STANS: Stans hat erstmals ein Marktreglement

Auch wenn es an der Gemeindeversammlung null Diskussionen gab, war der Besucheraufmarsch gross.

Kurt Liembd
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Der Stanser Markt zieht jeweils viel Publikum an. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 13. April 2016))

Der Stanser Markt zieht jeweils viel Publikum an. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 13. April 2016))

Ein Überschuss von 3,5 Millionen, fast 500 Leute an der Gemeindeversammlung, alle Geschäfte diskussionslos genehmigt: Dass es null Diskussionen gab, hatte nicht einmal Gemeindepräsident Gregor Schwander erwartet, wie er nach der Versammlung gegenüber unserer Zeitung sagte. «Ich habe am ehesten Wortmeldungen zur Erhöhung der Kita-Tarife erwartet», so Schwander. Denn die Tarife werden um 25 bis 43 Prozent angehoben, je nach Einkommensstufen. «Wenn Fragen gekommen wären, hätte ich gerne die Gründe für den Aufschlag im Detail aufgezeigt», so Schwander. Doch es kamen keine. Dass 500 Leute erschienen sind, könnte auch dem Umstand zu verdanken sein, dass jeder Anwesende ein Gratisbillett aufs Stanserhorn erhielt. Es mussten gar kurzfristig viele Zusatzstühle in den Saal getragen werden.

Finanzchef mahnt zur Vorsicht

Einen souveränen Auftritt legte an diesem Abend Sarah Odermatt (28), die jüngste Gemeinderätin in Nidwalden, hin. Sie ist erst ein Jahr im Amt und hatte aufzuzeigen, weshalb Stans über 1,7 Millionen für die Einführung eines Trennsystems an der Nägeligasse investieren will. Bis zu ihrer Wahl vor einem Jahr hatte sie sich mit ganz andern Themen beschäftigt wie Gesundheit, Bildung, Ergotherapie und Asylwesen. Nun trat sie als Tiefbauchefin auf.

Zur ebenfalls genehmigten Rechnung, die mit einem unerwarteten Plus von 3,5 Millionen Franken abschliesst, mahnte Finanzchef Joe Christen zur Vorsicht: «Um die finanzielle Situation mittel- und langfristig im Griff halten zu können, müssen wir mit den verfügbaren Mitteln sehr haushälterisch umgehen.»

Wenn Ausländer Vogelheu lieben

Diskussionslos wurden ferner acht Personen eingebürgert – aus dem Kosovo, Serbien, Mazedonien und Russland. In der Botschaft stand über die Gesuch­steller auch das eine oder andere Private: So spiele einer gerne Bowling, eine Frau gehe gerne mit Freundinnen shoppen, und eine andere besuche gerne den Wochenmarkt. Und: Die drei Kinder einer Familie würden die Fasnacht sehr geniessen, und ihr Lieblingsessen sei Vogelheu. Mit der Erklärung dazu, dass Vogelheu eine süsse Schweizer Spezialität sei – aus altem Brot, Äpfeln, Eiern, Milch, Zimt und Zucker.

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch