STANS: Stans will sie und kriegt sie wohl

Die Benefizveranstaltung der Musiktage war ein voller Erfolg. Dabei wurde klar: Das Publikum will sein Festival wieder haben.

Romano Cuonz
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Buschi & Anni lassen im Vorprogramm des Samstagabends auch die Herzen der kleinen Musikfans höher schlagen. (Bilder Romano Cuonz)

Buschi & Anni lassen im Vorprogramm des Samstagabends auch die Herzen der kleinen Musikfans höher schlagen. (Bilder Romano Cuonz)

«Wir wurden von unseren Aktivmitgliedern regelrecht bedrängt, den Leuten trotz unserer Zwangspause zu zeigen, dass es uns noch gibt», sagt Josef Mahnig, Präsident des Vereins Stanser Musiktage (SMT). Und er konnte am Wochenende wahrlich zufrieden sein. Sah, wie Hunderte von Zuhörern zu den Konzerten in der Pfarrkirche, der Zivilschutzanlage und im Chäslager strömten. «Neben der Absicht, im Kalenderjahr den guten Platz als Frühlingsevent zu besetzen, war natürlich auch die Sanierung der Finanzen ein Ziel der Veranstaltung», hält Mahnig fest. Im Ganzen müssten ja rund 250 000 Franken beschafft werden, um das Festival zu sanieren. Jedoch sei man schon zuvor nahe am Ziel gewesen. «Nach dieser doch sehr erfolgreichen Benefizveranstaltung sind wir noch näher dran.» Noch wichtiger – und vor allem motivierend – sei der grosse Aufmarsch von jungen und älteren, von einheimischen und auswärtigen Fans während dieser zwei Tage gewesen.

Neues Leitungsduo im Element

Erstmals so richtig in Szene setzen konnte sich während der beiden Tage das neue Leitungsduo Marc Rambold (31) und Esther Unternährer (31), beide ehemalige Radio-3fach-Mitarbeiter aus Luzern. Rambold meint erfreut: «Auch wenn wir noch nicht alle Einnahmen zusammengezählt haben, wage ich zu behaupten, dass wir das gesteckte Ziel von 10 000 Franken Reingewinn erreichen werden.» Esther Unternährer fügt hinzu: «Auch bei dieser eher kleineren und lokaleren Ausgabe durften wir erfahren, wie dieses Festival und vor allem auch sein Publikum etwas ganz Besonderes sind.» Das finde man in Stans und sonst nirgendwo. Die beiden neuen Leiter waren überall anzutreffen: Beim Service der feinen Ravioli-Kreation genauso wie bei den «Sammeltöpfern» – oder wenn es darum ging, den Bands behilflich zu sein. «Unser Ziel war es, selbst mit dem Benefizanlass möglichst viele der Musikrichtungen abzudecken, die die Stanser Musiktage erfolgreich gemacht haben», sagt Marc Rambold. Und Esther Unternährer verspricht: «Das wird auch in Zukunft so sein, bei der Programmgestaltung soll zu jedem Musikstil ein Spezialist mitreden.»

Die Stärken noch besser nutzen

Beide Leiter sind sich – durch den Erfolg von SMT light noch bestärkt – einig: «Wir werden das Festival nicht auf den Kopf stellen, aber doch ein wenig zu seinen Ursprüngen zurückkehren.» Anders gesagt: «Die eigentlichen Stärken wieder besser nutzen.» Und genau dies hat auch die Benefizveranstaltung augenfällig gezeigt. Da waren kleine, überaus charmante einheimische Bands, die zu günstigen Konditionen auftraten und das Publikum doch begeisterten! Etwa Buschi & Anni aus Nidwalden mit ihrem frischen Mix aus Indie-Rock, Folk und Pop. Oder die Obwaldner Vau, die mit überraschender Musik ihr Publikum noch spätabends begeisterten. Publikumsmagnete waren unter anderen Silver Firs, die mit Dreampop und Afrorhythmik Begeisterungsstürme auslösten und das Chäslager beinahe übervoll werden liessen. Oder die romanische Formation La Triada, die in der Pfarrkirche mit ihren Stimmen eine nahezu magische Kraft entwickelte. Und das Prädikat «härzig und poppig» verdienen Geschichten, die in der Formation Pfote Mampft Quark eine Sängerin, ein Musiker und ein Zeichner dem Kinderpublikum erzählte.

Alles in allem: Stans genoss während zweier Tage eine Light-Version seiner Musiktage und erbettelte sich mit dem oft kaum enden wollenden Applaus wortwörtlich die volle Version im nächsten Frühling. Oder: Stans will sie eben ...!