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Stanser Reisenomaden machen mal Pause

Nach acht Jahren Reisen im Expeditionsmobil geniessen die Stanser Ruth und Walter Odermatt die Sesshaftigkeit.
Philipp Unterschütz
Torres del Paine: Dieser National Park mit seiner wunderbaren Landschaft gehört zu den schönsten Nationalparks in Chile. (Bild: Walter Odermatt)Torres del Paine: Dieser National Park mit seiner wunderbaren Landschaft gehört zu den schönsten Nationalparks in Chile. (Bild: Walter Odermatt)
Usbekistan: Mitten im Herzen der Seidenstrasse zwischen Chiwa, Buchara und Samarkand. (Bild: Walter Odermatt)Usbekistan: Mitten im Herzen der Seidenstrasse zwischen Chiwa, Buchara und Samarkand. (Bild: Walter Odermatt)
Tadschikistan: Liebt man die einsame Bergwelt, ist das der richtige Ort für einen traumhaften Übernachtungsplatz. (Bild: Walter Odermatt)Tadschikistan: Liebt man die einsame Bergwelt, ist das der richtige Ort für einen traumhaften Übernachtungsplatz. (Bild: Walter Odermatt)
Zum Glück gibt es im Iran Schilder zur Orientierung. (Bild: Walter Odermatt)Zum Glück gibt es im Iran Schilder zur Orientierung. (Bild: Walter Odermatt)
Leh, im nördlichen Indien: Hier am Pangong Lake auf 4300 Meter blieben wir ein paar Tage. Einfach traumhaft. (Bild: Walter Odermatt)Leh, im nördlichen Indien: Hier am Pangong Lake auf 4300 Meter blieben wir ein paar Tage. Einfach traumhaft. (Bild: Walter Odermatt)
Spiti Valley im nördlichen Indien: Ruhe und eine wunderschöne Aussicht auf verschneite 6- und 7-Tausender. (Bild: Walter Odermatt)Spiti Valley im nördlichen Indien: Ruhe und eine wunderschöne Aussicht auf verschneite 6- und 7-Tausender. (Bild: Walter Odermatt)
Taj Mahal, das Haupttouristenmagnet Indiens: ein Mausoleum von beispielloser Schönheit. (Bild: Walter Odermatt)Taj Mahal, das Haupttouristenmagnet Indiens: ein Mausoleum von beispielloser Schönheit. (Bild: Walter Odermatt)
Ladakh, Indien: Der höchste, befahrbare Pass der Welt, der 5602 Meter hohe "Khardong La" auf dem Weg ins Nubra Valley. (Bild: Walter Odermatt)Ladakh, Indien: Der höchste, befahrbare Pass der Welt, der 5602 Meter hohe "Khardong La" auf dem Weg ins Nubra Valley. (Bild: Walter Odermatt)
Ladakh, Indien: An Nachwuchs von jungen Mönchen scheint es nicht zu mangeln. Diskit Gompa im Nubra Valley. (Bild: Walter Odermatt)Ladakh, Indien: An Nachwuchs von jungen Mönchen scheint es nicht zu mangeln. Diskit Gompa im Nubra Valley. (Bild: Walter Odermatt)
Nach dem Beben 2015 ist die Stadt Kathmandu ein einziges Trümmerfeld. Es wird noch Jahre dauern bis der ehemalige Zustand wiederhergestellt ist. (Bild: Walter Odermatt)Nach dem Beben 2015 ist die Stadt Kathmandu ein einziges Trümmerfeld. Es wird noch Jahre dauern bis der ehemalige Zustand wiederhergestellt ist. (Bild: Walter Odermatt)
In diesem kleinen Dorf möchten wir mit unseren Hilfsgeldern aus der Schweiz aktiv werden. (Bild: Walter Odermatt)In diesem kleinen Dorf möchten wir mit unseren Hilfsgeldern aus der Schweiz aktiv werden. (Bild: Walter Odermatt)
Jede Familie bekommt umgerechnet 300 US-Dollar als Starthilfe. Wird erst einmal angefangen zu bauen, bekommen die Familien anteilig die restlichen 4900 US-Dollar. (Bild: Walter Odermatt)Jede Familie bekommt umgerechnet 300 US-Dollar als Starthilfe. Wird erst einmal angefangen zu bauen, bekommen die Familien anteilig die restlichen 4900 US-Dollar. (Bild: Walter Odermatt)
