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STANS: So wohnt man in Zukunft

Um Architektur und Praxis ging es in einem Podium zum generationenübergreifenden Wohnen. Veranstalter war der Verein Wohnwandel Nidwalden.
Marion Wannemacher
Podium zum Generationenwohnen (von links): Leo Wolfisberg, Margrit Zürcher, Cécile Malevez, Jutta Mauderli, Peter Odermatt und Gregor Schwander. (Bild Marion Wannemacher)

Podium zum Generationenwohnen (von links): Leo Wolfisberg, Margrit Zürcher, Cécile Malevez, Jutta Mauderli, Peter Odermatt und Gregor Schwander. (Bild Marion Wannemacher)

Marion Wannemacher

Wie funktioniert die Praxis beim Thema Generationenwohnen? Diese Frage stand beim Podium des Vereins Wohnwandel Nidwalden am Dienstagabend im Vordergrund. Der Verein hatte dazu Bewohner von altersdurchmischten Wohnprojekten eingeladen sowie den frisch gewählten Gemeindepräsident Gregor Schwander, der als Gemeinderat in Stans bislang für Soziales und Gesundheit zuständig ist. Als Vertreterin der Bauherrin Logis Suisse, die das Bauvorhaben in der Spichermatt mit 200 Wohneinheiten plant, stand Geschäftsleiterin Jutta Mauderli Rede und Antwort.

Interesse am Generationenwohnen

Lisbeth Grendelmeier, Präsidentin des Vereins Wohnwandel, zeigte sich mit dem Erfolg des Abends sehr zufrieden. Rund 40 Zuschauer hatten den Weg ins Pfarrheim gefunden. «Es ist schön, dass das Interesse am Thema Generationenwohnen vorhanden ist und dass eine angeregte Diskussion stattgefunden hat», sagte sie. Vorstandsmitglied Leo Wolfisberg leitete den Abend.

Nach dem Motto «der Letzte macht das Licht aus» benannte Wolfisberg die Schwierigkeiten durch die demografische Entwicklung der überalterten Gesellschaft. «Das bisherige System wird ohne unsere Mithilfe von privater und öffentlicher Seite kollabieren», sagte er. «Wir müssen die Probleme oder Chancen gemeinsam angehen.»

Das Thema interessiert

Der Stanser Gemeinderat Gregor Schwander sprach von der Herausforderung, in Stans zentrumsnahen, kleinen, barrierefreien und günstigen Wohnraum zu finden. Wie betroffen die Bevölkerung ist, habe die hohe Beteiligung an einer Umfrage zum Thema Wohnen 2013 gezeigt. Untersucht wurden laut dem Gemeinderat das private Wohnen, das genossenschaftliche Wohnen und Wohnungen mit Dienstleistungen. Für das private Wohnen könne man Anreize bieten für barrierefreies und kostengünstiges Wohnen, stellte Schwander in Aussicht und sprach das Baugesetz an, das noch in Revision sei. Beim neuen Wohnbauförderungsgesetz, das sich in der Vernehmlassung befinde, sei man daran, genossenschaftliches Wohnen zu fördern. Bei weiteren Einzonun­gen könnten solche Bauherren bevorzugt werden, die generationenübergreifende Projekte und einen Baumix zwischen billigen und teuren Wohnungen planten.

Die von der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft, der Aktiengesellschaft Logis Suisse, geplante Überbauung bezeichnete Schwander als «Riesen­chance».

Fragen zur Spichermatt

Zu den in der Spichermatt geplanten 200 Wohnungen gab es aus dem Publikum mehrere Fragen. Ob Haustiere erlaubt, die Wohnungen behindertengerecht und wann sie bezugsfertig seien, wollten einige Zuschauer wissen. Jutta Mauderli erklärte, dass es wohl noch vier Jahre dauere, bis die Wohnungen fertiggestellt seien, dass es sich um einen Mix von behindertengerechten Zweieinhalb- bis Fünfeinhalb­zimmerwohnungen handle und man auch Haustiere halten dürfe.

Sie erklärte, dass in der Spichermatt eine generationenübergreifende Siedlung entstehe mit gemeinschaftlich genutzten Räumen und vier Gästezimmern, die man dazumieten könne.

Mehrgenerationenhaus in Sarnen

Cécile Malevez berichtete von ihrem eigenen Wohnprojekt in Sarnen. Vor zehn Jahren hatte sie gemeinsam mit drei Frauen und einer Familie ein Haus gebaut und lebt dort im Stockwerkeigentum. Die Architektur müsse die Kommunikation unterstützen. «Es geht aber auch um das Gefühl, eingebunden zu sein in eine Hausgemeinschaft. Man muss bereit sein, die Nachbarin zu fragen, ‹wie geht es dir, ich hab dich schon lang nicht mehr gesehen›», sagte sie.

Margrit Zürcher wohnt mit vielen Generationen in einem Objekt in Rothenburg. Da komme einfach mal ein Bub und erbitte eine Geschichte von ihr.

Offenheit gefragt

Es brauche Offenheit und Toleranz, bestätigte auch Peter Odermatt aus eigener Erfahrung, der Präsident der Genossenschaft Wächselacher mit 37 Reihenhäusern. Er erzählte von gemeinsamen Arbeitseinsätzen und anschliessenden Feiern, räumte aber auch ein: «Es ist schwierig, das auf Dauer auf so hohem Level zu halten.» Als die Kinder grösser geworden seien, hätten sie sich nach aussen orientiert. Die mehrgeschossigen Häuser seien nicht behindertengerecht, bereits würden die ersten Besitzer daran denken, fortzugehen. «Heute kommen diejenigen zurück, die hier aufgewachsen sind.»

Aufbau eines Netzwerks

Den Verein Wohnwandel Nidwalden gibt es bereits seit vier Jahren. Am gleichen Abend vor der Podiumsdiskussion fand die Generalversammlung statt. Aktuell hat er 27 Mitglieder. Die Präsidentin Lisbeth Grendelmeier sagt: «Wir wollen ein Netzwerk aufbauen zwischen Wohnraumsuchenden und Bauherren. Unser Ziel im Kanton Nidwalden sind generationendurchmischte Siedlungen.»

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