STANSERHORN: Der Berg bleibt ein Publikumsmagnet

Der miese Sommer 2014 verhinderte ein Rekordergebnis für die Bahn. Dafür wurde der Tagesrekord geknackt und die Schuldenlast weiter abgebaut.

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Auch 2014 war der Besucherandrang auf dem Stanserhorn gross. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Auch 2014 war der Besucherandrang auf dem Stanserhorn gross. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Oliver Mattmann

Die Cabrio-Bahn, im Juni 2012 als Weltneuheit eröffnet, lockt die Gäste nach wie vor in Scharen aufs Stanserhorn. Dies geht aus dem neusten Geschäftsbericht 2014 hervor. Demnach wurden 164 541 Gäste von April bis November des vergangenen Jahres auf den Stanser Hausberg transportiert. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr zwar einen Rückgang um rund 5400 Besucher, da wegen dem nassen Wetter Abstriche im Sommergeschäft hingenommen werden mussten. So wurden allein im Juli 13 000 Gäste weniger verzeichnet als im Sommer 2013. Dafür habe sich der Herbst von seiner sonnigen Seite gezeigt, heisst es weiter. «Diese ‹Strahlezeit› kam einer Erlösung gleich», ist dem Jahresbericht im Hinblick auf die Generalversammlung vom 24. April zu entnehmen. Das Sommerloch habe so aufgefangen werden können. Mehr noch: Die 2308 Gäste am 28. September bedeuteten Tagesrekord, die alte Marke lag bei 2286 am 18. Juli 2012. Auch insgesamt war der September im vergangenen Jahr mit 30 582 der beste Monat.

Gastronomie mit bestem Ergebnis

In der Jahresrechnung schaute brutto ein Plus von rund 1,8 Millionen heraus (Vorjahr: 2 Millionen). Den Löwenanteil steuerte die Bahn bei (1,1 Millionen), der Rest setzt sich aus Restaurant (0,6 Millionen bedeuten bestes Ergebnis seit je) und Shop (knapp 90 000 Franken) zusammen. Nach Abschreibungen und einer Rückstellung von 30 000 Franken für das 125-Jahr-Jubiläum der Bahn im Jahr 2018 verbleibt ein Reingewinn von etwas mehr als 5200 Franken. Dieser wird zusammen mit dem Gewinnvortrag vom Vorjahr von 74 100 Franken auf die neue Rechnung verbucht.

«Der Verwaltungsrat setzt alles daran, die Schuldenlast rasch abzubauen», steht im Jahresbericht. Diese war mit den Investitionen von 29,4 Millionen Franken für die Cabrio-Bahn 2012 erheblich angestiegen. Inzwischen habe die Summe der Hypothekar- und Darlehensschulden auf 10,5 Millionen gesenkt werden können. Nicht nur finanziell hat die Stanserhorn-Bahn zurzeit alles im Griff. So sei die Bahn im vergangenen Jahr ohne Betriebsstörungen unterwegs gewesen, heisst es im Geschäftsbericht weiter.

Boarding-Pässe haben sich bewährt

Dass sich die Stanserhorn-Bahn, wie angeblich auch die meisten anderen Sommerbergbahnen, ungebrochener Beliebtheit erfreuen, hat gemäss eigenen Angaben auch mit einem Wandel im Schweizer Tourismus zu tun. «Die schleichende Abkehr vom Wintertourismus hängt damit zusammen, dass viele Kinder nicht mehr Ski fahren, dass die Schulen keine Skilager mehr durchführen und dass Ski fahren für eine Familie einen erheblichen Kostenfaktor darstellt», steht im Jahresbericht. Der Sommertourismus werde bevorzugt, «weil die Bergfrische von den überproportional wachsenden älteren Generationen sehr geschätzt wird und weil Gäste aus China und Indien die Schweiz lieben und Jahr für Jahr zahlreicher werden.» Im Fall der Stanserhorn-Bahn hängt die Zufriedenheit der Gäste offenbar auch mit dem Online-Boarding-System zusammen, das seit September 2014 in Betrieb ist.

Boarding-Pässe für einen bestimmten Reisezeitpunkt gab es schon bisher, neuerdings können Gäste aber von zu Hause per Internet aus ihre Plätze reservieren. «Diese Möglichkeit stiess sofort auf Akzeptanz», schreiben die Verantwortlichen. Das Echo der Nutzer sei durchwegs positiv. Seit vergangener Saison werden an Spitzentagen mit vielen Gästen auch Boarding-Pässe für Talfahrten abgegeben, um das Schlangestehen bei der Bergstation zu vermeiden. Dieses System habe sich ebenfalls bewährt.

Hinweis

123. Generalversammlung der Stanserhorn-Bahn AG: Freitag, 24. April, 16 Uhr, Mehrzweckhalle Turmatt. Vorgängig um 14.15 Uhr wird der Film «Üsi Bahn» gezeigt, im Anschluss an die GV hält Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, ein Referat zu den Strategieoptionen des Schweizer Tourismus.

Die Stanserhorn-Bahn – im Bild das Drehrestaurant mit Terrasse und die Aussichtsplattform – erzielte 2014 besuchermässig das zweitbeste Ergebnis der Geschichte. (Bild Oliver Mattmann)

Die Stanserhorn-Bahn – im Bild das Drehrestaurant mit Terrasse und die Aussichtsplattform – erzielte 2014 besuchermässig das zweitbeste Ergebnis der Geschichte. (Bild Oliver Mattmann)