STANSERHORN: Pensionierte bilden Touristen weiter

Sie sind pensioniert und wissen viel über die Natur- und Tierwelt am Stanserhorn: Als Ranger zeigen elf Männer den Touristen, wo die Gämsen sitzen und Enziane blühen.

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Ranger Fredi Lussi erklärt den Touristen die Welt des Stanserhorns. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Ranger Fredi Lussi erklärt den Touristen die Welt des Stanserhorns. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Die Stanserhorn-Bahn geht in der Vermarktung ihres Berggipfels neue Wege. Zwischen Bergstation und Gipfel zirkuliert diese Saison jeden Tag ein Ranger. Erkennbar am blauen Hemd und am braunen Hut, erklärt er den Touristen die Pflanzen- und Tierwelt, zeigt, wo welche Berge sind, wie welche Pflanzen heissen und an welchen Stellen sich die Gämsen aufhalten.

«Gelegentlich kommen wir auch auf politische Themen aus dem Kanton, wie etwa die Pilatus-Flugzeugwerke oder den Flugplatz Buochs zu sprechen», erklärt Oberranger Werner Flury, 69. Er koordiniert den seit Frühling laufenden Einsatz der derzeit zehn Männer, welche als «wandelnde Wegweiser und Naturlexika» die Touristen mit Infos versorgen.

Die Natur als Kapital des Stanserhorns
Der Begriff Ranger kommt aus dem Englischen und steht für «Hüter von Wald, Feld oder Wild». Am Stanserhorn sind diese Hüter pensionierte Männer zwischen 64 und 70 Jahren. Sie arbeiten alle ehrenamtlich und wurden in einem eintägigen Kurs von einem Biologen und einem Mitglied der kantonalen Kommission für Jagd-, Wild- und Vogelschutz auf ihre Aufgaben vorbereitet.

«Die Natur ist unser Kapital», sagt Jürg Balsiger, Direktor der Stanserhorn-Bahn-Gesellschaft und Initiant der Idee. Mit der kleinen Stanserhorn-Oldtimer-Bahn und dem begrenzten Angebot auf dem Berggipfel könne man keinen Massentourismus anbieten. «Wir wollen uns deshalb nicht quantitativ, sondern qualitativ steigern.»

Die rudimentären Englischkenntnisse sind noch ein Manko
Urs Wagenseil, Leiter Tourismus am Institut für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern, ist vom Ranger-Projekt begeistert. «Das ist ein sehr interessanter und berechtigter Ansatz.» Wolle man als Seilbahnunternehmen konkurrenzfähig bleiben, müsse man heutzutage mehr bieten, als nur die Touristen auf den Gipfel zu transportieren und dort zu verpflegen. «Die Ranger bieten mit ihrer Wissensvermittlung ein Zusatzerlebnis. Für die Gäste ist das eine Aufwertung vom ?Erlebnis Berg?», ist Wagenseil überzeugt.

Auch Ranger Othmar Achermann, 64, bis zur Pensionierung Leiter der Nidwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, ist von seinem neuen Hobby begeistert. «Was kann es Schöneres geben, als Fremden die eigene Heimat zu erklären?» Er sei schon immer gerne auf Leute zugegangen und schätze den Austausch mit ihnen. Ein kleines Manko sind die nur rudimentären Englischkenntnisse der Stanserhorn-Ranger. Um künftig auch die 20 Prozent fremdsprachigen Gäste ausreichend informieren zu können, stehen ein paar Lektionen Englisch zur Diskussion.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Nidwaldner Zeitung.