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STANSERHORN: Murmeli überleben den Winter nicht

Die Murmeli sind nicht mehr aus ihrem Winterschlaf erwacht. Noch im Sommer soll aber wieder Leben ins Gehege unterhalb des Gipfels einziehen.
Keine Murmeli: Das Stanserhorn ist derzeit um eine Attraktion weniger reich. (Bild Corinne Glanzmann)

Keine Murmeli: Das Stanserhorn ist derzeit um eine Attraktion weniger reich. (Bild Corinne Glanzmann)

Martin Uebelhart

«Die Hoffnung ist sehr gering, dass die Murmeltiere noch aus ihrem Bau hervorkommen», sagt Jürg Balsiger, ­Direktor der Stanserhorn-Bahn. Man ­müsse davon ausgehen, dass die Tiere den Winterschlaf nicht überlebt haben. Normalerweise würden die Murmeli auf dem Stanserhorn im Verlauf des Aprils erwachen. Da der strenge Winter die Murmeltiere überall einige Wochen später ans Tageslicht gebracht habe, habe man sich bei der Stanserhorn-Bahn zunächst keine Sorgen gemacht, heisst es in einer Medienmitteilung. Andernorts seien die Tiere im Lauf des Monats Mai zu Tage gekrochen und hätten gefressen und sich gesonnt.

Team ist konsterniert

Bereits vor über 100 Jahren hat es auf dem Stanserhorn ein Murmeltiergehege gegeben. «Es ist das erste Mal, dass unsere Murmeli im Frühling nicht mehr hervorkommen», so Jürg Balsiger. Er und sein Team seien konsterniert, und auch viele Gäste auf dem Berg dürften die putzigen Nager vermissen. Zuletzt hatten fünf Murmeltiere im Gehege gelebt. Erst im vergangenen Sommer waren zwei Junge zur Welt gekommen.

Die murmeltierlose Zeit soll jedoch so kurz wie möglich sein, hält Jürg Balsiger fest. «Wir stehen in Kontakt mit der Abteilung für Jagd und Fischerei des Kantons Nidwalden und mit dem Veterinär Martin Wehrle im Natur- und Tierpark Goldau», so der Direktor. Im Sommer werde man eine neue Murmeltierfamilie aufs Stanserhorn übersiedeln. «Einen genauen Zeitpunkt kann ich allerdings noch nicht nennen.» Klar sei, dass Tiere auf den Berg kommen würden, die schon jetzt in einem Gehege gelebt hätten.

Nur Vermutungen zur Ursache

Fabian Bieri, Leiter der Abteilung für Jagd und Fischerei, kann nur vermuten, warum die Murmeltiere den Winter nicht überlebt haben. «Es ist denkbar, dass eines der Tiere während des Winterschlafs verendet ist. Vielleicht an einem Herzschlag oder aus einem ähnlichen Grund.» Die Tiere seien alle zusammen in der gleichen Kammer im Winter. «Diese wird von den Murmeltieren verschlossen, damit es keine zu grossen Temperaturunterschiede gibt und die Temperatur nicht unter null Grad sinkt», erklärt Bieri. Wenn die Verwesung des verstorbenen Tieres einsetze, würden die anderen Mitglieder der Gruppe durch die Gasbildung ersticken. «Das ist nicht qualvoll für die Tiere, sie merken dies im Schlaf nicht», so Bieri. So etwas komme auch in der freien Natur vor.

Gehege gefiel den Tieren

Man überlasse jetzt den Rest der Natur, sagt Direktor Balsiger. Man gehe nicht nachschauen. Auch das Einsetzen einer neuen Familie bereite keine Probleme. «Die Fachleute haben uns gesagt, dass die Tiere jene Kammer mit den toten Artgenossen nicht weiter beachten, ja sie eher noch mehr zumachen würden», sagt Balsiger.

Fabian Bieri hält zudem fest, dass es den Murmeltieren auf dem Stanserhorn gefallen haben müsse. «Sonst hätten sie nicht schon nach so kurzer Zeit im neuen Gehege Junge bekommen.»

Bezogen hatten die Murmeltiere ihr neues Heim im August 2012. Dabei war zunächst nicht einmal sicher, ob es überhaupt wieder Murmeltiergehege geben würde nach dem Bau der Cabrio-Bahn. Denn dieser kostete mehr als geplant, die Bahn konnte die Finanzierung des Geheges nicht auch noch stemmen.

Auf Initiative von Jürg Balsiger liessen die Stanserhorn-Ranger ihre Kontakte spielen und starteten eine Sammel­aktion. So gelang es, praktisch bei den Aufräumarbeiten der Cabrio-Baustelle auch noch das neue Heim für die Murmeltiere zu bauen. Während des Baus hatten die Murmeli ohnehin nicht auf dem Stanserhorn bleiben können. Die damals sieben Bewohner wurden auf den Grimselpass ausquartiert. Ein Teil der Tiere kehrte schliesslich wieder aufs Stanserhorn zurück.

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