STANSSTAD: Bei Heubläsern hat der Wind gedreht

Leidet die Artenvielfalt, wenn Bauern den Heubläser verwenden? Ja, hiess es zunächst. Mittler­weile zeigen die Resultate eines Feldversuchs ein anderes Bild.

Oliver Mattmann
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Heubläser scheinen nicht so viel Schaden anzurichten, wie ursprünglich angenommen. (Bild Philipp Schmidli)

Heubläser scheinen nicht so viel Schaden anzurichten, wie ursprünglich angenommen. (Bild Philipp Schmidli)

Statt zum Rechen greifen immer mehr Bauern zum Laubbläser, um das Heu einzusammeln. «Die Methode hat rapide zugenommen», sagt Hanspeter Rohrer, Geschäftsführer von Pro Natura Unterwalden. Er hat Verständnis für die Bauern. «Es heisst, ein Heubläser ersetze drei bis vier rechende Personen.» Eine merkliche Effizienzsteigerung. Doch der Einsatz der Geräte hat auch eine Kehrseite. So zumindest die Vermutung von Pro Natura. Die Umweltschutzorganisation befürchtete negative Auswirkungen der starken Luftströme auf die Vielfalt der Pflanzenarten.

Die Bedenken scheinen unbegründet zu sein, wie die vorübergehenden Resultate eines seit vier Jahren laufenden Feldversuchs in Stansstad zeigen. «Wir vermuteten, dass mit dem Heubläser nicht nur das Gras, sondern auch die Blumensamen wegblasen werden. Anfänglich gingen die Resultate auch in diese Richtung», erzählt Hanspeter Rohrer, «doch inzwischen sind über längere Zeit keine markanten Unterschiede feststellbar.» Egal wie der Versuch letztlich endet, der Heubläser dürfte so oder so ein Thema bleiben – wegen dem Lärm, an dem sich einige Leute stören.