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Umfahrung Stans West kostet 15 Millionen Franken

Nachdem seit 40 Jahren immer wieder darüber diskutiert wurde, scheint es nun voranzugehen. Am Mittwoch legte der Kanton das Projekt für die Entlastungsstrasse Stans West öffentlich auf.
Philipp Unterschütz

In der jahrelangen Geschichte der Umfahrungsstrasse Stans West wurde am Mittwoch ein neues Kapitel eröffnet. Das Amt für Mobilität der Baudirektion Nidwalden hat das generelle Projekt (Vorprojekt) öffentlich aufgelegt. Bis am 3. August können die Planunterlagen bei der Gemeindeverwaltung Stans und bei der Baudirektion Nidwalden eingesehen werden. Das generelle Projekt legt die allgemeine Linienführung und den Strassenquerschnitt fest. Die Detailplanung des Ausführungsprojektes beginnt erst nach der Genehmigung des generellen Projektes durch den Landrat respektive durch die Stimmbürger von Nidwalden.

Bei der neuen Entlastungsstrasse Stans West geht es um einen neuen Kantonsstrassenabschnitt mit einer Länge von rund einem Kilometer. Er beginnt mit einem Kreisel an der Rotzlochstrasse bei der Gerbibrücke und führt dann parallel zum Trasse der Zentralbahn bis zu einem zweiten Kreisel bei der Ennetmooserstrasse im Gebiet «Fuhr». Die heutige Gleisanlage der Zentralbahn wird vom Strassenausbau der Entlastungsstrasse Stans West nicht tangiert.

Platz gibt es auf dem neuen Abschnitt auch für den Langsamverkehr. Geplant ist ein 2,5 Meter breiter Kombiweg, welcher den Fussgängern und Velofahrern gemeinsam zur Verfügung steht. Dieser Kombiweg soll durch einen 1 Meter breiten Grünstreifen von der Strasse abgetrennt angelegt werden.

Hoher Grundwasserspiegel verursacht Probleme

Laut Kantonsingenieurin Stephanie von Samson wird das Projekt rund 15 Millionen Franken kosten. «Allein 4 Millionen davon entfallen auf den Bereich bei Müller-Martini. Diese Zahlen basieren auf einer Studie, die Müller-Martini erstellt hat.» Es gehe um logistische Neuorganisationen, welche wegen des Projekts nötig seien. Aufgrund der engen Platzverhältnisse und den mangelnden Sichtweiten müsse die Hallenzufahrt mit den grossen Toren verschoben und deswegen die gesamte interne Erschliessung der Müller-Martini neu organisiert werden. Ein weiteres wichtiges Thema, das in der Kalkulation zu Buche schlägt, ist das Grundwasserproblem. Wegen des hohen Grundwasserspiegels muss das gesamte Strassenabwasser gesammelt und über eine Strassenabwasseranalage gereinigt werden.

Nach der Planauflage und den allfällig notwendigen Einigungsverhandlungen mit Einsprechern wird der Nidwaldner Regierungsrat dem Landrat beantragen, dem generellen Projekt und der Kreditbewilligung zuzustimmen. Nach einer Projektzustimmung durch den Landrat wird angesichts der Kosten, die über 5 Millionen Franken liegen, das Stimmvolk über das Projekt abstimmen müssen. Der Abstimmungstermin ist noch offen.

Regierung wollte mehrere Varianten prüfen

Ob das Vorhaben allerdings so über die Bühne gehen kann, wird sich erst zeigen müssen. Nur schon dem Planungskredit von 560000 Franken, den der Landrat Ende Mai 2016 genehmigte, gingen 40 Jahre lange Diskussionen voraus.

Die Regierung wollte noch 2016 mehrere Varianten der Entlastungsstrasse prüfen, um die bestmögliche auswählen zu können. Sie erinnerte daran, dass eine Volksabstimmung nötig sein würde. Der damalige Baudirektor Hans Wicki (FDP) hatte vergeblich argumentiert: «Die Volksabstimmung können Sie nur gewinnen, wenn Sie das Volk überzeugen, dass die richtige Variante vorliegt.» Der Landrat entschloss sich aber, allein die Linienführung der Entlastungsstrasse via Müller-Martini zu planen, und erteilte der Baudirektion den Auftrag, der nun aufgelegt wurde.

Gemeinde Stans dürfte nicht begeistert sein

Wenig Freude an der Auflage dürfte die Gemeinde Stans haben. Schon seit langem hatten sich Vertreter der Gemeinde gegen einen Entscheid gewehrt. Ihnen ging es darum, zuerst das Siedlungsleitbild zu überarbeiten und ein Verkehrskonzept zu erstellen. Diese Papiere liegen allerdings bis heute noch nicht vor.

Es sei befremdlich, dass der Landrat Druck auf Stans West mache und die Gemeinde aussen vor lasse, hiess es im Oktober 2015 im Landrat. «Es sollte jedem einleuchten, dass Siedlung und Verkehr aufeinander abgestimmt werden müssen. Man baut keine Strasse durch grünes Gebiet, ohne zu wissen, wie sich die Gemeinde entwickeln wird», sagte die damalige Gemeindepräsidentin Beatrice Richard-Ruf (FDP) im Landrat.

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