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STANSSTAD: 25-jähriger Kosovare illegal im Land – bei Bauarbeiten erwischt

Er arbeitete auf einer Baustelle in Stansstad. Nun ging der 25-jährige Kosovare der Arbeitsmarktkommission ins Netz. Er hat keine Aufenthaltsbewilligung. Dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall.

Den Mitarbeitern der Tripartiten Arbeitsmarktkommission (TAK) ging bei ihrer Kontrolle am Mittwoch auf einer Stansstader Baustelle ein 25-jähriger Mann aus dem Kosovo ins Netz. Als er sich nicht ausweisen konnte, alarmierten sie die Kantonspolizei Nidwalden. Auf dem Polizeiposten stellte sich heraus, dass sich der Kontrollierte ohne gültige Ausweispapiere in der Schweiz aufhielt. Nach weiteren polizeilichen Ermittlungen erhärtete sich zudem der Verdacht, dass er einer illegalen Erwerbsarbeit nachging, wie die Kantonspolizei Nidwalden mitteilt. Um welches Bauunternehmen und welche Baustelle in Stansstad es sich handelt, wollte die Polizei auf Nachfrage nicht bekannt geben.

Die Polizei hat den 25-jährigen Kosovaren sowie dessen Arbeitgeber an die Staatsanwaltschaft Nidwalden verzeigt, wegen rechtswidriger Einreise und Aufenthalts sowie Ausüben einer unbewilligten Erwerbstätigkeit beziehungsweise Beschäftigung eines Ausländers ohne Bewilligung. In ihrer Kompetenz verfügte die Abteilung Migration die Festnahme beziehungsweise die Ausschaffung des Mannes und beantragte ein Einreiseverbot, sollte er rechtskräftig verurteilt werden. Bis dahin gilt allerdings die Unschuldsvermutung.

Dabei handelt es sich gemäss Urs Gander nicht um einen Einzelfall. Er ist einer der Nidwaldner Arbeitnehmervertreter der gemeinsamen Tripartiten Arbeitsmarktkommission Nid-/Obwalden und Uri, welche sich aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Vorstehern der jeweiligen Arbeitsämter zusammensetzt. «Immer wieder gehen uns schwarze Schafe ins Netz, auch wenn die in der Minderheit sind.» Bei 395 kontrollierten Personen und 183 Betrieben in den drei Kantonen im vergangenen Jahr wurden 20 Verstösse registriert.

Die Verlockung ist gross

Die gemeinsame Vollzugsstelle der TAK Uri, Obwalden, Nidwalden mit Sitz in Altdorf macht auf den verschiedenen Baustellen Stichprobenkontrollen oder geht auch bestimmten Hinweisen oder einem ganz konkreten Verdacht nach. Urs Gander beobachtet eine bestimmte Entwicklung. «Die Zahl der Hinweise und auch der Verstösse hat in den vergangenen Jahren leicht zugenommen.» Und er geht auch nicht von einer Entspannung aus – im Gegenteil. «Die Unternehmen sind einem immer höheren Druck ausgesetzt, sie wollen Kosten sparen und trotzdem die Termine einhalten. Da ist die Verlockung gross, dass sie jemanden illegal beschäftigen, zu einem tiefen Stundensatz, ohne Sozialabgaben.» Urs Gander kennt Beispiele, wo Arbeiter für sieben Franken pro Stunde Platten verlegten.

Dass sich überhaupt Leute für diese Arbeitsbedingungen begeistern würden, erklärt sich Urs Gander mit deren Unkenntnis. «Die Ausländer haben oft keine allzugrosse Ahnung von den Schweizer Arbeitsverhältnissen und lassen sich darum ausnutzen. Sieben Franken pro Stunde erscheint ihnen viel, wenn sie dies mit dem Lohn in ihrem Heimatland vergleichen.» Stark vertreten seien die Länder Deutschland, Italien, Polen, Rumänien, Slowenien und Kosovo.

Ausschaffung und empfindliche Bussen

Dabei lohne sich Arbeiten ohne Bewilligung nicht. Der Arbeiter muss das Land verlassen, wenn er erwischt wird. Dem betroffenen Unternehmen drohen empfindliche Bussen. Doch oft sei es gar nicht so einfach, bei den teilweise komplizierten Konstrukten von mehreren Subunternehmen den Verantwortlichen ausfindig zu machen.

Mit verstärkten Kontrollen will die Tripartite Arbeitsmarktkommission den Missstand bekämpfen. «Wer Leute illegal zu Hungerlöhnen beschäftigt und sich die Sozialabgaben erspart, unterläuft den Wettbewerb und macht das Gewerbe kaputt. Der Leidtragende ist der Schweizer Unternehmer, der seine Leute korrekt anstellt und entlöhnt. Er kann mit seinen Preisen nicht mehr mithalten», hält Urs Gander fest.

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

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