STANS: «Wir unterstützen Benachteiligte»

Kiwanis Nidwalden wird 25 Jahre alt. Am Jubiläumsanlass will sich der Service-Club der Öffentlichkeit präsentieren – und Vorurteile abbauen.

Interview Matthias Piazza
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Heinz Lehmann, Präsident des Kiwanis-Clubs Nidwalden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Heinz Lehmann, Präsident des Kiwanis-Clubs Nidwalden. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Am 25. Juni 1988 war es so weit. Nidwalden bekam «seinen» Kiwanis-Club. Im Interview erklärt der diesjährige Präsident Heinz Lehmann (58), wie die Öffentlichkeit vom Club profitiert, wer aufgenommen wird und warum Frauen nicht zugelassen sind.

Kiwanis – vielen ist dieser Begriff wohl unbekannt: Können Sie in wenigen Sätzen erklären, was Sinn und Zweck dieses Service-Clubs ist?

Heinz Lehmann: Bei Kiwanis Nidwalden engagieren sich rund 34 Männer, vor allem Unternehmer oder Kadermitglieder aus der Wirtschaft, für das Wohl von Kindern und Jugendlichen.

Wie sieht denn das Engagement konkret aus?

Lehmann: Wir lancierten zum Beispiel das Projekt «Kinder machen Kunst». Sechs Künstler führten je sechs Kinder in die Welt der Kunst ein, gestalteten mit ihnen Kunstwerke, die dann an einer Vernissage ausgestellt wurden. In diesem Jahr unterstützen wir auch das Jugendkulturhaus Senkel in Stans mit einem namhaften Betrag. Das Engagement im Senkel führen wir in den nächsten Jahren fort. Ebenfalls dieses Jahr werden wir «Das Haus für Volksmusik» in Altdorf namhaft unterstützen. Beim Chinderopenair Stans sind wir mit einem Kinderkarussell präsent.

Wie entscheiden Sie, wen Sie unterstützen?

Lehmann: Die Gesuche besprechen wir im Vorstand. Ein Kriterium ist, dass sie in unser Anforderungsprofil passen. Unser Schwerpunkt liegt bei den Jugend­lichen, weil die mehr Mühe haben, eine Unterstützung zu erhalten als zum Beispiel Kinder.

Was ist Ihre Motivation, dem Kiwanis-Club anzugehören?

Lehmann: Wir sind ja alle in führenden Positionen in der Wirtschaft oder selbstständige Unternehmer. Wir sind wirtschaftlich privilegiert, stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Kiwaner wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben. Wir unterstützen Benachteiligte. Dieses Engagement gab den Ausschlag, dass ich vor sechs Jahren dem Club beitrat, als ich angefragt wurde.

Wie muss man sich das Innenleben des Kiwanis-Clubs vorstellen?

Lehmann: Wir treffen uns zweimal im Monat im Restaurant Linde. Das ist seit Beginn unser Stammlokal, weil Gründungsmitglied Herbert Huber damals dort wirtete. Wir tauschen uns gegenseitig aus, führen angeregte Gespräche und geniessen die hochstehenden, interessanten Fachvorträge. Sogenanntes Netzwerken, zum Beispiel das gegenseitige Zuschanzen von Aufträgen für unsere Unternehmen, steht bei uns aber nicht im Vordergrund. Und wir verstehen uns auch nicht als elitären Zirkel. Bei uns sind alle Branchen vertreten – vom Handwerker bis zum Banker.

Aber einfach so kann man schon nicht in den Kiwanis-Club beitreten.

Lehmann: Das ist richtig. Bei uns kann sich niemand «bewerben», er wird empfohlen. Wenn ein Monat nach einer Empfehlung kein Mitglied einen Einwand äussert, ist er akzeptiert und kann dann entscheiden, ob er zu uns stossen will.

Viele Kiwanis-Mitglieder sind jüngeren Semesters – keine Nachwuchsprobleme also?

Lehmann: Wir wollen nicht zu einem Altherrenclub werden. Darum bemühen wir uns, auch jüngere, sprich unter 40-Jährige, aufzunehmen. Das gelingt uns gut. Wir achten allerdings auch darauf, nicht zu stark zu wachsen, und sind darum zurückhaltend mit Zuwachs.

Frauen sind nicht zugelassen.

Lehmann: Wir haben das Gefühl, Frauen würden sich in unserem männerdominierten Club nicht wohl fühlen. Würden wir den Club heute gründen, wären Frauen sicher dabei. Natürlich haben wir jedes Jahr diverse Anlässe, an denen unsere Partnerinnen ebenfalls teilnehmen. In anderen Kantonen gibt es auch gemischte oder reine Frauen-Clubs bei Kiwanis.

Wie hat sich der Club in den vergangenen 25 Jahren gewandelt?

Lehmann: Früher unterstützten wir vielleicht eher Einzelschicksale, heute eher Jugendorganisationen. Ansonsten ändert sich an unseren Zielsetzungen nichts.

Am Samstag feiern Sie das Jubiläum mit der Öffentlichkeit. Wie wichtig ist Ihnen Öffentlichkeitsarbeit?

Lehmann: Wichtig. Wir wollen den Leuten zeigen, wofür wir uns alles einsetzen, und dabei auch zeigen, dass wir nicht elitär sind.

Hinweis

Morgen Samstag feiert Kiwanis Nidwalden das 25-Jahr-Jubiläum mit der Öffentlichkeit – um 17 Uhr mit einer Jodlermesse in der Pfarrkirche Stans, um 18 Uhr mit Apéro auf dem Dorfplatz.