STANS: Wird Tempo 30 eingehalten?

Stans führte vor einigen Monaten auf mehreren Strassen Tempo 30 ein. Eine erste Bilanz ist positiv, doch Kontrollen folgen erst noch.

Drucken
Teilen
Tempo-30-Zone beim Schulhaus Turmatt in Stans. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Tempo-30-Zone beim Schulhaus Turmatt in Stans. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Auf knapp 20 Quartierstrassen in Stans herrscht seit einiger Zeit Tempo 30. «Die Erfahrungen sind gut», zieht Gemeinderat Peter Kaiser eine erste Bilanz. Er habe viele positive Echos erhalten. «Viele Leute haben gesagt: ?Zum Glück ist endlich etwas gemacht worden?.» 

Auf der anderen Seite seien auch einige wenige negative Rückmeldungen eingegangen. «Sie stellen die Temporeduktion nicht grundsätzlich in Frage, sondern stören sich vielmehr an den Steinpollern», so Gemeindevize­präsident Kaiser. Die im Boden verankerten Poller dienen vor allem dazu, bei Ein- und Ausfahrten in den Tempo-30-Zonen den Verkehr zusätzlich zu besänftigen, um das Risiko einer Kollision noch mehr einzudämmen. «Es ist immer ein Abwägen. Die einen schauen es als Hindernis an, wir als Sicherheitsfaktor», sagt Kaiser. «Wir lassen aber mit uns reden und schauen mit Betroffenen mögliche Alternativen an.»

Kontrollen werden kommen
Wird denn Tempo 30 auch eingehalten? Diese Frage komme zu früh, entgegnet Peter Kaiser. «Die Strassenbenützer sollen sich erst mit der Änderung anfreunden können. Dies geht nicht von einem auf den anderen Tag, wenn man vorher jahrelang etwas anderes gewohnt war», gibt er zu verstehen. Klar ist aber auch: Es wird noch in diesem Jahr Tempomessungen geben, «schliesslich wollen wir herausfinden, ob sich die Massnahmen bewähren». Der Autofahrer kann dabei anhand einer elektronischen Anzeigetafel gleich selber schauen, ob er die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h einhält oder nicht. Radarkontrollen seien derzeit keine geplant, aber zu einem späteren Zeitpunkt denkbar. Dies werde dann allerdings Aufgabe der Polizei sein, so Gemeindevizepräsident Kaiser.

Unfälle bisher Fehlanzeige
Unfälle, die mit der Einführung von Tempo 30 zusammenhängen könnten, sind dem Stanser Gemeinderat bislang keine zu Ohren gekommen. Oder aus der anderen Warte: Die Massnahme, die Geschwindigkeit in Quartieren zu drosseln und damit in erster Linie Fussgänger und Velofahrer zu schützen, treigt bereits Früchte. Dabei scheinen die Autolenker auch mit den neu angebrachten Signalisationstafeln zurechtzukommen. Diese sind auf breiten Strassen in der Fahrbahn montiert, sodass sie umfahren werden müssen. Nicht ohne Grund. «Die Strasse wird für die Fahrzeugführer optisch eingeengt und zwingt dazu, die Geschwindigkeit zu drosseln», erklärt Peter Kaiser.

Als Nächstes Tempo 20
In einem nächsten Schritt will der Gemeinderat die so genannten Begegnungszonen (Tempo 20) einführen. Der Unterschied zu Tempo 30: Die Fussgänger haben Vortritt. Tempo 20 ist in der Region Nägeligasse/Knirigasse/St.-Klara-Rain und im Bahnhofbereich vorgesehen. Die Umsetzung soll laut Peter Kaiser noch im 2008 erfolgen.

Oliver Mattmann

Mehr zum Thema in der Neuen Nidwaldner Zeitung vom Montag.