STANSERHORN: Obergericht berät erneut über Lawinenunglück

Das Nidwaldner Obergericht berät im November erneut über das tödliche Lawinenunglück am Stanserhorn von 2012. Das Bundesgericht hatte im Juli einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung mangels ausführlicher Begründungen aufgehoben.

Drucken
Teilen
Beim Lawinenunglück 2012 kam ein Mann ums Leben. (Bild: Archiv Kapo Nidwalden)

Beim Lawinenunglück 2012 kam ein Mann ums Leben. (Bild: Archiv Kapo Nidwalden)

Die Neubeurteilung vor dem Nidwaldner Obergericht findet am 26. November statt, wie das Gericht am Freitag bekannt gab. Bei dem Fall geht es um Arbeiten zur neuen Seilbahn aufs Stanserhorn, während denen ein 33-jähriger Baggerführer im Februar 2012 in einer Lawine zu Tode gekommen war.

In der Neuauflage des Prozesses soll ein Experte des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (WSL) in Davos vor dem Gericht befragt werden, wie Gerichtspräsident Albert Müller auf Anfrage sagte. Der Experte soll sich unter anderem zur Lawinensituation äussern. Derselbe Mann hatte bereits für die Staatsanwaltschaft eine Expertise angefertigt.

Das Nidwaldner Obergericht verurteilte im April 2014 den Sicherheitsverantwortlichen der Bahn wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 135 Franken. Die erste Instanz hatte den Mann 2013 noch freigesprochen.

Das Obergericht kam zum Schluss, dass die Kommunikation des Sicherheitsverantwortlichen zur Lawinengefahr per E-Mail am späten Vorabend ungenügend gewesen sei. Der Mann habe nicht sichergestellt, dass die mit den Bauarbeiten beschäftigten Personen rechtzeitig von der nicht signalisierten Sperrung der Forststrasse erfahren würden.

Der Beschuldigte und die Stanserhorn-Bahn akzeptierten den Schuldspruch nicht und gelangten an das Bundesgericht. Dieses hiess die Beschwerde gut und wies die Sache zur neuen Entscheidung an das Obergericht zurück.

Das Bundesgericht rügte die Ausführungen des Nidwaldner Gerichts zu der dem Beschuldigten vorgeworfenen Sorgfaltspflichtverletzung und damit zum Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung. Das vorinstanzliche Urteil lasse sich nicht überprüfen. Es fehlten die nötigen rechtlichen Ausführungen, und die Sachverhaltsfeststellungen seien mangelhaft. (sda)