STANS: Stanser Lädeler kämpfen um Gunst der Kunden

In Stans fällt das Fazit des langen Samstags positiv aus. Und: Der umgebaute «Länzgi» wird von den Lädelern auch als Chance gesehen.

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Der rote Teppich lud auch beim Modegeschäft Rägäbogä zum Shoppen ein. (Bild Werner Rupp)

Der rote Teppich lud auch beim Modegeschäft Rägäbogä zum Shoppen ein. (Bild Werner Rupp)

Samstag, 16 Uhr. In der Regel schliessen die Geschäfte im Stanser Dorf um diese Zeit. Nicht so am letzten Samstag, genauer gesagt: am langen Samstag. Die Läden, die der Vereinigung Stanser Ladenbesitzer angehören, boten den Kunden die Gelegenheit, ihre Samstagseinkäufe bis abends um 20 Uhr zu tätigen. Und dieses Angebot wurde – wie schon in früheren Jahren – rege genutzt. «Für uns war der lange Samstag ein Superevent», zieht Martin von Matt von der Buchhandlung von Matt ein positives Fazit. Die erste «Mikro-Buchmesse» mit vier kleinen Innerschweizer Verlagen vor seiner Buchhandlung zog die Leute in ihren Bann. «Die Verleger waren froh um diese Plattform. Sie konnten zeigen, dass abseits vom Mainstream auch in unserer Region Literatur entsteht.» Und zum Gästeaufmarsch sagt Martin von Matt: «Es ist schön, dass die Leute honorieren, wenn du etwas auf die Beine stellst.»

Auch andere Geschäftsinhaber im Zentrum von Stans schliessen sich dieser Meinung an. «Aus unserer Warte fiel der lange Samstag zufriedenstellend aus», sagt etwa Marcel Wullimann von Herrenmode Marcel. Die Kunden sind insbesondere in der Zeit von 16 bis 20 Uhr ins Dorf geströmt, geht aus den Rückmeldungen hervor. Dies hat auch Lisbeth Balbi, Apothekerin und Inhaberin der Apotheke Zelger, festgestellt. Sie hofft, dass «wir die Bevölkerung zusätzlich ermuntern konnten, die Dorfläden zu berücksichtigen». Ein Dorf mit einem solch guten Produktemix gebe es sonst nirgends mehr in Nidwalden. Dazu müsse man Sorge tragen. Im Prinzip würden die Leute auch ein wenig in die eigene Zukunft investieren, wenn sie im Dorf einkaufen, so Balbi. Denn im Alter würden sie es bestimmt begrüssen, wenn es die Dorfläden noch gebe und sie möglichst lange selbstständig ihren Einkauf erledigen könnten.

Persönlichkeit als Trumpf
Die Stanser Lädeler sehen den langen Samstag als Imagepflege. Vor allem jetzt, wo der Länderpark mit grösseren und moderneren Verkaufsflächen lockt. «Je nach Branche nimmt der Druck auf die Dorfläden zu», glaubt Robert Fischlin, Geschäftsinhaber von Foto Fischlin. «Doch wir haben absolut unsere Chance.» Ihr Trumpf sei, dass «unsere Kunden wissen, dass wir uns Zeit nehmen für sie», so Fischlin. Produkte seien austauschbar, «nicht aber die Qualität, die wir mit unseren Mitarbeitern bieten.»

Dies sieht Martin von Matt ähnlich. «Wir sind modern und kompetent. Wir müssen uns nicht verstecken.» Er bezeichnet den Umbau des «Länzgi» ebenfalls als Chance. «Auswärtige Kunden, die wegen des Centers einen Abstecher nach Stans machen, schauen sich vielleicht auch noch das Dorf an und bleiben hängen.» Zudem ist ihm zu Ohren gekommen, was auch schon andere gehört haben: Viele Spontan- oder Schnelleinkäufer meiden offenbar den neuen Länderpark, weil er für ihre Bedürfnisse zu gross oder zu bevölkert ist. Hier könnten sich die Lädeler profilieren: als persönliches Einkaufserlebnis fernab von der Hektik.

Oliver Mattmann/Neue NZ