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STANS: Wenn es sein muss, räumen sie sogar ein Klavier weg

Während andere nach Hause torkeln, müssen sie zu Güselsack und Besen greifen. Die Putzequipe am Guuggen­überfall macht aber aus der Not eine Tugend.
Zwei fleissige Helfer der Putzequipe am Guuggenüberfall in Stans: Jonas Odermatt (links) und Yves Eberle. (Bild: André A. Niederberger / Neue NZ)

Zwei fleissige Helfer der Putzequipe am Guuggenüberfall in Stans: Jonas Odermatt (links) und Yves Eberle. (Bild: André A. Niederberger / Neue NZ)

Viele Fasnächtler, die am Guuggen­überfall in Stans etwas über die Stränge geschlagen haben, werden heute wohl mit einem zünftigen Kater erwachen. Einige vielleicht gingen bereits am frühen Morgen mit einem Kater ins Bett einem Muskelkater wohlgemerkt. Jedes Jahr nämlich werden Guuggen-Mitglieder zum Putzdienst «verknurrt». Und das gibt einen Haufen Arbeit. Spätestens um 7 Uhr in der Früh muss der Dorfplatz jeweils «wieder piekfein aussehen», sagt Cyrill Christen, OK-Chef des Guuggenüberfalls. «Der Zeitdruck ist gross, aber das schaffen wir.»

Sicher und sauber

Die Stanser Gemeindepräsidentin Beatrice Richard-Ruf bestätigt die Auflagen der Gemeinde. «In den vergangenen Jahren hat das jeweils gut geklappt.» Ein rasches Aufräumen ist nötig. Schliesslich darf es nicht wie auf einem Schlachtfeld aussehen, wenn die sittsam gebliebenen Stanser am Sonntagmorgen zur Messe gehen. «Auch die Sicherheit ist ein Thema», sagt die Gemeindepräsidentin. Will heissen: Weder Veloreifen noch Hundepfoten sollen etwa durch herumliegende Scherben in Mitleidenschaft gezogen werden.

Hilfe von Profimaschinen

Einer, der bereits in früheren Jahren Putzdienst geleistet hat und auch heuer wieder zu Güselsack und Besen greifen musste, ist Yves Eberle von der Guugge Hüdä Hädä aus Kehrsiten. Putzdienst am Guuggenüberfall stehe bei einem Fasnächtler natürlich nicht gerade zuoberst auf der Wunschliste. «Aber das gehört halt auch dazu.» Wirklich mühsam werde es nur, wenn sich der ganze Abfall mit Schnee oder Regen vermische. Dann seien die Pflastersteine auf dem Dorfplatz vor allem die Ritzen dazwischen – fast nicht sauber zu kriegen. Gottlob komme hier dann, sobald der gröbste Dreck weggeräumt ist, ein professioneller Putzwagen zu Hilfe. Dass eine Guuggenmusig nicht gerade zu jenen Vereinigungen zählt, in denen grossen Wert auf Abstinenz gelegt wird, dürfte gemeinhin bekannt sein. Innerhalb der Putzequipe habe man aber, so verrät Yves Eberle, «im Vornherein abgemacht, dass wir nicht gross trinken».

Nach Tagesanbruch gehts erst los

Bereits zum 8. Mal im Putzdienst eingeteilt und damit ein Meister seines Fachs – ist Jonas Odermatt von der Dallenwiler Guugge Ribi Häxä. Man höre und staune, was er dazu sagt: «Früher war es ein Müssen, heute ist es ein Dürfen.» Wie bitte? «Tatsächlich», sagt er lachend. Hartgesottene Nidwaldner Fasnächtler wissen: Wenn auf dem Stanser Dorfplatz bei Tagesanbruch langsam Ruhe einkehrt, ist der Guuggenüberfall noch lang nicht vorbei – in den warmen Dorfbeizen geht das gemütliche Zusammensein weiter. «Dann fängt das Fest erst richtig an – und ich bin dann topfit.» Manchmal staune er schon, was nach dem Guuggenüberfall so alles auf dem Dorfplatz liegen bleibe, sagt Jonas Odermatt. «Das Highlight war sicher ein ganzes Klavier.»

Adrian Venetz

Bilder: Mehr Impressionen vom Guuggenüberfall ab 13 Uhr unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

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