STANSERHORN: Feuerwehr rückt mit Cabriobahn aus: «Gehört zum normalen Alltag»

In der Feuerwehrausrüstung nachts mit der Cabriobahn aufs Stanserhorn: Für zwölf Feuerwehrleute wurde dies Realität. Nicht das erste Mal, sagt Feuerwehrkommandant Fredy Achermann.

Matthias Piazza
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Die Stützpunktfeuerwehr Stans bei ihrem Einsatz, hier bei der Mittelstation Chälti. (Bild: PD (Stans, 28. Februar 2017))

Die Stützpunktfeuerwehr Stans bei ihrem Einsatz, hier bei der Mittelstation Chälti. (Bild: PD (Stans, 28. Februar 2017))

Interview: Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Die Stanser Stützpunktfeuerwehr rückte in der Nacht von Montag auf Dienstag zu einem Einsatz auf 1851 Metern über Meer aus. Eine Brandmeldeanlage in der Bergstation der Stanserhorn-Bahn hatte Alarm ausgelöst, wohl durch Nebel verursacht. Gebrannt hat es aber nicht. Kommandant Fredy Achermann erklärt.

Fredy Achermann, wie lief dieser nicht ganz alltägliche Einsatz ab?

Um 4.17 Uhr ging der Alarm los, so wie es aussieht, durch den Nebel ausgelöst. Mit Atemschutzgeräten, Wärmebildkameras und Kleinlöschgeräten rückten zwölf Feuerwehrleute aus und fuhren zur Zwischenstation Chälti. Dort nahm uns ein Maschinist der Cabriobahn in Empfang und fuhr uns aufs Stanserhorn hinauf, wo wir erfreulicherweise feststellen konnten, dass es sich sozusagen um einen technischen Alarm handelte.

Das Personal der Stanserhorn-Bahn nahm für Sie die Seilbahn in Betrieb, mitten in der Nacht?

Ja, wir hatten sofort telefonischen Kontakt mit den Maschinisten der Bahn, sie wurden gleichzeitig mit der Feuerwehr aufgeboten.

Die Fahrt zur Mittelstation und dann mit der Bahn: Das dauerte doch seine Zeit, bis Sie vor Ort waren.

25 Minuten nach Eingang des Alarms waren wir vor Ort, machten eine Rekognoszierung und zogen danach wieder ab.

Sprechen Sie von einem erfolgreichen Einsatz?

Ja, der Einsatz lief gemäss unserer Einsatzdoktrin ab. Es klappte alles. Und auch die Einsatzzeit von 25 Minuten entspricht einem guten Wert für abgelegene Orte. Zudem klappte die Alarmierung und Zusammenarbeit vorbildlich mit den ebenfalls involvierten Stellen wie Polizei, Stanserhorn-Bahn und der Alarmstelle Certas.

Was können Sie im Ernstfall ausrichten, wenn Sie erst nach 25 Minuten vor Ort sind?

Die Stanserhorn-Bahn hat selber Motorspritzen und Löschgeräte vor Ort. In der Betriebssaison wären die Maschinisten ja bereits vor Ort und würden die Erstintervention machen. Auch volle Löschtanks würden dann zur Verfügung stehen. Aber ausserhalb der Saison ist der aktuelle Einsatz der normale Ablauf.

War der Einsatz so spektakulär, wie er für Auswärtige den Anschein machte?

Es kam auch schon vor, dass wir auf dem Stanserhorn einen Einsatz leisteten wegen Blitzschlag oder atmosphärischer statischer Entladung. Der Berggipfel ist exponiert, deshalb kommen solche Ereignisse dort öfters vor als im geschützten Talboden. Das kann ein- bis zweimal pro Jahr sein.

Wäre dieser Einsatz nicht vermeidbar gewesen?

Nein, die Anlage machte alles richtig, sie löste aus. Ein solcher technischer Alarm kann bei jeder Anlage vorkommen. Ich würde nicht einmal von einem Fehlalarm sprechen. Das Besondere ausserhalb der Saison, wenn das Stanserhorn im Winterschlaf weilt, ist, dass ein Alarm sofort an die Kantonspolizei und die Feuerwehr ausgelöst wird. Während der Saison geht der Alarm erst an den Mitarbeiter vor Ort, welcher dann drei Minuten Zeit hat, den Alarm zurückzusetzen.

Wann käme im Ernstfall ein Helikopter zum Einsatz?

Nur unter bestimmten Umständen. Bis ein Helikopter zum Löschen bereit wäre, würde es mindestens eine halbe Stunde dauern. Ausserdem könnte er nachts nicht fliegen.

Die Feuerwehrleute fuhren mit der Cabrio-Bahn zur Bergstation am Stanserhorn. (Bild: Stützpunktfeuerwehr Stans)

Die Feuerwehrleute fuhren mit der Cabrio-Bahn zur Bergstation am Stanserhorn. (Bild: Stützpunktfeuerwehr Stans)