STANS: Stanser setzt Steinböcken ein Denkmal

Ruedi Käch ist ein profunder Kenner der Steinböcke. Inspiriert durch die Tiere am Pilatus, hat er nun ein neues Buch geschaffen.

Geri Wyss
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Steinböcke begleiten den Stanser Buchautor Ruedi Käch schon ein Leben lang. Oben eines der stolzen Tiere am Pilatus. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Steinböcke begleiten den Stanser Buchautor Ruedi Käch schon ein Leben lang. Oben eines der stolzen Tiere am Pilatus. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Steinböcke begleiten den Stanser Buchautor Ruedi Käch schon ein Leben lang. Oben eines der stolzen Tiere am Pilatus. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Steinböcke begleiten den Stanser Buchautor Ruedi Käch schon ein Leben lang. Oben eines der stolzen Tiere am Pilatus. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Ein kapitaler Steinbock mit einem prächtigen Geweih steht auf einer grünen Alpenwiese. Im Hintergrund zeigen sich die Kalkfelsen des Matthorns am Pilatus. Dieses Bild ziert den Umschlag des neuen Buches des Stanser Autors und Fotografen Ruedi Käch. Es gibt einen umfassenden Überblick über die Steinwild-Kolonien in der Schweiz, deren Eigenheiten und Lebensweise. Die Leserinnen und Leser erhalten aber auch einen Einblick in die Geschichte dieser Tiere, welche sinnbildlich für die Schweizer Alpen stehen. Das war nicht immer so. Erst die Auswilderung von Steinwild aus Italien liess sie hier wieder Fuss fassen. Das Buch lebt aber auch von vielen eindrücklichen Fotos. Und Käch benennt jene Menschen, die mit Steinwild zu tun haben.

Bildband war erstes Werk

«Steinbock – König der Alpen. Die Hauptdarsteller und ihre Hüter» ist das zweite Buch von Ruedi Käch. Das erste war ein Bildband, welches ausschliesslich die Steinbock-Kolonie am Pilatus thematisierte. Eines dieser

Tiere kann heute auf Pilatus Kulm betrachtet werden. Nachdem ein alter Steinbock im Herbst 2008 hatte geschossen werden müssen, wurde er als Ganztierpräparation hergerichtet. In diesem Zusammenhang kam der passionierte Steinbock-Beobachter Ruedi Käch mit den Pilatus-Bahnen in Kontakt. Er bot Fotos an. «Ich wurde gefragt, ob ich nicht gleich ein Buch über die Steinböcke am Pilatus machen möchte», erzählt Käch. Er wollte, und die Pilatus-Bahnen unterstützten ihn. «Das Buch hat mir dann Tür und Angel geöffnet.» Dadurch kam er mit Fachleuten aus der ganzen Schweiz in Kontakt. So kam Ruedi Käch auch auf die Idee, ein zweites Buch über die Steinböcke in Angriff zu nehmen.

Geissbub traf auf die Steinböcke

Das starke Band zwischen Ruedi Käch und dem Steinwild begann sich schon in der Kindheit zu spannen. Damals half er in den Schulferien auf der Nidwaldner Alp Fräkmünt unterhalb des Klimsenhorns aus. «Ich war Geissbub und musste diese Tiere jeweils am Morgen und am Abend zum Melken zurück zur Alp holen», erzählt Käch. So sei er jeweils dem Steinwild begegnet. Auch später zog es ihn immer wieder zu den Steinböcken. Er beobachtete und fotografierte die Tiere, lernte Wildhüter kennen, welche ihm Interessantes über die Steinböcke erzählten oder ihn auch zu Hegeabschüssen mitnahmen. Auch machte Käch Führungen für Schulen oder hielt Vorträge über Steinböcke ab.

Aus königlichem Jagdgebiet

Die umfangreiche Recherche und das Ausarbeiten des neuen Buches dauerten etwa drei Jahre. Dabei konnte Käch auch auf fremde Hilfe zählen. Die Fülle an Wissen stammt unter anderem von der Biologin Dr. Iris Biebach, die zusammen mit Professor Lukas Keller von der Uni Zürich ein genaues Bild über die Inzucht bei den Steinböcken im Alpenraum erarbeitet. Käch konnte auch auf Staatsarchive der Kantone zurückgreifen, vor allem wenn es um alte Bilder der Aussetzungen von Steinböcken ging. Die ersten Tiere, die dank des Menschen wieder den Weg in die Schweizer Alpenwelt fanden, stammen alle aus dem Gebiet Gran Paradiso im Nordwesten von Italien. So sind letztlich alle hier lebenden Steinböcke Nachkommen von jenen wenigen Tieren, die Anfang des 19. Jahrhunderts nur noch im Jagdgebiet von König Vittorio Emanuele II. vorkamen.

Steinböcke bedeutsam für Pilatus

Dass am Pilatus Steinwild lebt, ist auch auf die Initiative der Pilatus-Bahnen zurückzuführen. 1961 wurden einige Tiere aus dem Kanton Graubünden ausgesetzt. Im April 2011 holte man 10 Tiere aus dem Kanton Wallis und liess sie am Pilatus frei. Damit wollte man der Inzucht vorbeugen und das Blut innerhalb der Kolonie auffrischen. «Inzucht birgt immer das Risiko von Krankheiten in sich», erzählt Ruedi Käch.

Viele Steinböcke am Pilatus kennt der aus Kriens stammende Käch persönlich. Einigen hat er sogar Namen gegeben. In seinem Buch ist auch die illegale Jagd ein Thema. «Die Wilderei lebt auch heute noch überall», sagt der pensionierte Militärinstruktor. In der Zentralschweiz sei sie aber weniger verbreitet als in Grenzregionen, wo die gegenseitige Kontrolle geringer sei.

Das Buch «Steinbock – König der Alpen» erscheint in einer Erstauflage von 2000 Stück. Als Hauptsponsor fungiert die Pilatus-Bahnen AG, die das Buch künftig den Teilnehmern an Steinbock-Safaris auf dem Berg gratis abgibt. Auf diesen Safaris ist es unter fach­kundiger Begleitung möglich, solchen Prachtsexemplaren zu begegnen, wie eines den Umschlag des neuen Steinbock-Buches ziert.

Hinweis

Das Buch «Steinbock – König der Alpen» von Ruedi Käch befasst sich auf 164 Seiten mit der Geschichte und der Lebensweise der Steinböcke in den Schweizer Alpen. Verlag von Ah Druck AG, ISBN 978-3-9524104-0-0. Ab sofort im Buchhandel für ca. 38 Franken erhältlich. Weitere Infos: www.vonahdruck.ch.

Dieser prächtige Steinbock ziert das neue Buch von Ruedi Käch. Im Hintergrund die Felsen des Matthorns beim Pilatus. (Bild: PD)

Dieser prächtige Steinbock ziert das neue Buch von Ruedi Käch. Im Hintergrund die Felsen des Matthorns beim Pilatus. (Bild: PD)