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STANS: Über Schuhberge in die Märchenwelt

Im Grimm-Märchen «Die zertanzten Schuhe» geht es ums Erwachsenwerden. Regisseur Ueli Blum – erstmals für die Märli-Biini im Einsatz – setzt auf eine musikalische Sprache. Am Samstag ist Premiere.
Marion Wannemacher
Regisseur Ueli Blum während der Probe im Gespräch mit zwei Spielerinnen. (Bild: PD (Stans, 12. September 2017))

Regisseur Ueli Blum während der Probe im Gespräch mit zwei Spielerinnen. (Bild: PD (Stans, 12. September 2017))

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ nidwaldnerzeitung.ch

Schuhe türmen sich auf bis zu zwei Meter hohen Haufen rechts und links der Bühne, Schuhe stapeln sich auch im Foyer des Theaters an der Mürg in Stans. An die 1300 Schuhe haben Nidwaldnerinnen abgegeben. In einer Ferienpassaktion hat Bé Barmettler sie mit Kindern verziert, Asylbewerber haben in einer Freiwilligenaktion geholfen. Die Requisiten lassen keinen Zweifel: Dieses Jahr geht es bei der Stanser Märli-­Biini um Schuhe, und zwar um zertanzte.

«Ich hab das Grimm-Märli sehr gern, es hat einen schönen doppelten Boden, ist sehr märlihaft und tiefenpsychologisch», schwärmt Regisseur Ueli Blum. Der Inhalt ist schnell erzählt: Nach dem Tod seiner Frau hat der Sonnenkönig Gesang und Musik verboten. Doch jeden Morgen finden sich zertanzte Schuhe seiner Töchter. Wer das Rätsel lösen kann, bekommt die Hand der jüngsten Tochter. Ob ein abgedankter Soldat nach einer langen Reihe erfolgloser Kandidaten hinter das Geheimnis kommt?

Hofstaat-Welt gegen die Welt des Waldes

Das Grimm-Märli spielt sich in zwei Welten ab. «Die Welt des Hofstaates steht für das Männliche, die der Waldwelt für das Weibliche, das Gefühl und für Träume», erklärt Blum. «Es geht ums Erwachsenwerden, um einen alleinerziehenden Vater und die Grenzen von Erziehung und Freiheit. Für mich als Künstler ist natürlich die Aussage bedeutend, dass Tanz und Musik, die Kunst, lebenswichtig sind», betont er. Auch funktioniere das Stück auf verschiedenen Ebenen und spreche gleichzeitig Erwachsene wie auch Kinder und Jugendliche an.

Mit rund zwei Dritteln Spielern, die noch nicht auf der Märli-­Biini gestanden haben, wagt sich der gestandene Regisseur an das Stück. Für diejenigen, die noch zur Schule gehen, sei das natürlich zeitlich eine Herausfor­derung. «Wir haben viele neue junge Spielerinnen, von denen ­einige bereits im Kollegitheater mitgespielt haben. Ich bin überzeugt, die können das gut.»

Das Stück hat Blum in Versen und mit vielen Reimen geschrieben. Der Schauspieler und Autor schätzt die Rhythmik im Versmass. «Die Sprache wird dadurch sehr musikalisch und verbindet sich mit der Musik und den Liedern, die Roman Glaser extra für das Stück komponiert hat», findet Blum. Das Auswendiglernen funktioniere dadurch für die meisten Spieler besser, dafür müssten sie sehr präzise sein.

Bühnenbildner Adrian Hossli arbeitet mit der Drehbühne, die beim «Zauberer von Oz» vor vier Jahren zum Einsatz kam. «So geht ein Bild fliessend ins andere über. Bei den tanzenden Pärchen ergibt sich eine doppelte Bewegung: Die Paare drehen sich und der Boden auch», schildert Blum. Und durch die Betonung des Tanzes kommt der Luzerner Choreografin Mariana Coviello eine grosse Bedeutung zu. Herausforderungen gebe es vor der Premiere noch einige. Direkt nach der Pause haben viele Personen nacheinander ihren Auftritt, einige von ihnen spielen gleich mehrere Rollen. Sie müssen sich rasend schnell umkleiden und in die Maske. Das braucht Routine.

Schon häufig ist der Regisseur, Schauspieler und Autor aus Bätterkinden bei Bern von der Märli-Biini angefragt worden – doch er hatte andere Engagements. Dieses Mal hat es geklappt. Die Zusammenarbeit mit der Märli-Biini schätzt Blum, der an vielen Theatern in der Schweiz und unter anderem in Norddeutschland gearbeitet hat. «Es ist schön, als Team zu arbeiten. Es ist wie eine Gruppe von Leuten, die auf eine Reise geht. Als Regisseur gibst du die Reiseroute bekannt. Und es ist immer wieder spannend, wo man landet.»

Hinweis

Premiere: Samstag, 23. September, um 20 Uhr im Theater an der Mürg in Stans. Weitere Aufführungsdaten: www.maerli-biini.ch

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