STANS/ENGELBERG: «Es war wie eine Fahrt auf der Achterbahn»

Im vergangenen Jahr ging es für Jaap Super heftig auf und ab. Doch am Schluss steht der beliebte Gastgeber wieder ganz oben und freut sich über ein neues Leben.

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Japp Super (rechts) mit Direktor Manolito Birrer im Hotel Waldegg. (Bild: Corinne Glanzmann (13. Dezember 2016))

Japp Super (rechts) mit Direktor Manolito Birrer im Hotel Waldegg. (Bild: Corinne Glanzmann (13. Dezember 2016))

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ nidwaldnerzeitung.ch

«Ich habe fast den Boden unter den Füssen verloren.» Für Jaap Super brachte das Jahr 2016 im Spätsommer eine böse Überraschung. Er habe irgendwie schon am Jahresanfang ein ungutes Gefühl gehabt, sagt Super – und so kam es auch. 12 Jahre hatte er mit viel Herzblut als Pächter und Gastgeber das Hotel Stans Süd geführt. Dann wurde die Liegenschaft im Sommer verkauft.

Zwar hatte er eine Option zur Verlängerung des Pachtverhältnisses um weitere sieben Jahre. Doch die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) als neue Besitzer liessen ihn unmissverständlich wissen, dass vorerst keinerlei Investitionen in die Liegenschaft getätigt würden. «Das war der Genickschlag. Denn ohne Renovationen konnte ich den Vertrag unmöglich zu den verlangten Konditionen verlängern», erzählt Super, der schweren Herzens auf die Option verzichten musste und damit kurz vor Jahresende auf der Strasse stand. Doch nicht zuletzt ein Beitrag im Oktober in unserer Zeitung brachte den in Nidwalden beliebten und bestens bekannten Holländer wieder auf die Sonnenseite des Lebens.

In Engelberg las Manolito Birrer, Inhaber und Direktor des Hotels Waldegg, vom Schicksal seines Berufskollegen. Er kannte Jaap Super von einer früheren Zusammenarbeit, meldete sich bei ihm, und nach einem Treffen stand fest: Jaap Super arbeitet ab 1. Januar 2017 im Engelberger Hotel Waldegg als Vizedirektor und Stellvertreter von Manolito Birrer (wir berichteten).

Sein Alter interessierte nicht

«Das ist wie ein Lottosechser für mich. Ein toller Betrieb, familiär geführt, im schönen Engelberg, das ich sowieso mag. Eine Traumstelle», schwärmt Jaap Super. «Als ich die Stelle erhielt, habe ich gedacht, es gibt halt doch Glücksengel.» Letztlich ­habe ihm das Jahr eine deutliche Verbesserung gebracht, «es war wie eine Fahrt auf der Achterbahn». Und es habe ihn besonders gerührt, dass der deutlich jüngere 35-jährige Manolito Birrer ihm gesagt habe, sein Alter interessiere ihn nicht, verrät der 51-jährige Jaap Super und lacht. «Ich fühle mich ja auch selber wie 30. Aber im Ernst, jetzt fängt für mich ein neues Leben an.»

Er freue sich auf die Zusammenarbeit, und er könne sich auch bestens unterordnen. Und Jaap Super wäre nicht er, wenn er nicht noch einen schalkhaften Spruch bereit hätte: «Ich bin weiterhin über dieselbe Stanser Autobahnausfahrt in Engelberg erreichbar.» Er hoffe sehr, dass ihn viele seiner bisherigen Gäste auch im «Waldegg» besuchten. Wohnen werde er übrigens weiterhin in Stans. Besonders freut sich Jaap Super auch, dass all seine Mitarbeiter im Hotel Stans Süd neue Stellen gefunden haben.

Und wie stehts mit den Vorsätzen fürs neue Jahr? «Vielleicht ein bisschen mehr Sport», sagt Super. Er fasse sich aber eigentlich nie Vorsätze fürs neue Jahr. «Für unsere Welt hoffe ich auf mehr Frieden. Es sind viele ‹Spieler› an der Macht, das macht mir schon etwas Sorgen. Für mich selber wünsche ich mir Gesundheit – und dass sich meine positive Lebenseinstellung nicht ändert.»