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STANS/AARAU: Spitzenrang ist Balsam gegen Schmerzen

Verdienter Lohn für eine gewaltige ­Leistung: Michael Achermann aus Stans holte sich am Gigathlon am Wochen­ende die Silber­medaille.
Philipp Unterschütz
Michael Achermann unterwegs mit dem Mountainbike am Gigathlon. (Bild: Alphafoto.com)

Michael Achermann unterwegs mit dem Mountainbike am Gigathlon. (Bild: Alphafoto.com)

«Ich habe extrem Muskelkater, bin sehr müde, und meine Füsse sind geschwollen. Ich habe so viele Blasen, an geschlossene Schuhe ist nicht zu denken.» So fühlt sich Michael Achermann (26) aus Stans. Einen Tag, nachdem er sich am vergangenen Wochenende die Silbermedaille der Kategorie «Single Men» im Gigathlon im Aargau erkämpft hat. Eine Gewaltleistung: 406 Kilometer und 7100 Höhenmeter hat er in 19 Stunden von Freitagabend bis am Sonntag zurückgelegt. Auf dem Rennvelo, dem Mountainbike und mit Schwimmen, Inlineskaten und Laufen. Vier Kilo hat er verloren, rund 30 Liter Flüssignahrung und Getränke zu sich genommen. «Der Gigathlon selber war sicher nicht gesund für den Körper, dafür aber die Vorbereitung umso mehr», schmunzelt Achermann. Es sei schwierig, zu erklären, warum er sich das antue. Man müsse das selber erlebt haben, wie es sei, wenn man eine solche Leistung geschafft habe. «Es reizt mich halt, an die Grenzen zu gehen und herauszufinden, was der Körper zu leisten vermag. Das hat durchaus Suchtpotenzial.»

Die Erwartungen weit übertroffen

So gingen nach dem letzten Zieleinlauf zuerst die Emotionen hoch, Michael Achermann fühlte sich gut, noch voller Adrenalin von der letzten Anstrengung mit dem Ziel vor Augen. «Aber als ich mich hinsetzte, gingen dann schon bald die Schmerzen los», erzählt Achermann. Obwohl er als «Einzelkämpfer» zum ersten Mal an einem Gigathlon gestartet war und mit dem zweiten Platz seine Erwartungen übertroffen hat, hätte gar nicht viel zum Sieg gefehlt. «Gut 15 Kilometer vor dem Ziel war ich sogar in Führung. Aber dann zog der Sieger (Roman Krebs, BE, Anm. d. Red.) davon, und ich konnte nicht mehr mithalten.» Krebs und auch andere Mitfavoriten sind älter als Achermann – für Laien erstaunlich. «Man ist erst über 30 im besten Ausdauer-Alter», erklärt er und schmunzelt, er habe also noch einige Jahre Zeit, um besser zu werden und zu gewinnen.

Den eigenen Körper spüren

Zudem spielen im Gigathlon die Erfahrung und Strategie eine ganz wichtige Rolle. Man müsse extrem auf den Körper achten. Dieses Körpergefühl hat sich Achermann in unzähligen Trainingsstunden angeeignet. Seit Anfang Jahr hat er über 8000 Kilometer zurückgelegt, vorwiegend auf dem Velo.

Die 4000 Teilnehmer seien unter dem Motto «Discover History» durch die schönen Bezirke des Aargaus unterwegs auf einer sportlichen Entdeckungsreise, schrieben die Veranstalter vor dem Anlass. Michael Achermann lacht, von der Landschaft bekäme man nur in den hinteren, gemütlicheren Reihen etwas mit. «Wer vorne dabei sein will, muss darauf achten, wie der Körper funktioniert. Man ist mit einer Art Tunnelblick unterwegs.» Am härtesten sei am Samstag der Abschnitt mit dem Rennvelo bei über 30 Grad Hitze gewesen. «Da habe ich gelitten, ich hatte extremes Fussbrennen und musste meine Füsse fast in jedem Brunnen abkühlen.»

Nächste Prüfung wartet schon

An seine Grenzen ist er nie gestossen. Es wäre aber ein Fehler gewesen, wenn er die Sache schneller angegangen wäre, meint Achermann. «Das hätte ich sicher gebüsst. Ich mahnte mich immer, es kommt noch viel, vor allem der Lauf am Schluss. Wenn die Energie nämlich runtergeht, ist es passiert, dann ist es vorbei.» Es gebe nur eine wirksame Strategie: die eigenen Taktik zu verfolgen und nicht auf die anderen zu schauen.

Und auch wenn ihm heute noch nicht danach ist, sich für einen weiteren Anlass anzumelden – die nächste Herausforderung wartet schon. Michael Achermann bestreitet Ende August den ­Inferno-Triathlon: Von Thun gehts mit Schwimmen, Laufen und per Velo aufs Schilthorn.

Philipp Unterschütz

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