Gerade verlässt Luka Milakovic das Spital, der seine Mittagspause nutzt, um sich registrieren zu lassen. «So kann ich womöglich einem Menschen das Leben retten», begründet der Hochdorfer, der in der Nähe arbeitet, seine Teilnahme.

Im Kantonsspital Nidwalden in Stans wurde am Donnerstag eine Facebook-Aktion umgesetzt, um einen Knochenmarkspender für den an einer sehr seltenen Krankheit ledenden, 17-jaehrigen Fabio aus Stans zu finden. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)
Menschen treffen im Kantonsspital Nidwalden in Stans ein. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)
Hunderte Personen lassen sich registrieren. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)
Für eine Transplantation von Blutstammzellen müssen Gewebemerkmale von Spender und Empfänger übereinstimmen. (Bild: Keystone/Urs Flueeler)
Die Menschen stehen Schlange um eine Probe abzugeben. (Bild: Keystone/Urs Flueeler)
In rund zwei Monaten sollen die Gewebeproben weltweit mit Daten von Patienten abgeglichen werden. (Bild: Keystone/Urs Flueeler)
Joel Super, links, und Shawn Taylor, rechts, wollen ihrem besten Freund Fabio aus Stans mit der Facebook-Aktion das Leben retten. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)
Joel Super, links, und der kranke Fabio posieren am Spendeaktions-Tag für ein Selfie. (Bild: Handout Joel Super)
Ein Video informiert die Probespender. (Bild: KEYSTONE/Urs Flueeler)
9 Bilder

Spendeaktion für Fabio

Für seine edle Tat musste er nicht einmal seine ganze Mittagspause opfern. Er hat einen gut organisierten Durchlauf hinter sich, der kaum länger als eine Viertelstunde dauert. Dafür sorgen die rund 50 «Heinzelmännchen» in ihren orangen oder roten Westen, die auf dem ganzen Parcours den Registrierungswilligen zur Seite stehen. Unter ihnen sind auch Mitglieder des portugiesischen Vereins Fabios Eltern stammen aus Portugal.

«Ging schneller als erwartet»

Das beginnt schon vor dem Haupteingang, wo die «Kunden» freundlich empfangen und mit einem Flyer bedient werden. In der Eingangshalle stehen weitere Helfer bereit, die einen «abfangen» und mit dem Lift in den fünften Stock fahren. Hier, im Personalrestaurant, verpflegt sich an diesem Mittag aber kein Medizinpersonal. An den lan­gen Tischreihen füllen Leute den medizinischen Fragebogen aus. In einem weiteren Raum hat das Schweizerische Rote Kreuz zehn Entnahmestationen aufgebaut. Hier wird den Spendern mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe entnommen.

«Mir scheint, dass alle ziemlich gut informiert sind, ich muss gar nicht mehr so viel erklären», zieht Angela Renggli Zwischenbilanz, die als Medizinstudentin mithilft. Selina Flühler verlässt gerade eine der zehn Entnahmestationen, nachdem sie Fragebogen und Wattestäbchen abgegeben hat. «Das ging ja schneller als erwartet», gibt sie sich positiv überrascht, als sie nach einer guten Viertelstunde schon wieder «entlassen» wird. Es geht flüssig vonstatten, das sieht man auch am leeren Warteraum. Hier könnten die Leute bei Bedarf Platz nehmen und sich über ein Video über den Ablauf informieren.

Chance klein, aber sie steigt

Rund 25 Millionen Spender beziehungsweise potenzielle Spender von Blutstammzellen sind momentan in der weltweiten Datenbank registriert. Der 17-jährige Stanser Fabio Paco, der an einer sehr seltenen, schweren Erkrankung des Immunsystems leidet, ist einer von schweizweit tausend Patienten, die auf eine Blutstammzellenspende angewiesen sind. Sie alle warten noch auf ihren Spender. Denn das grosse Problem ist die Übereinstimmung. «Es gibt mehr verschiedene Gewebetypen als Menschen auf der Welt», erklärte Rudolf Schwabe, Direktor Blutspende beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK), unlängst in unserer Zeitung.

Auch wenn die Chance, einen «Treffer» zu landen, klein sei: «Eine solche Aktion kann sehr viel bewirken. Es kann ja sein, dass unter den neu Registrierten der passende Spender für Fabio oder sonst jemanden darunter ist», meint Dagmar Anderes, Leiterin Marketing Blutspende beim SRK Schweiz, im Spital. Mit solchen Aktionen würden viele Leute angesprochen. «Genau das ist es, was wir möchten.» Mit 34 Spendern im vergangenen Jahr zeige die Tendenz denn auch nach oben.

Nach der Registrierung, die man übrigens auch jederzeit im Internet vornehmen kann (www.sbsc.ch/registrierung), werden die Daten umgehend in die Datenbank aufgenommen. Bei einem Treffer (und dem Einverständnis) folgt dann schliesslich die Blutstammzellenentnahme. «Wann es zur Übereinstimmung kommt, kann man nicht sagen, vielleicht erfolgt der Anruf bald, vielleicht erst in drei Jahren», sagt Dagmar Anderes. In rund zwei Monaten werden die Gewebeproben weltweit mit Daten von Patienten abgeglichen, die auf eine Blutstammzellenspende warten.

