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STANS: So soll das Kloster Stans wieder belebt werden

Die Pläne zum Umbau des ehemaligen Kapuziner­klosters stehen. Schule und Gastronomie stehen im Zentrum. Doch es gibt weiterhin Knacknüsse.
Matthias Piazza
Das ehemalige Kapuzinerkloster in Stans. (Bild: Archiv Neue NZ)

Das ehemalige Kapuzinerkloster in Stans. (Bild: Archiv Neue NZ)

Matthias Piazza

«Wir sind absolut im Zeitplan und durften am vergangenen Montag dem gesamten Stanser Gemeinderat unser Projekt vorstellen. Das Gespräch verlief extrem konstruktiv», freut sich Dominik Flammer, der Projektverantwortliche für die Umnutzung des ehemaligen Kapuzinerklosters an der Stanser Mürg. Der Architekt und der Landschaftsplaner hätten ihre Arbeit grösstenteils gemacht. «Die Verkehrssituation müssen wir noch als einen der letzten Knackpunkte angehen, aber das war uns von Anfang an bewusst. Wir sind auf einem sehr guten Weg, eine Lösung dafür zu finden», spricht Flammer das Problem mit der Verkehrserschliessung durch die schmale Mürgstrasse an.

In Kürze werde man die Baueingabe einreichen und damit die Frist bis Ende Jahr einhalten können. Dann ist es gut ein Jahr her, seit der Regierungsrat den Baurechtsvertrag über 60 Jahre mit der Senn Values AG, dem Investor, unterzeichnete – mit der Auflage, innert einem Jahr das Baugesuch einzureichen und ein weiteres Jahr später den Umbau zu starten. Wegen der zahlreichen Massnahmen für Feuerschutz rechnet Flammer mit mehr als den veranschlagten 7 Millionen Franken Investitionskosten.

Ein Kloster für alle

Die Erscheinung des altehrwürdigen Anwesens soll dabei belassen werden, nicht zuletzt wegen des Denkmalschutzes. Flammer spricht von einem sanften Umbau – und einer Öffnung. Das ehemals abgeschiedene Anwesen soll auch für Passanten zugänglich gemacht werden. «Die Kollegischüler sollen künftig über den Fussweg durch den Klostergarten ins Kollegi gelangen statt über die schmale, stark befahrene Mürg­strasse», macht Flammer ein Beispiel.

An der Mürg ist ein kulinarisches Kompetenzzentrum mit zwei Stand­beinen geplant. Mit verschiedenen Organisationen und Verbänden will man einerseits Leute mit einem Handicap in Gastronomie und Garten beschäftigen. «Neben Biodiversität und Landwirtschaft soll auch der Mensch im Mittelpunkt stehen, denn wir haben im Gespräch mit Stiftungen festgestellt, dass ein Bedürfnis für solche Stellen vorhanden ist», so Flammer. Die Gastronomie soll nicht nur im Speisesaal, sondern auch draussen Einzug halten; in Form eines Gartenrestaurants, aber ohne ein Biergartenimage zu vermitteln.

Kochen mit Profis

Die Schule soll das zweite wichtige Standbein bilden. Forschung und Entwicklung ist ein wichtiger Bereich. Er widmet sich etwa der Sortenvielfalt, einem Experimentalgarten oder einem Kochlabor mit Schweizer Spitzen­köchen wie zum Beispiel Andreas Caminada, Pächter und Chef de Cuisine im Schloss Schauenstein in Fürstenau GR, oder Nenad Mlinarevic, Küchenchef im Park­hotel Vitznau und «Gault-Millau-Koch des Jahres 2016». «Sie bringen den Jung­köchen unter anderem bei, wie man die neuen technischen Möglichkeiten für regionale Spezialitäten aufnimmt.»

Eine Foodakademie werde Weiterbildungen für Gemeinschaftsgastronomien anbieten. Namen könne er noch keine nennen, «aber die Gespräche sind sehr gut gelaufen. Ich war positiv überrascht. Ich stellte mich auf einen Hürdenlauf ein, stattdessen laufe ich seit Beginn relativ flach und stosse erst noch auf offene Türen.»

Auch übernachten möglich

Ein wichtiges Kapitel bildet auch Slow Food, die Bewegung setzt sich für saubere und fair produzierte Lebensmittel ein. Leute aus dem Ausland können sich in einer Sommerakademie in verschiedenen Kursen mit der alpinen Kulinarik auseinandersetzen, sei es in der Herstellung von Käse oder in der Obstvielfalt.

In Abend- und Wochenendkursen will man etwa Bauern in der Direktvermarktung ihrer Produkte weiterbilden. Dank einer noch zu gründenden Stiftung soll die Last nicht auf den Schultern der einzelnen Anbieter liegen.

Aus einigen ehemaligen Zellen werden Hotelzimmer für Kursteilnehmer und -leiter. Doch auch schon vor der sukzessiven Inbetriebnahme dieses Kompetenzzentrums bis spätestens Herbst 2017 soll wieder Leben in das ehemalige Kloster einkehren – dank verschiedener Zwischennutzungen. So findet diesen Sonntag der zweite Innerschweizer Slow-Food- & Pro-Specie-­Rara-Markt statt.

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