Stanser Pestalozzi-Schulhaus: Abriss oder Sanierung? Probelauf soll erste Fragen klären

Das Pestalozzi-Schulhaus ist in die Jahre gekommen. Ob es saniert wird oder einem Neubau weicht, hängt von vielen Faktoren ab. Auch Schadstoffe spielen eine Rolle.

Matthias Piazza
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Das Schulzentrum Pestalozzi. (Bild: Oliver Mattmann (Stans, 31. Januar 2019))

Das Schulzentrum Pestalozzi. (Bild: Oliver Mattmann (Stans, 31. Januar 2019))

«Als ich in die erste Oberstufe ging, war ich einer der ersten Schüler im damals ganz neuen Pestalozzi-Schulhaus», veranschaulicht der 62-jährige Stanser Gemeindepräsident Gregor Schwander das hohe Alter des Stanser Oberstufenschulhauses. «Nach einem halben Jahrhundert liegt es auf der Hand, dass man etwas machen muss.» Das Schulzentrum und die zugehörige Turnhalle mit Schwimmbad wurden 1969 bis 1970 erbaut und 1985 erweitert. Seither wurde nichts Wesentliches saniert, mit Ausnahme des Hallenbades im vergangenen Jahr, wie der Gemeinderat am Donnerstag in einer Medienmitteilung schrieb.

Die Zeit hinterliess ihre Spuren, Gesetze und Vorstellungen von einem zeitgemässen Unterricht wandelten sich im Lauf der Jahrzehnte. «Die Bausubstanz ist zwar noch in Ordnung, aber der Bau genügt den Anforderungen punkto Erdbebensicherheit nicht mehr. Auch ist die Wärmedämmung schlecht», zählt der für das Bauwesen zuständige Gemeinderat Martin Mathis die Mängelliste auf. Auch die Raumaufteilung sei nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. «So fehlen etwa auch Gruppenräume. Die braucht es für einen zeitgemässen Unterricht.»

Eine Steuerungsgruppe befasst sich seit vergangenem Herbst mit der Zukunft des Schulhauses. «Wir sind noch mitten in den Abklärungen», hält Martin Mathis fest. So stehe auch der Grundsatzentscheid noch nicht fest, ob man eine Sanierung oder einen Neubau anstrebe. Ob saniert oder abgerissen wird, hängt unter anderem auch von den Untersuchungsergebnissen punkto Schadstoffe ab. Denn in den vergangenen Monaten untersuchten Fachleute die Gebäudesubstanz auf Schadstoffe. Dabei kamen verschiedene asbesthaltige Bauteile zum Vorschein, wie sie für Gebäude aus dieser Bauzeit üblich waren. Bis auf eine Ausnahme seien allerdings alle fest verbaut und somit unbedenklich, heisst es in der Mitteilung weiter. Eine asbesthaltige Deckenverkleidung wurde als potenzielle Gefahrenstelle eingestuft, bei welcher bei mechanischer Beschädigung Asbestfasern freigesetzt werden könnten. Die Verkleidung wird in den Osterferien entfernt.

Schränke und Regale enthalten Schadstoffe

In einigen Gebäudeteilen befindet sich unter den Unterlagsböden Spreu, die mit Teeröl getränkt ist. Die alten, eingebauten Schränke und Regale enthalten Kunstharze und Klebstoffe, die Formaldehyd abgeben. Derartige Materialien und Baustoffe wurden früher ohne Wissen über die Stoffeigenschaften standardmässig verwendet. Sie geben laufend geringe Mengen an flüchtigen Stoffen ab, die auch in die Raumluft gelangen, welche allerdings unterhalb des gesundheitsgefährdenden Grenzwertes liegen, schreibt der Gemeinderat weiter.

Um herauszufinden, ob nach einer allfälligen Schulhaus-Sanierung die Raumluft schadstofffrei wird, wird während der kommenden Osterferien ein Schulzimmer testweise vollständig saniert und danach die Raumluft auf allfällige Schadstoffe untersucht.

Weitere Details wie Kosten und Zeitplan des ganzen Projektes liegen laut Gemeinderat Martin Mathis noch nicht vor, da es sehr darauf ankomme, ob man das Schulhaus saniere oder abreisse und ein neues baue. Der Stanser Gemeinderat werde den Stimmbürgern zur gegebenen Zeit das Erneuerungs- oder Renovationsprojekt vorlegen.