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STANS: Über 500 Autofahrer waren zu schnell

Im Baustellenbereich auf der A 2 wird teilweise massiv zu schnell gefahren. Trotz der Risiken will die Polizei Tempo 80 behalten.
Marion Wannemacher
Ein Reisecar beschleunigt auf der ziemlich kurzen provisorischen Autobahneinfahrt Stans Süd in Richtung Luzern. (Bild Corinne Glanzmann)

Ein Reisecar beschleunigt auf der ziemlich kurzen provisorischen Autobahneinfahrt Stans Süd in Richtung Luzern. (Bild Corinne Glanzmann)

Da staunten die Beamten der Kantonspolizei Nidwalden: «Mit 5 Prozent Geschwindigkeitsübertretungen hatten wir schon gerechnet, das wäre der Durchschnitt gewesen», sagt Hansruedi Röthlisberger, Pikettchef der Verkehrspolizei Nidwalden. Eine Geschwindigkeitskontrolle am Dienstagnachmittag zwischen 14 und 17 Uhr zwischen Stansstad und Beckenried Richtung Gotthard ergab aber eine Übertretungsquote von über 16 Prozent. 510 von 3150 Autos waren zu schnell, der «Rekordhalter» brachte es gar auf 123 Stundenkilometer – dies im 80er-Bereich einer Baustelle.

Im Schnitt etwa Tempo 94

Genau ausgewertet ist die Kontrolle noch nicht. Röthlisberger geht davon aus, dass «vermutlich 6 oder 7 Prozent über 100 Stundenkilometer gefahren sind». Der Durchschnitt fuhr etwa Tempo 94.

Dass eine Kontrolle notwendig sei, beschloss die Kantonspolizei nach den Äusserungen einiger Bauarbeiter. «Sie hatten uns berichtet, dass sie den Eindruck hätten, dass sehr viele dort zu schnell fahren. Ihr Schutz hat Priorität», so Röthlisberger.

«Uns erstaunt, dass es nach einem Rückstau oder einer Kollision nicht mehr Folgeunfälle gibt. Die Unfallwahrscheinlichkeit ist bei überhöhter Geschwindigkeit einfach höher.» Es ergebe sich eine Art «Handorgeleffekt» vom Verkehrsfluss, wenn einer zu schnell fahre und ein anderer langsamer. In Bezug auf Geschwindigkeitsübertretungen wundert sich Röthlisberger: «Dass die sich getrauen, so schnell zu fahren!» Ein Verkehrsaufkommen von 1000 bis 1200 Fahrzeugen pro Stunde sei auf einer normalen zweispurigen Autobahn kein Problem – wenn kein Pannenstreifen vorhanden sei dagegen schon.

Knapp am Unfall vorbei

Augenzeugen berichten, dass es in Fahrtrichtung Luzern gerade bei den sehr kurzen Einfahrten Stans Nord und Stans Süd zu heiklen Verkehrssituationen kommen kann. Ein Autofahrer berichtet von einer brenzligen Situation am Dienstag gegen 19 Uhr: «Drei Autos wollten von der Einfahrt Stans Nord bei starkem Verkehr auf die A 2 fahren. Vor mir waren zwei Autofahrer, die im letzten Moment noch vor einem Lastwagen mit Anhänger, auf dem Autos geladen waren, einspurten. Der Lastwagenfahrer musste stark bremsen – ich dachte schon, das reicht nicht mehr ...» Zum Glück gab es keine Kollision.

Eine Häufung brisanter Situationen kann Hansruedi Röthlisberger allerdings nicht bestätigen. Dennoch: Die Platzverhältnisse sind eng. Die linke Spur ist zur rechten geworden. Der «Überholstreifen» verläuft auf der anderen Seite der Leitplanke. Die verkürzten Einspurstrecken verlangten von den Autofahrern Disziplin und Toleranz, sagte Lorenz Muhmenthaler, Chef der Verkehrs- und Sicherheitspolizei, vergangene Woche gegenüber unserer Zeitung. «Wer einfährt, hat keinen Vortritt.»

Tempo 60 wie in Thun?

Ob es damit getan ist? Könnte nicht eine Temporeduzierung auf 60 Stundenkilometer wesentlich zur Sicherheit beitragen? Wie etwa in Thun: Dort war im Bereich einer Baustelle auf der A 6 im vergangenen Jahr das Tempo auf 60 Stundenkilometer reduziert worden. Für Hansruedi Röthlisberger ist eine solche Tempobegrenzung von 80 auf 60 kein Thema. «Ich weiss nicht, ob dies das Problem lösen würde. Wenn sich die Autofahrer nur schon an Tempo 80 halten würden, wäre das Problem bereits entschärft. Probleme können einfach dann entstehen, wenn die Geschwindigkeitslimite überschritten und der Abstand zum vorderen Fahrzeug unterschritten wird.» Von der Unfallbilanz her habe man dort keine Schwierigkeiten. «Das Problem ist doch eher, dass die Autofahrer sogar beim Einfahren zu schnell sind.»

Konsequenz aus der Geschwindigkeitskontrolle vom Dienstag ist für Hansruedi Röthlisberger, dass es auch in Zukunft verstärkt Kontrollen im Baustellenbereich geben wird.

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