Peter Perren, der als Personalchef des Spitals die ganze Aktion leitete, spricht von einem Riesenerfolg mit rund 600 Spendern. «Dies ist zusammen mit der elektronischen Registrierung in den letzten Wochen eine Zahl von weit über 4000 Freiwilligen. Auch für das SRK ist dies ein neuer Rekord.»

Matthias Piazza

Fabio am Donnerstag daheim in Stans. (Bild: PD)

Fabio am Donnerstag daheim in Stans. (Bild: PD)

Eine Helferin steht den Spendern beim Ausfüllen des Fragebogens tatkräftig zur Seite. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Eine Helferin steht den Spendern beim Ausfüllen des Fragebogens tatkräftig zur Seite. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Wegweiser vor dem Kantonsspital Niwalden. (Bild: keystone/Urs Flüeler)

Wegweiser vor dem Kantonsspital Niwalden. (Bild: keystone/Urs Flüeler)

Stefan Gfeller (49), Stans: Ich dachte mir, es könnte auch unsere Kinder treffen. Unser Junior ist im selben Alter wie Fabio. Grundsätzlich macht man sich ja immer wieder Gedanken über das Spenden. Das ist eine gute und wichtige Sache, die aber oft zu kurz kommt. Jetzt war der richtige Zeitpunkt. Die Registrierung hätte ich zeitaufwendiger erwartet. Es lief sehr speditiv und unkompliziert ab. Ich hoffe, wir können Fabio damit unterstützen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Stefan Gfeller (49), Stans: Ich dachte mir, es könnte auch unsere Kinder treffen. Unser Junior ist im selben Alter wie Fabio. Grundsätzlich macht man sich ja immer wieder Gedanken über das Spenden. Das ist eine gute und wichtige Sache, die aber oft zu kurz kommt. Jetzt war der richtige Zeitpunkt. Die Registrierung hätte ich zeitaufwendiger erwartet. Es lief sehr speditiv und unkompliziert ab. Ich hoffe, wir können Fabio damit unterstützen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Nadine Würsch (23), Buochs: Ich habe so etwas vorher noch nie gemacht. Es lief aber alles tipptopp ab und war spannend. Angst vor der Registrierung hatte ich keine, es tat ja auch nicht weh. Es war mein Bruder, der mich heute spontan fragte, ob ich mit ihm mitkomme, um den Test zu machen. Da brauchte ich nicht lange zu überlegen und kam mit ihm hierher ins Spital. Ich hoffe sehr für Fabio, dass die Aktion ein Erfolg wird. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Nadine Würsch (23), Buochs: Ich habe so etwas vorher noch nie gemacht. Es lief aber alles tipptopp ab und war spannend. Angst vor der Registrierung hatte ich keine, es tat ja auch nicht weh. Es war mein Bruder, der mich heute spontan fragte, ob ich mit ihm mitkomme, um den Test zu machen. Da brauchte ich nicht lange zu überlegen und kam mit ihm hierher ins Spital. Ich hoffe sehr für Fabio, dass die Aktion ein Erfolg wird. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Adrian Burch (32), Stans: Wir haben von der Aktion über den Facebook-Aufruf und die Zeitung erfahren. Fabio kennen wir nicht persönlich. Aber wenn man selber Kinder hat, sieht man das mit anderen Augen. Deshalb sind wir dem Aufruf gerne gefolgt. Das lief alles unkompliziert ab. Ich hoffe, dass es nützt und ein geeigneter Spender für Fabio gefunden wird. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Adrian Burch (32), Stans: Wir haben von der Aktion über den Facebook-Aufruf und die Zeitung erfahren. Fabio kennen wir nicht persönlich. Aber wenn man selber Kinder hat, sieht man das mit anderen Augen. Deshalb sind wir dem Aufruf gerne gefolgt. Das lief alles unkompliziert ab. Ich hoffe, dass es nützt und ein geeigneter Spender für Fabio gefunden wird. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Beat Signer (49), Stans: Ich habe selber zwei Kinder im Alter von Fabio. Meine Kinder sind zum Glück gesund. Sie kennen Fabio von der Schule, ich persönlich kenne ihn nicht. Ich habe aus der Zeitung von seinem Schicksal erfahren, da wollte ich helfen. Die Registrierung selber verlief komplett reibungslos. Angst davor hatte ich keine. Ich wünsche Fabio, dass die Aktion erfolgreich ist und ein geeigneter Spender gefunden wird. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Beat Signer (49), Stans: Ich habe selber zwei Kinder im Alter von Fabio. Meine Kinder sind zum Glück gesund. Sie kennen Fabio von der Schule, ich persönlich kenne ihn nicht. Ich habe aus der Zeitung von seinem Schicksal erfahren, da wollte ich helfen. Die Registrierung selber verlief komplett reibungslos. Angst davor hatte ich keine. Ich wünsche Fabio, dass die Aktion erfolgreich ist und ein geeigneter Spender gefunden wird. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

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