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STANS: Widerstand gegen Recycling-Anlage

Gegen die geplante Aufbereitungsanlage regt sich Widerstand. Mit einer sogenannten Planungsinitiative wollen drei Stanser an der Gemeindeversammlung eine Umzonung bewirken.
Matthias Piazza
Angrenzend an Müller Martini (Bildmitte) will die Zimmermann Transport AG eine Recycling-Anlage errichten. (Bild: M. von Rotz (Stans, 21. Juni 2017))

Angrenzend an Müller Martini (Bildmitte) will die Zimmermann Transport AG eine Recycling-Anlage errichten. (Bild: M. von Rotz (Stans, 21. Juni 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Die Stanser stimmen an der nächsten Gemeindeversammlung vom 22. November auch über die Planungsinitiative Galgenried ab. Hinter diesem abstrakten Begriff steckt die Absicht, Pläne der Zimmermann Transport AG zu verhindern. Diese will auf dem Areal der Müller Martini eine Aufbereitungsanlage bauen, die vor allem mineralische Stoffe wie Kies, Aushub und Beton verwertet. Falls die Gemeindeversammlung der Planungsinitiative und in einem weiteren Schritt ­der Umzonung von der Industrie- ­­ in die Gewerbezone zustimmt, ­würde die Realisierung der ­Bauschuttrecycling-Anlage am Standort Galgenried laut Initianten verunmöglicht.

Initiiert haben diese Planungsinitiative die drei Stanser Bürger Pascal Engelberger, Walter Odermatt und Markus Zbinden. Auch wenn sie teilweise als Nachbarn unmittelbar von den Auswirkungen betroffen wären, gehe es ihnen nicht um Einzel­interessen, sondern um das Mitspracherecht des Volkes und die Zukunftsperspektiven der Gemeinde Stans, betonen sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

«Ist wie eine Faust aufs Auge»

«Diese Recycling-Anlage unter freiem Himmel passt überhaupt nicht in dieses Naherholungsgebiet, ist wie eine Faust aufs Auge und wäre unzumutbar für ­Freizeitaktivitäten und den Tou­rismus. Aufgrund der Wohnentwicklung von Stans in Richtung Länderpark ist die Industriezone Galgenried heute zudem nicht mehr zeitgemäss», begründet Anwohner und Mitinitiant Markus Zbinden den Widerstand.

Auch der Stanser alt Gemeinderat und SVP-Landrat Walter Odermatt ist gegen die Anlage und ergänzt: «Die negativen Auswirkungen der Anlage mit Raupenbagger sowie mobilen Brech- und Siebanlagen betreffen nicht nur die diversen Nachbarquar­tiere. Ganz Stans würde von den Immissionen (Lärm und Staub) und dem Mehrverkehr betroffen sein. Ein solches Werk gehört nicht auf die grüne Wiese.»

Die drei Initianten wissen, dass sie mit ihrem Anliegen auf grosse Sympathien stossen. «Wir haben mit vielen Leuten gesprochen. Der Standort Galgenried wird von allen als ungeeignet für eine Recyclinganlage erachtet», sagt Pascal Engelberger. Um die Bevölkerung zu informieren und dem Anliegen an der Gemeindeversammlung Gewicht zu geben, lancierte das gemäss eigenen Angaben parteiunabhängige Komitee eine fakultative Unterschriftensammlung. «Es sind über den Sommer während der Ferien schon über 150 Unterschriften ­zusammengekommen, nicht nur aus Stans, auch aus umliegenden Gemeinden. Dies zeigt uns, dass das Thema die Leute bewegt.» An einer Informations- und Unterschriftenaktion auf dem Stanser Dorfplatz am 30. September rechne er mit nochmals viel Unterstützung und weiteren Unterschriften. Die positiven Rückmel­dungen aus der Bevölkerung stimmten ihn und seine Kollegen aus dem Komitee zuversichtlich, die Abstimmung an der Gemeindeversammlung zu gewinnen.

Das Volk soll das letzte Wort haben

So oder so: «Uns ist wichtig, dass die Stanserinnen und Stanser ein Mitspracherecht erhalten und über eine Recyclinganlage mit solch erheblichen und langfristigen Auswirkungen im November abstimmen dürfen, auch wenn wir natürlich ein Nein akzeptieren würden», hält Pascal Engelberger fest. Das Gebiet sei vor über 40 Jahren für einen landwirtschaftlich geprägten Gewerbebetrieb als Industriezone eingezont worden, zu einer Zeit, als man das Bedürfnis nach solchen Recyclinganlagen noch gar nicht kannte. «Nun geht es darum, mit der Korrektur sicherzustellen, dass uns das beliebte Naherholungsgebiet erhalten bleibt. Eine solche Anlage im Galgenried wäre eine raumplanerische Sünde für jetzt und die zukünftigen Generationen.»

Walter Odermatt hofft für die Lösung des Standortproblems der Firma Zimmermann auf die Unterstützung des Kantons. «Der Kanton sollte der Firma bei der Suche nach einer geeigneten Parzelle für die Betriebserweiterung behilflich sein, die auch näher am Firmensitz bei der Kreuzstrasse wäre. Das ist auch der primäre Wunsch der Firma Zimmermann. Aus der Not ins Galgenried zu gehen, ist einfach keine Lösung.»

«Diesem demokratischen Prozess stellen wir uns»

Die Zimmermann Transport AG begründet ihr Vorhaben damit, dass sie an ihrem jetzigen Standort in Buochs aus Platzgründen nur sehr wenige Materialien verarbeiten könne und es trotz intensiver Suche unmöglich scheine, im Kanton Nidwalden geeignetes Bauland zu finden. Von der Planungsinitiative habe man Kenntnis genommen. «Diesem demokratischen Prozess stellen wir uns», meint Geschäftsleiter und Inhaber Reto Zimmermann auf Anfrage. «Allerdings stösst unser Bauvorhaben nicht nur auf Widerstand. Ein grosser Teil der Bevölkerung hat auch Verständnis dafür, dass eine solche Anlage in unserer Gesellschaft notwendig ist und Platz haben muss.» Die Lastwagen würden keine Wohnzonen passieren, die Nachbarn befänden sich mindestens rund 250 Meter entfernt und würden durch einen 3 Meter hohen Erdwall und zusätzliche Bäume geschützt.

«Zudem gehen wir davon aus, dass selbst bei einer allfälligen Umzonung unser Bauvorhaben weiterhin zonenkonform wäre.» Weiter gibt Reto Zimmermann zu bedenken: «Wäre eine solche Anlage in Ennetmoos, wären die Auswirkungen auf die Gemeinde Stans massiv höher.»

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