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Stanser Kollegischüler tauschen die Schulbank mit der Alp

Schüler des Kollegi Stans wählten in der Sozialwoche den harten Alltag auf der Alp Lochhütte.
Ruedi Wechsler
Mauro Näpflin und Katrin Odermatt arbeiten mit Schaufel und Harfe und zerkleinern den Bruch.Bild: Ruedi Wechsler (Dallenwil, 25. September 2019)

Mauro Näpflin und Katrin Odermatt arbeiten mit Schaufel und Harfe und zerkleinern den Bruch.Bild: Ruedi Wechsler (Dallenwil, 25. September 2019)

Das Älpler-Ehepaar, Katrin und Dölf Odermatt, sowie Kollegischüler Mauro Näpflin verarbeiten am Mittwochmorgen 670 Liter Milch. Die Ausbeute beträgt in der Regel 10 Prozent und es entstehen rund neun Alpkäse à sieben Kilo. Katrin schwingt gekonnt die Harfe im Kessi und Mauro streicht mit der Schaufel den Bruch vom Aussenrand nach innen, damit dieser gleichmässig zerkleinert wird. Diese Arbeit muss immer von zwei Personen ausgeführt werden. Der Familie Odermatt, hoch oben auf 1400 Meter und gleich neben dem Ächerlipass gelegen, wird pro Tag zirka 400 Liter Milch angeliefert und von ihr fünfmal in der Woche zu Käse verarbeitet.

Das Älplerleben näher bringen

Für Mauro und Gino kam in der Sozialwoche eine SAC Hütte oder eine Alp in Frage. Für Mauro ist das Älplerleben absolutes Neuland. Er freut sich mal etwas komplett Neues zu erleben. Jeder Arbeitstag sei ein Highlight verbunden mit spannenden Arbeiten, erzählen Katrin Odermatt und Mauro Näpflin unisono. «Wir konnten Wassertröge für die Kühe montieren und ein Holzkreuz für die Sitzbank anfertigen», schwärmt Mauro. Tagwache sei für die beiden Schüler um 6.30 Uhr. Am Abend bereiten Mauro und Gino für die fünfköpfige Familie Odermatt, zu der auch Lehrling Jonas Bolliger gehört, das Abendessen vor. Am Montag überraschten sie mit einer Pizza und am Dienstag wurden Schnitzel mit Pommes zubereitet. Katrin Odermatt ist begeistert von Mauro und Gino. «Sie sind sehr interessiert und fleissig. Uns ist es wichtig, dass wir ihnen das riesige und vielfältige Angebot des Älplerlebens näher bringen können», sagt Katrin Odermatt.

Drüben im Käsekeller lagern Alpkäse und Mutschli/Bratkäse gewürzt mit Chili, Kräutern und Knoblauch. Ebenso im Angebot sind Formaggini und EdelWeyss Käse. Diese werden jeden zweiten Tag von Dölf Odermatt mit Salzwasser geschmiert. Auch er lobt die beiden Burschen. «Anfänglich waren wir etwas skeptisch, als sie bei uns anfragten. Wir sagten aber zu und wollen in dieser Woche jungen Menschen aufzeigen, was es heisst, eine Alp oder einen Landwirtschaftsbetrieb zu führen», erzählt der Pächter der Alp Lochhütte.

Mensch, Tier und Natur im Einklang

Nun ist auch Gino Wyrsch zu uns gestossen, der vorhin mit Arbeiten in Begleitung von Lehrling Jonas Bolliger im Gelände beschäftigt war. Das Interesse an der Alpwirtschaft ist der Grund, warum Gino Wyrsch hier oben anzutreffen ist. Dazu sagt er: «Wenn ich einkaufen gehe, und das Käsesortiment entdecke, möchte ich wissen, was genau dahinter steckt.»

Das Käsen habe ihm bis jetzt am besten zugesagt und er freue sich auf weitere eher unbekannte Arbeiten in dieser Woche. Ihn fasziniert die Zusammenarbeit zwischen Mensch, Tier und Natur auf der Alp ganz besonders.

Gino spricht von einer guten Abwechslung zum Schulalltag und spürt gegen Abend eine gewisse Müdigkeit. «Trotzdem spielen wir nach dem Nachtessen noch eine Runde Dog mit Familie Odermatt, bevor wir todmüde ins Bett fallen», erwähnt Gino Wyrsch zum Schluss.

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