Mit Holzboot und Reuse auf Fischfang: Fischer auf dem Inle See in Myanmar. (Bild: Walter Odermatt)Mit Holzboot und Reuse auf Fischfang: Fischer auf dem Inle See in Myanmar. (Bild: Walter Odermatt)
«U-Bein» Brücke in Myanmar: die längste Teak Holz Brücke der Welt. (Bild: Walter Odermatt)«U-Bein» Brücke in Myanmar: die längste Teak Holz Brücke der Welt. (Bild: Walter Odermatt)
Cape Agulhas, der südlichste Punkt Afrikas: hier trifft sich der Indische mit dem Atlantischen Ozean. (Bild: Walter Odermatt)Cape Agulhas, der südlichste Punkt Afrikas: hier trifft sich der Indische mit dem Atlantischen Ozean. (Bild: Walter Odermatt)
Wüstenelefanten in der Namib Wüste im nördlichen Namibia: bis zu vier Tage können sie ohne Wasser auskommen. (Bild: Walter Odermatt)Wüstenelefanten in der Namib Wüste im nördlichen Namibia: bis zu vier Tage können sie ohne Wasser auskommen. (Bild: Walter Odermatt)
Nördliches Namibia: Sonnenuntergang im Kaokoveld. (Bild: Walter Odermatt)Nördliches Namibia: Sonnenuntergang im Kaokoveld. (Bild: Walter Odermatt)
Krüger National Park Südafrika: Löwenstau im Park. (Bild: Walter Odermatt)Krüger National Park Südafrika: Löwenstau im Park. (Bild: Walter Odermatt)
Abendstimmung im Krüger National Park in Südafrika. (Bild: Walter Odermatt)Abendstimmung im Krüger National Park in Südafrika. (Bild: Walter Odermatt)
Krüger National Park in Südafrika: Der einzige weisse Löwe im Park. (Bild: Walter Odermatt)Krüger National Park in Südafrika: Der einzige weisse Löwe im Park. (Bild: Walter Odermatt)
Namibia: in der Nähe von Keetmanshoop befindet sich eine riesige Ansammlung von Köcherbäumen. (Bild: Walter Odermatt)Namibia: in der Nähe von Keetmanshoop befindet sich eine riesige Ansammlung von Köcherbäumen. (Bild: Walter Odermatt)
Namibia: Löwe im Etosha National Park. (Bild: Walter Odermatt)Namibia: Löwe im Etosha National Park. (Bild: Walter Odermatt)
Grenzübergang Mozambique / Tansania: Zweimal haben wir uns festgefahren und nur dank der Hilfe von «Dollarhungrigen Jungs» sind wir wieder freigekommen. (Bild: Walter Odermatt)Grenzübergang Mozambique / Tansania: Zweimal haben wir uns festgefahren und nur dank der Hilfe von «Dollarhungrigen Jungs» sind wir wieder freigekommen. (Bild: Walter Odermatt)
Gorilla Trecking in Uganda: So nahe an einem Silberrücken ist man selten. (Bild: Walter Odermatt)Gorilla Trecking in Uganda: So nahe an einem Silberrücken ist man selten. (Bild: Walter Odermatt)
Berggorilla im Mgahinga Gorilla National Park in Uganda. (Bild: Walter Odermatt)Berggorilla im Mgahinga Gorilla National Park in Uganda. (Bild: Walter Odermatt)
Lalibela im nördlichen Äthiopien ist das Zentrum der Felsenkirchen. Als Schutz vor islamischen Angreifern wurden die Kirchen unterirdisch angelegt. (Bild: Walter Odermatt)Lalibela im nördlichen Äthiopien ist das Zentrum der Felsenkirchen. Als Schutz vor islamischen Angreifern wurden die Kirchen unterirdisch angelegt. (Bild: Walter Odermatt)
Hamerfrauen bei Turmi im südlichen Äthiopien. (Bild: Walter Odermatt)Hamerfrauen bei Turmi im südlichen Äthiopien. (Bild: Walter Odermatt)
Eine Frau der Mursi im südlichen Äthiopien. Die Lippenteller haben einen Durchmesser von bis zu 12 cm. (Bild: Walter Odermatt)Eine Frau der Mursi im südlichen Äthiopien. Die Lippenteller haben einen Durchmesser von bis zu 12 cm. (Bild: Walter Odermatt)
Endlose Sandstrände im Oman. (Bild: Walter Odermatt)Endlose Sandstrände im Oman. (Bild: Walter Odermatt)
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Erinnerungen an eine fantastische Weltreise

