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STANS: Wenn der Schwan ein Zugvogel ist

Mit aufwendigen Sujets bereichern die Burgheckeler aus Ennetbürgen alle zwei Jahre die Fasnacht. Diesmal mit einem Wasser speienden Schwan.
Die Burgheckeler haben mehr als 100 Stunden in ihr tolles Sujet investiert. (Bild: Philipp Unterschütz / Neue NZ)

Die Burgheckeler haben mehr als 100 Stunden in ihr tolles Sujet investiert. (Bild: Philipp Unterschütz / Neue NZ)

Der majestätische Schwan mit seinem hoch erhobenen Haupt ist ein Blickfang auf dem fasnächtlichen Stanser Dorfplatz. Über drei Meter hoch reckt er seinen Styropor-Kopf, und aus dem Schnabel spritzt ab und zu eine Wasserdusche über die ahnungslosen Umstehenden. Beachtet würde er aber ohnehin.

Gebaut haben den Wagen die Familien Zimmermann und Fässler aus Ennetbürgen, die seit sechs Jahren als Fasnachtsgruppe Burg­heckeler aktiv sind. Die Männer und die vier Söhne haben sich in Jägerkostüme gestürzt, die Frauen mimen die gejagten Schwäne. «Rund 100 Stunden haben wir für den Wagen und die Kostüme investiert», erzählt Petra Fässler.

Die beiden Familien sind bestens gelaunt und freuen sich auf den bevorstehenden Umzug. Nach kurzer scherzhafter Verhandlung, wie viel Platz ihnen die Zeitung einräume, sind sie für Fotos bereit.«Wenn wir dafür den Obwaldnern Platz wegnehmen, ist das in Ordnung», lacht die Gruppe.

Von Schwänen betroffen

Ihr Sujet sei keineswegs politisch oder wertend gemeint, betont Petra Zimmermann. Es sei halt das Thema gewesen, über das man immer wieder gelesen und diskutiert habe. «Aber wir sind auch persönlich davon betroffen, weil wir nahe am See wohnen», sagt Petra Fässler. «Wenn die über unser Haus fliegen, lassen sie immer mal wieder Kot fallen.» «Besonders mühsam, wenn wir kurz vorher die Fenster geputzt haben», ergänzt Kollegin Petra Zimmermann mit einem Schmunzeln. Insofern sei die Sujetwahl diesmal leichter gewesen als auch schon und einstimmig gefallen. «Wir Frauen mussten nämlich auch schon gegen männerlastige Themen in unseren Familien ankämpfen», lacht Petra Fässler.

Der Weg ist nicht das Ziel

Es sei bereits Tradition geworden, dass die beiden Familien mit ihren Kindern alle zwei Jahre, wenn jeweils auch in Ennetbürgen der Umzug stattfinde, ein aufwendiges Sujet gestalteten. Vor vier Jahren waren sie mit einem Piratenschiff unterwegs, vor zwei Jahren in einem Fonduecaquelon und jetzt zwischen den Schwanenflügeln ausgerüstet mit Grill, Fonduerechaud und Getränken, insbesondere natürlich Kaffee «Schwanenbrunz». Und ebenso traditionell ist der Fussmarsch, der Wagen wird jeweils von Ennetbürgen nach Stans gezogen. «Rund anderthalb Stunden haben wir gebraucht, aber es wäre schneller gegangen, wenn die vorbeifahrende Polizei uns mit ihrer Anhängerkupplung geholfen hätte», lacht Martin Sigrist. Auf dem Dorfplatz erhält die Gruppe viele Komplimente für ihr Sujet. Am Sonntag geht es dann noch nach Ennetbürgen zum Umzug. Nach der Fasnacht wird der Wagen wieder abgebaut. Achse und Steuerung werden sie in zwei Jahren wohl wieder brauchen. Ob sonst noch was zurückbleibt? Könnte sein, der Fahnenmast vom ehemaligen Piratenschiff stehe jedenfalls immer noch im Garten.

Philipp Unterschütz

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