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STANS: Viktor Röthlins letzte Meter als Soldat

Für 143 Männer endete gestern die Militärzeit. So auch für Ex-Marathonläufer Viktor Röthlin. Manch einer gab seine Ausrüstung mit gemischten Gefühlen zurück.
Ein Dank von Kreiskommandant Martin Dudle-Ammann (rechts) an Viktor Röthlin. (Bild: PD)

Ein Dank von Kreiskommandant Martin Dudle-Ammann (rechts) an Viktor Röthlin. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

Tobias Lo Stritto aus Buochs ist richtig froh. Gerade hat er seine Waffen abgegeben, jetzt sind noch Schutzmaske, Tarnanzug, Helmüberzug und all die anderen Ausrüstungsteile, die er nicht behalten darf. Heute ist «Entlassung» im Zentrum für Bevölkerungsschutz, für 143 Soldaten aus dem Kanton Nidwalden bedeutet das den Abschied von der Armee. «Für mich ist das der schönste Tag meiner Militärzeit», sagt Lo Stritto und begründet gleich wieso: «Für mich ist es ein ‹Müssen› gewesen.» Der 30-Jährige hat seine RS-Zeit in Thun verbracht und war danach bei der Aufklärung an verschiedenen Orten. «Die Militärzeit war spannend, aber es gab auch viel Sinnloses», lautet seine abschliessende Bilanz.

Auch Prominenter wird entlassen

Das sieht lange nicht jeder so, ist sich Erika Walther vom Kreiskommando Nidwalden sicher. Sie ist die erste Anlaufstelle und registriert die ankommenden Soldaten. «Die Nidwaldner sind dem Militär gegenüber sehr positiv eingestellt», gibt sie sich überzeugt.

Sie kann auch einen sehr prominenten Soldaten in Empfang nehmen. Füsilier Viktor Röthlin wird aus seinem Dienst entlassen. «Für mich stimmt der Abschied so, und mit 41 Jahren gehöre ich ja eher zu den älteren Armeeangehörigen», sagt der ehemalige Spitzen-Marathonläufer. Seine RS-Zeit hat Röthlin in Stans absolviert. Später wurde er CISM-Athlet und nahm für die Schweizer Armee an internationalen Wettkämpfen teil. Höhepunkt war die Bronzemedaille über 5000 Meter an den Weltspielen in Zagreb. «Das war ein spezieller Moment», erinnert er sich. Auch jetzt ist Viktor Röthlin schnell: In der Kolonne der aufgebotenen Soldaten ist er einer der ersten.

Die Entlassung ist vorbildlich organisiert. Lange warten muss hier niemand. Die Schlange rückt stetig voran: Zuerst bekommen die Abtretenden ihr Dienstbüchlein, sie geben die Waffen ab, danach die übrigen Materialien. Am Ende gibt es einen persönlichen Handschlag und ein Dankeschön vom Kreiskommandanten ad interim, Martin Dudle-Ammann.

«Gnägi-Liebli» sind begehrt

Schlafsäcke und T-Shirts dürfen die scheidenden Soldaten behalten. Die sogenannten «Gnägi» mit Rollkragen seien sogar richtig beliebt. Auf das Sturmgewehr verzichten die allermeisten. Dieses Mal werden acht Sturmgewehre und vier Pistolen behalten, informiert Erika Walther. Dies geht unter der Voraussetzung, dass die Interessenten einen Waffenerwerbsschein vorweisen und im Fall der Sturmgewehre zwei Obligatorisch- und zwei Feldschiessen nachweisen für die letzten drei Jahre.

Ein Soldat schickt gar seine Ehepartnerin, ein anderer seine Mutter. Die absolviert den Durchlauf gleich zweimal: für ihren Sohn und für ihren Angestellten. Simon Herger hat eben noch die Soldaten auf dem Parkplatz eingewiesen. Er arbeitet im Zeughaus. Jetzt wird der 30-Jährige selbst aus dem Militärdienst entlassen. Herger war mit der Swisscoy im Kosovo. «Ich verbinde mit meiner Militärzeit Kameradschaft und Zusammenhalt.» Und Christoph Herzig, der froh ist, seine Militärzeit abzuschliessen, habe gar Freunde gefunden. Mit denen treffe er sich immer noch.

Tobias Lo Stritto an seinem letzten Tag im Militär, dem «schönsten», wie er sagt. (Bild: Marion Wannemacher)

Tobias Lo Stritto an seinem letzten Tag im Militär, dem «schönsten», wie er sagt. (Bild: Marion Wannemacher)

Christoph Herzig wird vollbepackt von Erika Walther vom Kreiskommando empfangen. (Bild: Marion Wannemacher)

Christoph Herzig wird vollbepackt von Erika Walther vom Kreiskommando empfangen. (Bild: Marion Wannemacher)

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