63 Länder haben die Stanser Reisenomaden Ruth und Walter Odermatt seit 2009 bereist, 270'000 Kilometer mit ihrem Wohnmobil «Suri» zurückgelegt. Zuerst die Panamericana von Alaska bis nach Feuerland, später über die Seidenstrasse von der Türkei bis nach China und anschliessend nach Afrika.

Ihr Toyota Landcruiser hat sie zuletzt von Afrika über den Iran und den Balkan sicher nach Hause gebracht. Nun erhält er die verdiente Auffrischungskur. «Suri macht sicher nochmals 250'000 Kilometer», ist Walter Odermatt überzeugt.

Auf der ganzen langen Reise hatte ihr Reisemobil nur einen einzigen grösseren Schaden – aber der hatte es in sich. «Mitten im bolivianischen Urwald im Nirgendwo stieg das Getriebe aus», erzählt Walter Odermatt. «Weil es in ganz Südamerika keine Ersatzteile gab, mussten wir ein neues Getriebe in den bolivianischen Dschungel einfliegen lassen.» Zwei Monate sassen sie in einem kleinen Dorf fest.

Besonders eingebrannt haben sich auch die Erlebnisse, die sie 2015 in Nepal beim verheerenden Erdbeben hatten (wir berichteten). Mit Spendengeldern konnten sie damals helfen, ein Kleindorf mit acht Häusern wieder aufzubauen. Es sind wohl auch solche Erlebnisse, wenn es fern der Heimat nicht rund läuft, die Ruth und Walter sagen lassen, dass sie gelassener geworden seien.

«Früher haben wir uns oft über Kleinigkeiten geärgert, sei es die lange Schlange an der Kasse oder verspätete Transportmittel. Dabei gibt es so viel Wichtigeres im Leben.»

Vorfreude auf Weihnachten grösser als die Reiselust

In der ganzen Reisezeit sind Ruth und Walter Odermatt immer zwischendurch in die Schweiz zurückgekehrt. Jedes Jahr verbrachten sie einige Wochen in der Heimat. «Die Familie, Freunde – wir brauchten den Kontakt und auch Zeit, um die Reiseerlebnisse wieder etwas zu verarbeiten», sagt Ruth Odermatt. «Wir haben die Brücken nie abgebrochen.» Deshalb war die jetzige Rückkehr auch nicht mit einem Kulturschock verbunden. «Aber es fällt uns schon auf, wie der Verkehr dichter geworden ist, die Staus länger und viele Leute immer zu wenig Zeit haben», sagt Walter Odermatt.

«Wir haben die Lust am Reisen nicht verloren, es war eher der Drang, wieder mal eine Weile sesshaft zu sein», erklärt Ruth Odermatt die längere Reisepause. Man schätze nach langen Auslandaufenthalten wieder viel mehr, was wir hier alles an Annehmlichkeiten haben. «Und ich freue mich nach einigen Jahren extrem auf die Weihnachtszeit mit ihren Düften, Kerzen und halt allem, was dazu gehört», gerät Ruth ins Schwärmen. Die Vorfreude auf solche Erlebnisse sei im Moment definitiv grösser als die Reiselust.

Walter Odermatt schreibt momentan an seinem zweiten Buch «Abenteuertour Afrika» und arbeitet zudem Teilzeit im angestammten Beruf in einer Bäckerei. Von seinem ersten Buch «Abenteuertour Seidenstrasse» ist der grösste Teil der Auflage von 5000 Stück verkauft, eine zweite Auflage wird diskutiert. Ruth hilft unter anderem in Berghütten von Freunden aus.

Der Freiraum nach dem Leben auf engstem Raum

Nachdem sie über Jahre auf engstem Raum im Wohnmobil gelebt haben, was sie zusammengeschweisst habe, geniessen beide nun aber auch wieder ihren Freiraum. «Man hat sich viel mehr zu erzählen, als wenn man alles gemeinsam erlebt», meint Ruth. Ihr bisheriges Reiseleben habe schon Kompromissbereitschaft erfordert. «Man kann im Wohnmobil nicht einfach die Türe schletzen, sonst steht man draussen im Regen», drückt es Walter Odermatt bildlich aus. «Weil wir aber beide die gleichen Träume haben, konnten wir immer am gleichen Strick ziehen und auch Reibereien gut lösen.»

2020 soll es wieder eine Reise geben. «Die Nordländer Europas, aber nur kurz», erklärt Walter Odermatt und sagt auf die Frage, was kurz heisse, lachend: «Zwei Monate.» Erst ein, zwei Jahre später folgt dann erneut eine grosse Reise. «Wohin, sind wir uns noch nicht einig», sagt Ruth. Eventuell nochmals nach Südamerika, weil es ihnen da extrem gut gefallen hat. Japan sei auch eine Option, und zwar auf dem Landweg unter anderem durch Sibirien und Südkorea. Oder auch Australien.

Da fragt sich der sesshafte Schweizer fast unweigerlich, wie man so ein Reisenomaden-Leben finanzieren kann. Vom Ersparten aus ihrer Geschäftszeit, erklären die ehemaligen Inhaber der Bäckerei-Konditorei Odermatt in Stans. «Die Kosten werden aber massiv überschätzt. Wir brauchen auf Reisen pro Monat zu zweit maximal 2000 Franken – inklusive Übernachtung, Treibstoff, Visa- gebühren und Verpflegung», erklärt Walter Odermatt. «In der Schweiz wäre das Leben um ein Vielfaches teurer.»

Das Buch Abenteuertour Seidenstrasse von Walter Odermatt ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-89662-525-0).

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