STANS: Wasser fliesst bald getrennt ab

Weitere Quartiere werden auf das Trennsystem umgestellt. Doch auch oberirdisch bleibt kein Stein auf dem anderen.

Matthias Piazza
Drucken
Teilen
Das Gebiet Nägeligasse, Knirigasse, St.-Klara-Rain: Hier fahren bei einem Ja an der Gemeindeversammlung bald die Baumaschinen auf. (Bild Matthias Piazza)

Das Gebiet Nägeligasse, Knirigasse, St.-Klara-Rain: Hier fahren bei einem Ja an der Gemeindeversammlung bald die Baumaschinen auf. (Bild Matthias Piazza)

Matthias Piazza

Ob Regen oder Abwasser: Alles fliesst in die Abwasserreinigungsanlage (ARA). Noch. Doch das soll sich bald ändern. Künftig soll das Regenwasser der Strassenflächen und von Teilen der angrenzenden Liegenschaftsentwässerungen nicht mehr in die Schmutzwasserleitung gelangen. Vielmehr soll unverschmutztes Regenwasser im Untergrund versickern. Dies sieht der Generelle Entwässerungsplan (GEP) Stans vor, der sich auf die Bundesgesetzgebung stützt.

Die Gemeinde will nun in der Nägeli­gasse, der Knirigasse und dem St.-Klara-Rain auf das Trennsystem umstellen. Das Projekt sieht vor, das anfallende Regenwasser via Drosselbauwerke, Schlammsammler, Mineralölabscheider sowie Filterschacht der unterirdischen Versickerungsanlage zuzuleiten. Die Schächte und Rinnen der Strassenentwässerung werden erneuert und an die im Strassenkörper der Kniri- und Nägeligasse neu zu erstellenden Regenwasserleitungen angeschlossen. Das Regenwasser des St.-Klara-Rains versickert grösstenteils vor Ort. Kostenpunkt: rund 1,8 Millionen Franken.

Gemeinderat Walter Odermatt schätzt, dass nach Abschluss des Projektes rund das halbe und bis in etwa zehn Jahren das ganze Gemeindegebiet getrennt entwässert wird. Zudem wird die bereits bestehende Schmutzwasserleitung saniert.

LED ersetzen Pilzleuchten

Im gleichen Atemzug plant die Gemeinde in diesen Quartieren die Versorgungsleitungen, Schieberanlagen und Hausanschlussleitungen zu erneuern. In der Nägeli- und Knirigasse sind zudem für 653 000 Franken neue Versorgungsleitungen geplant.

Auch oberirdisch wird gebaut. Energieeffiziente LED-Leuchten ersetzen «Pilzleuchten». Dafür müssen eine neue Schacht- und Kabelanlage gebaut sowie die Kandelaber neu platziert werden. Entlang der Nägeligasse sollen die Laternen bleiben. Sie wurden bereits auf LED-Technologie umgestellt. Der Gemeinderat rechnet mit Kosten von 160 000 Franken. Auch der Belag wird ersetzt, weil er schadhaft ist und das Ende der Lebensdauer überschritten hat, wie der Gemeinderat in der Botschaft schreibt. Das Unwetter vom vergangenen Juni hinterliess insbesondere an der Knirigasse weitere Schäden. Die heutige Oberflächengestaltung soll bei der Erneuerung übernommen werden. Die Natursteinbereiche werden wie im Dorfplatz mit Guber-Pflastersteinen ausgestattet, im Weiteren wird ein Plattenelement eingebaut, welches älteren Menschen das Gehen erleichtert. Die Gemeinde veranschlagt die Baukosten mit 475 000 Franken.

Für 37 000 Franken wird überdies der Fussweg vom Gstift-Tor zum Bauernhaus Gstift und weiter zur Knirigasse auf mindestens einen Meter verbreitert und mit Hartbelag versehen.

Grosse Herausforderung

«Die komplexen Bauarbeiten in den engen Gassen in gut einem halben Jahr auszuführen ist für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung», sagt Walter Odermatt zum 3-Millionen-Projekt. «Wir nutzen die einmalige Gelegenheit, alle Arbeiten in einem Zug durchzuführen.» Er spricht damit die umfangreichen Werkleitungsarbeiten an, die in der unteren Knirigasse und der östlichen Nägeligasse nötig sind, weil der Heizverbund Untere Kniri AG verschiedene Gebäude der Kirchgemeinde an das Fernwärmenetz anschliessen will. Dank der Koordination habe man auch die Kosten für alle Beteiligten verhältnismässig niedrig halten können.

Sagen die Stanser an der Gemeindeversammlung Ja zu diesen fünf Projekten, starten die Bauarbeiten unmittelbar danach. Es wird mit einer Bauzeit von sechs Monaten gerechnet. Der Einbau des Deckbelags erfolgt aus Qualitätsgründen ein bis zwei Jahre später.

Defizit budgetiert

Daneben stimmen die Stanser über ein Budget ab, das ein Defizit von 496 200 Franken aufweist – dies bei einem Aufwand von 39 Millionen und einem Ertrag von 38,5 Millionen Franken. Beim Aufwand stütze sich der Gemeinderat auf die absolut notwendigen Ausgaben für die Werterhaltung der Anlagen und Werke, heisst es in der Botschaft. «Aufgrund der angespannten Finanzlage sieht sich der Gemeinderat gezwungen, dabei auch notwendige Anpassungen an Infrastrukturen vorerst zurückzuhalten.»

Der Steuerfuss soll bei 2,45 Einheiten belassen werden.

In der Investitionsrechnung werden rund 2 Millionen Franken Ausgaben und 230 500 Franken Einnahmen erwartet, was einer Nettoinvestitionszunahme von 1,8 Millionen Franken entspricht. Für die Wasserrechnung erwartet der Gemeinderat für nächstes Jahr einen Ertragsüberschuss von 229 600 Franken (Aufwand 698 400, Ertrag 928 000 Franken).

Hinweis

Gemeindeversammlung: Mittwoch, 25. November, 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle Turmatt.