Grünes Licht für neues Pflegewohnhaus Mettenweg: «Die Stanser zeigen ihre soziale Haltung»

Deutlich haben die Stanser am Sonntag dem 21-Millionen-Kredit für den Neubau des Pflegewohnhauses Mettenweg zugestimmt. Der Sozialvorsteher freut sich.

Matthias Piazza
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Visualisierung des geplanten Neubaus des Pflegewohnhauses Mettenweg in Stans.

Visualisierung des geplanten Neubaus des Pflegewohnhauses Mettenweg in Stans.

Visualisierung: PD

Neben dem baufälligen Pflegewohnhaus Mettenweg in Stans können nächstes Jahr die Baumaschinen auffahren. Die Stanser haben am Sonntag dem Baukredit über 20,9 Millionen Franken zugestimmt – mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 85,7 Prozent (1990 Ja zu 331 Nein). Dies bei einer Stimmbeteiligung von 39,5 Prozent.

«Ich habe eine klare Zustimmung erwartet, aber dass sie so hoch ausgefallen ist, überrascht und freut mich», sagt Gemeinderat und Sozialvorsteher Markus Elsener (CVP). «Ich bin stolz auf die Stanser. Sie zeigen damit ihre soziale Haltung.» Nun sei die letzte Hürde genommen und die Vision eines neuen «Mettenwegs» könne umgesetzt werden. Und für Gemeinderat und Bauchef Martin Mathis (SP) ist klar: «Die Institution ‹Mettenweg› und das Neubauprojekt sind unbestritten.»

Blick ins Innere des geplanten «Mettenweg»-Neubaus.

Blick ins Innere des geplanten «Mettenweg»-Neubaus.

Visualisierung: PD

In voraussichtlich drei Jahren können die rund 20 Bewohner, das sind neben betagten Pflegebedürftigen auch Menschen mit einer psychischer Beeinträchtigung oder Suchterkrankung aus ganz Nidwalden, in den benachbarten Neubau zügeln, welcher Platz für 52 Bewohner bieten wird. Pro Geschoss sind eine Wohngruppe mit elf Einzel- und einem Doppelzimmer sowie ein Wohn- und Essbereich vorgesehen. Je zwei Bewohner werden sich Bad und Toilette teilen.

Infrastruktur ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit

Nötig wurde der Neubau, weil der Kanton die Betriebsbewilligung im baufälligen Altbau nur noch solange erteilt hat, bis der Neubau in Betrieb ist. Auch ist die Infrastruktur im alten «Mettenweg» nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Es gibt nur Etagenduschen und keine Bettenlifte. «Wir hätten den Betrieb schliessen müssen, wenn das Neubauprojekt abgelehnt worden wäre», so Markus Elsener.

Die gemeinderätliche Finanzkommission hatte vor der Abstimmung zum Planungskredit die Baukosten kritisiert. Diese seien im Vergleich zu ähnlichen Projekten in der Region hoch und führten zu einem Anstieg der Verschuldung, hatte sie damals begründet. Nachdem der Planungskredit über 1,85 Millionen im November 2018 angenommen worden war, stellte sich die Finanzkommission hinter den Baukredit.

Seit 1867 ist das ehemalige herrschaftliche Patrizierhaus Mettenweg eine soziale Institution. Zuerst war es ein Waisen- und Armenhaus, später ein Bürger- und Pflegeheim. Noch unklar ist, was damit passiert. Abreissen ist keine Option, da der Bau als schutzwürdig gilt. Markus Elsener könnte sich acht bis zehn günstige Studios bis Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen darin vorstellen. «Diese fehlen in Stans. Zudem hätten wir so im Mettenweg-Quartier eine gute Durchmischung.»