STANS: Will Pilatus an die Börse?

Der Flugzeugbauer prüft laut einem Insider einen Börsengang. Mit dem Erlös soll die Produktion des neuen Düsenjets PC-24 beschleunigt werden.

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Der PC-24 der Pilatus Flugzeugwerke. Bild: PD

Der PC-24 der Pilatus Flugzeugwerke. Bild: PD

Der Stanser Flugzeugbauer bereitet Insidern zufolge einen Börsengang vor. Pilatus könnte bereits 2017 sein Debüt am Aktienmarkt geben, erklärten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei dürfte Pilatus auf eine Bewertung von bis zu 3 Milliarden Franken kommen. Die Vorbereitungen befinden sich angeblich noch in einem frühen Stadium. Pilatus sei im Austausch mit Beratern, darunter auch mindestens einer grossen Schweizer Bank.

Mit dem Erlös aus dem Börsengang will Pilatus laut den Insidern das Wachstum und insbesondere die Serienproduktion des neuen Düsenflugzeuges PC-24 finanzieren. Die ersten Exemplare werden Firmenangaben zufolge Ende 2017 an die Kunden ausgeliefert. 84 Stück à 8,9 Millionen Franken hat Pilatus innert Rekordzeit verkauft. Damit ist die Produktion des Fliegers bis Ende 2019 ausgelastet. Der Break Even ist damit aber noch lange nicht erreicht. Insgesamt hat Pilatus bis jetzt rund eine halbe Milliarde in die Entwicklung des neuen Fliegers investiert.

«Wir geben zum Reuters-Artikel keinen Kommentar ab», sagt Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident der Pilatus Flugzeugwerke, auf Anfrage. Auch der Grossaktionär des Unternehmens, die Holding-Gesellschaft IHAG der Oerlikon-Gründerfamilie Bührle, wollte keine Stellung nehmen.

Die Gerüchte über einen Pilatus-Börsengang sind nicht neu. Lange wurde darüber spekuliert, bis Schwenk 2009 den Gerüchten ein Ende setzte. «Ein Börsengang ist vom Tisch», sagte er dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz». Die Situation damals ist vergleichbar mit heute. Nach Rekordjahren ist 2016 ein schwieriges Jahr. Pilatus rechnet mit einem Umsatz- und Gewinneinbruch. Dies ist in einer Branche, deren Geschäft von Schwankungen geprägt ist, nicht ungewöhnlich. Auch finanziell müsste sich Pilatus keine Sorgen machen: Ende Geschäftsjahr 2015 hatte Pilatus laut Schwenk eine Milliarde Franken auf der Seite.

Roman Schenkel
roman.schenkel@luzernerzeitung.ch