STANSERHORN: Zuversicht vor Saisonstart

Die Erfolgsgeschichte Cabrio-Bahn schlägt am Samstag das zweite Kapitel auf. Die Idee entstand in einer ungemütlichen Lage.

Matthias Piazza
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Stanserhorn-Bahn-Direktor Jürg Balsiger im September 2012 auf der Cabrio-Gondel. (Archivbild Philipp Schmidli)

Stanserhorn-Bahn-Direktor Jürg Balsiger im September 2012 auf der Cabrio-Gondel. (Archivbild Philipp Schmidli)

Übermorgen Samstag nimmt die Cabrio-Bahn wieder ihre Fahrt aufs Stanserhorn auf – zu ihrer ersten normal langen Saison, nachdem die Bahn im vergangenen Jahr wegen Verzögerungen beim Bau erst Ende Juni ihren Betrieb aufnehmen konnte. «Es ist wieder eine ganz normale Saisoneröffnung», meint Direktor Jürg Balsiger entspannt. Ganz anders vor einem Jahr. Damals hielten ihn die Abschlussarbeiten für die neue Cabrio-Bahn auf Trab und beschäftigten ihn auch über Nacht.

Nicht mit der Technik, aber mit dem Wetter haben die Mitarbeiter der Stanserhorn-Bahn diesmal zu kämpfen. Es schneite am Montag und Dienstag. Rund eineinhalb Meter beträgt die Schneedecke bei der Bergstation. «Wir sind mit Hochdruck am Schneefräsen.» Die Bergstation, das Restaurant und der grösste Teil der Terrasse seien bis spätestens Samstag vom Schnee befreit, versichert Jürg Balsiger. Der Gipfelrundweg hingegen ist wegen des Schnees noch nicht begehbar, weil zu gefährlich. «Aber pünktlich zu unserer Saisoneröffnung soll es ja wärmer werden.»

Mit neuem Rekord gerechnet

135 767 Gäste fuhren in der vergangenen Saison aufs Stanserhorn. Dieses Ergebnis wurde in der Geschichte der Bahn nur 2001 (140 882) übertroffen. In jenem Jahr wurde das Drehrestaurant eröffnet. In der kommenden Saison rechnet Jürg Balsiger mit einem neuen Rekord. Er geht von rund 150 000 Gästen aus.

Es sei aber überhaupt nicht das Ziel, Jahr für Jahr mehr Personen zu transportieren. Er geht denn auch davon aus, dass sich die Kurve in den kommenden Jahren abflachen wird. «Wir haben 15,5 Millionen Franken Kreditschulden, welche zurückbezahlt werden müssen. Jetzt heisst es arbeiten, die Gäste glücklich machen und Geld verdienen.»

Idee entstand nach einem Sturm

Der Auslöser für eine windsichere Seilbahn war ein Sturmsonntag im Oktober 2003. «Es stürmte unerwartet heftig, und so konnten wir die Gäste erst um zwei Uhr in der Nacht ins Tal bringen. Diese Situation wollte ich nicht noch einmal erleben», erinnert sich Jürg Balsiger. Der Entschluss war gereift: «Die nächste Seilbahn muss windsicher werden.»

Es entstand die Idee mit zwei Tragseilen, die an der Kabinenseite entlanglaufen. Die Cabrio-Bahn ist somit quasi eine Standseilbahn, die aber nicht auf Schienen, sondern eben an den Seilen fährt – und gegen Turbulenzen resistent ist. «Als wir ein Jahr später auf dem Stanserhorn den Ausblick auf das Lichtermeer genossen und ein warmes Lüftchen blies, war klar: Die Kabine muss ein offenes Verdeck haben.» Die Idee zur Cabrio-Bahn war geboren.