Stanser Autor: «Ich werde nie so berühmt wie meine Wellensittiche»

Unser «Ich meinti»-Autor Christian Hug hat 160 seiner Kolumnen in Sammelbänden herausgegeben.

Martin Uebelhart
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Nicht wenige seiner Geschichten drehten sich um seine Vögel.

Nicht wenige seiner Geschichten drehten sich um seine Vögel.

Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 28. November 2019)

Zuerst müssen wir die Frage der Wellensittiche klären, mit denen sich – es sind ausgestopfte Exemplare – «Ich meinti»-Autor Christian Hug hat ablichten lassen. «Heute haben wir keine Vögel mehr, doch früher hatten wir vier Wellensittiche, die sich bei offenem Käfig frei im Wohnzimmer bewegen konnten», erzählt Hug im Gespräch. Es komme vor, dass er bei einer Vorstellungsrunde als «der mit den Wellensittichen» bezeichnet werde. «Dann wissen alle sofort, wer ich bin. Und ich weiss: Ich werde nie so berühmt wie meine Wellensittiche.»

Die Vögel sind auch in einigen seiner «Ich meinti»-Kolumnen, die seit 2002 regelmässig in unserer Zeitung erscheinen, Thema. «Es ist fantastisch zu beobachten, wenn vier Vögelchen miteinander interagieren», sagt der Tierfan.

Nur eine Figur hat er je erfunden

Augen auf, nachdenken, neugierig sein: Das sind für den 54-jährigen Stanser die Voraussetzungen, um Ideen für seine Kolumnen zu finden. «Ich muss mir die Geschichten nie ausdenken, so schräg sie manchmal sein mögen», hält er fest. Nur eine einzige Figur habe er je erfunden, gibt er zu. «Ich erhalte viele Reaktionen auf die Kolumnen und sie sind durchgehend positiv», freut er sich. «Wenn am Freitag ein ‹Ich meinti› erscheint und am Samstag ist Wochenmarkt im Dorf, kommen immer wieder Leute auf mich zu, die mir sagen, sie hätten den Text gerne gelesen.» Das gebe ihm eine schöne Verbundenheit mit den Leuten. Die immer wiederkehrende Frage, ob es denn die «Ich meinti» nicht gesammelt gebe, habe ihn schliesslich dazu gebracht, das Projekt zu wagen.

«Wenn ich deswegen regelmässig angegangen werde, sollte sich das auch verkaufen lassen», meinte er. Das Resultat sind vier kleine Büchlein, in denen insgesamt 160 Kolumnen chronologisch publiziert sind – die jüngste stammt aus dem Februar dieses Jahres. Sozusagen als «Zugabe» gibt es am Ende jeder Kolumne eine kurze Bemerkung. Sie enthält eine Reaktion darauf oder auch eine Entwicklung, die den Bogen in die Gegenwart schlägt. «Weil meine Kolumnen nicht als Kommentare zum Zeitgeschehen daherkommen, funktionieren sie auch Jahre später noch», hält er fest.

Das sei mit eine Voraussetzung gewesen, dass er sie jetzt habe veröffentlichen können. Der freie Journalist und Autor gesteht, dass er seinerzeit darauf gewartet habe, für das Verfassen der Kolumne angefragt zu werden. «Als die Anfrage schliesslich kam, habe ich mich sehr gefreut», sagt er. Und seither schreibe er alle paar Wochen begeistert einen Beitrag. «Das ist für mich die Kür, so zu schreiben.» Auf die Frage, wie lange er denn noch «Ich meinti» schreiben möchte, sagt er: «Am liebsten ewig. Eben habe ich die Liste mit den kommenden Erscheinungsdaten erhalten und habe gedacht: ‹Super, wieder ein halbes Jahr!›.»

Die Kolumnensammlung ist in den Buchhandlungen von Matt, Stans, und Dillier, Sarnen, oder beim Autor sowie auf unserer Redaktion für 32 Franken erhältlich. Am Donnerstag, 12. Dezember, 19.30 Uhr, liest Christian Hug bei von Matt aus seinen Kolumnen. Eintritt 10 Franken.

Hier die letzte Kolumne von Christian Hug