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STANS: Vor 20 Jahren begann im Weidli eine neue Ära

1997 wurde das Wohnhaus Weidli eröffnet – und ist seither eine Erfolgsgeschichte. Wohl auch darum, weil es mit der Zeit ging. Doch die Anfänge waren nicht einfach.
Das Organisationskomitee freut sich auf den grossen Tag (von links): Silvano Roth, Christoph Waser, Sandra Lucadamo, Edith Imboden, Stefanie Keil und Claudia Amstutz. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 23. August 2017))

Das Organisationskomitee freut sich auf den grossen Tag (von links): Silvano Roth, Christoph Waser, Sandra Lucadamo, Edith Imboden, Stefanie Keil und Claudia Amstutz. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 23. August 2017))

Sie leben in Wohnungen von zwei bis sechs Personen und übernachten in Einzelzimmern. Viele gehen tagsüber einer Arbeit nach. Auf den ersten Blick unterscheidet sich nichts von einer nor­malen WG. Doch im Wohnhaus Weidli in Stans leben 36 Erwachsene mit einer geistigen oder mehrfachen Beeinträchtigung in 12 Wohnungen. Sie werden entsprechend ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten begleitet und gefördert. Rund 60 Weidli-Mitarbeiter kümmern sich 365 Tage im Jahr um die Bewohner, helfen ihnen beim Aufstehen, bei der Morgentoilette und begleiten sie bei Bedarf durch den Tag. Einige Bewohner arbeiten in der stiftungseigenen Werkstätte oder Tagesstätte. 18 Klienten haben einen geschützten Arbeitsplatz in der Hauswirtschaftsabteilung oder engagieren sich im öffentlichen Café.

Der Bereich Wohnen ist mit dem Wohnhaus und den externen Wohnungen neben der Werk- und der Tagesstätte das dritte Standbein der Stiftung Weidli. Das Wohnhaus gibt es nun schon seit genau 20 Jahren. Diesen Sonntag wird das Jubiläum unter anderem mit Theater und Musik gefeiert. Das Wohnhaus ist für Bereichsleiter Silvano Roth nicht mehr aus dem Weidli-Angebot wegzudenken.

«Unsere Klienten müssten sonst bei Verwandten, in der Psychiatrie oder im Altersheim leben, auch wenn dies nicht in jedem Fall die richtige Wohnform wäre», erläutert er. «In der Stiftung arbeiten wir nach dem Konzept der funktionalen Gesundheit, das heisst, man mutet jedem Bewohner so viel eigene Aktivität wie möglich zu. Bei den einen fragen wir lediglich nach, ob er die Zähne geputzt hat, während Menschen mit grossen Beeinträchtigungen auf intensive Unterstützung angewiesen sind.»

Stanser setzten sich gegen Gemeinderat durch

Wohngruppen für Menschen mit Beeinträchtigungen kannte man schon vor der Eröffnung des Weidli-Wohnheims Ende August 1997 – nämlich an der Nägeli- und der Knirigasse und an der Buochser­strasse. Doch sie reichten nicht mehr, waren nicht rollstuhlgängig, und die dezentralen Standorte machten eine Betreuung aufwendig. Am 6. März 1986 wurde die Stiftung Behinderten-Wohnheim Nidwalden mit einem Gründungskapital von 190 000 Franken gegründet.

1988 konkretisierte der Stiftungsrat die Standortfrage und die Pläne für den Bau des Behindertenwohnheims. Er wollte das Gebäude auf der gemeindeeigenen Liegenschaft Milchbrunnen erstellen – gegen den Willen des Gemeinderates. Die Stanser sprachen sich an der Gemeindeversammlung 1989 trotzdem dafür aus, 3000 Quadratmeter Bauland im Baurecht im Weidli abzutreten.

Am 18. August 1995 war es so weit: Mit dem Spatenstich wurde der Startschuss für die Bauarbeiten gelegt, welche ihren Abschluss mit dem Einzug der ersten Bewohner am 1. April 1997 fanden. An die Baukosten von 14,5 Millionen Franken steuerte die Stiftung 2,5 Millionen Franken bei.

Die verschiedenen Wohnformen sind beliebt

In den vergangenen 20 Jahren haben sich die Zeiten geändert. «Die Gesellschaft begegnet heute Menschen mit Beeinträchtigungen auf Augenhöhe und integriert sie», weiss Silvano Roth. Auch hätten die Bewohner heute mehr Mitsprachemöglichkeiten. Verändert hat sich etwa auch die Zimmergrösse. Waren es vor 20 Jahren zwischen sechs und acht Personen in einer Wohnung, sind es heute noch zwei bis sechs. Die verschiedenen Wohnformen sind beliebt, zwischen acht und zehn Leute sind im Schnitt auf der Warteliste für einen Platz. Ausbaupläne für das Wohnhaus gibt es trotzdem keine. 22 Bewohner leben heute schon in externen Wohnungen, dieses Angebot wolle man künftig noch ausbauen. Trotzdem ist Silvano Roth überzeugt: «Das Wohnhaus wird es immer brauchen.»

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Das Jubiläumsfest an diesem Sonntag, 27. August, beginnt um 10 Uhr mit Alphornbläsern, Fahnenschwingern und dem Handorgelduo Marti-Odermatt. Erlebnisnachmittag im Festzelt ab 13.30 Uhr mit Vollgastheater Insieme Luzern, Duo ihäimisch, Rita und Franz Barmettler.

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