STANS: Viva Italia bei Gianni – gleich dreimal in Stans

Mit der Caffetteria da Gianni eröffnet Natale Scarlata seinen dritten Gastrobetrieb im Dorf. Angst, sich zu übernehmen, hat er nicht.

Marion Wannemacher
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Das Café Frei in Stans wird künftig die Caffetteria da Gianni. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Café Frei in Stans wird künftig die Caffetteria da Gianni. (Bild Corinne Glanzmann)

Marion Wannemacher

Seit drei Jahren hat Natale Scarlata neben dem Länderpark die Pizzeria da Gianni. Seit Februar betreibt er da, wo früher das Café Adler war, das Ristorante da Gianni. Und am 15. März eröffnet die Caffetteria da Gianni im früheren Café Frei. Hat Natale Scarlata nicht manchmal Angst vor dem eigenen Mut?

Lebenstraum: Restaurant

«Nein», antwortet er auf Italienisch, seine Tochter Giada übersetzt. «Das ist schon immer sein Traum gewesen», bestätigt sie. Ursprünglich habe der gebürtige Sizilianer bei seinem Bruder in der Pizzeria da Mario gearbeitet. Von klein auf habe er beim Grossvater immer in Restaurants gearbeitet, damals noch auf Sizilien. Gianni ist übrigens sein zweiter Name, mit dem er von klein auf von der Familie gerufen wird. Als Firmenlogo hat er die «Trinakria», Wahrzeichen auf der Flagge Siziliens, gewählt. Das Frauengesicht mit drei Beinen gewählt steht als Symbol für die Sonne oder den Lebensweg. In Italien habe die Familie nicht zusammenleben können, erklärt die 22-jährige Giada. Die Mutter habe mit ihr und ihren beiden jüngeren Geschwistern in Rom gelebt, während der Vater überall in Italien gearbeitet habe: in Ravenna, in Mailand, Florenz und Genua, teilweise im Gastgewerbe, teilweise als Elektriker.

Auf Sizilien habe er mal eine Bar betrieben, da habe man ihm aber Bedingungen aufzwingen wollen, die für ihn inakzeptabel gewesen seien, deutet Scarlata Schwierigkeiten mit der Mafia an. Er entschied sich, die Bar zu schliessen. «Schade», sagt er auf Deutsch. In Stans habe er solche Probleme nicht.

Von ehemaligen Besitzern gefragt

Vor 13 Jahren kam Natale Scarlata in die Schweiz, ein Jahr später seine Familie. Die Übernahme des ehemaligen Café Adler an der Stanserhornbahn im Februar sei zu Stande gekommen, nachdem dessen ehemaliger Chef ihn gefragt hatte, ob er den Betrieb nicht übernehmen wolle. Als sich sein Entschluss herumsprach, fragte ihn auch der Besitzer des Café Frei, Peter Frei, an. Nach einer Besprechung mit seiner 22-jährigen Tochter, die ihm ihre Hilfe zusagte, hatte er auch noch ein Ja für die Caffetteria da Gianni. Giada ist gelernte Fachfrau Gesundheit, ist aber in der Welt der Gastronomie aufgewachsen.

15 Angestellte samt der Familie

Zwei der vier Angestellten des Traditionsbetriebs, die im Service arbeiten, übernimmt er, einen Koch und einen Pizzaiolo stellt er zusätzlich ein. Insgesamt beschäftigt der 52-Jährige 15 Angestellte, die Familie mitgerechnet. Der Zusammenhalt in der Familie ist gross, mittwochs isst man miteinander, vorzugsweise Lasagne, wie nur «Mamma» sie kocht.

Der Patrone selbst ist in allen drei Betrieben anzutreffen: «Am Morgen um viertel nach sieben mache ich in der Pizzeria den Teig und die Tomatensosse, dann wird es weitergehen in die Caffetteria, wo ich Sandwiches herstelle, die meiste Zeit aber arbeite ich im Ristorante.»

Auch Glace-Produktion denkbar

Für alle drei Betriebe hat Natale Scalata ein klares Konzept: «In der Pizzeria gibt es hauptsächlich Pizza, aber auch Teigwaren und Menüs, das Ristorante ist eleganter mit dem Angebot von Fisch und Fleisch und Mehrgängern, und die Caffetteria bietet Sandwiches, Kaffee, Gipfeli, aber auch Italianità.» Arancine (kleine knusprige Reisbällchen mit Füllungen aus Hackfleisch oder Prosciutto und Mozzarella) wollen die Scarlatas anbieten, aber auch Pasta und Salate sowie Desserts wie Tiramisu. Denkbar sei auch die Produktion von Glace im Sommer, «das schauen wir noch», erklären beide. «Es wäre unser Traum.»

Zurzeit stapeln sich die frischgepolsterten Stühle auf den Tischen. Bis zur Eröffnung am 15. März gibt es jedenfalls noch ein bisschen zu tun: Die Wände werden frisch gestrichen und die Lampen ausgetauscht.