STANSSTAD: Das Käfervirus hat ihn voll gepackt

Hans-Peter Messerli besitzt ein Käfer-Cabriolet, Baujahr 1969. Das Oldie-Gefährt löst bei ihm tiefste sentimentale Gefühle aus.

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Hans-Peter Messerli mit seinem geliebten Käfer. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Hans-Peter Messerli mit seinem geliebten Käfer. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Da steht er vor der Garage in Stansstad. Auf Hochglanz poliert, gehegt und gepflegt, das Verdeck heruntergelassen: der knallrote VW-Cabriolet-Käfer, Jahrgang 1969, 50 PS, 1584 Kubikzentimeter Hubraum, fünfplätzig. Besitzer Hans-Peter Messerli lässt den Motor an und stellt ihn zurück in die Garage. Es kracht und knallt. Ein Russschwaden entweicht aus dem Auspuff. «Das ist eben noch Fahrgefühl pur», schwärmt der Inhaber einer Firma für Naturasphaltplatten. Servolenkung, Bremshilfe, fünf Gänge? Fehlanzeige. Gesteuert wird mit Muskelkraft, eine Bremshilfe gibts nicht, und man muss sich mit vier Gängen begnügen. Das Kultfahrzeug aus den Sechzigern bedeutet für ihn Leidenschaft und Entspannung. «Wenn ich verärgert bin oder nicht mehr weiter weiss, gehe ich meinen Käfer polieren.»

Raritäten zu bestaunen
Hans-Peter Messerli ist Mitglied im Käfer-Cabriolet-Club der Schweiz (KCCS), einem Verein mit 81 Mitgliedern. Mit von der Partie sind über 70 Original-Cabriolets, das älteste Cabriolet hat Baujahr 1958, das jüngste 1979. Solche Raritäten sind diesen Sonntag zwischen 11 und 14 Uhr im Rotzloch (Stansstad) zu bestaunen. Im Rahmen des internationalen Käfertreffens werden sich gemäss Veranstalter rund 100 so genannte offene Käfer ein Stelldichein geben. Am Samstag gibts eine Rallye mit Ausgangspunkt in Flüeli-Ranft und verschiedenen Posten, unter anderen in Sarnen, Giswil und Sachseln (siehe Kasten). Das Gefährt mit der typischen Eiform ist für Hans-Peter Messerli Kult. Die Faszination Käfer wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Sein Vater kaufte 1952 einen. «Als ich 1967 die Fahrprüfung absolvierte, kaufte ich meinen ersten Käfer, eine Occasion mit Jahrgang 1959 für 2500 Franken. Das entsprach damals fast einem Monatslohn.» Doch wie für die meisten Leute sei es auch für ihn die einzig erschwingliche Marke gewesen.

Die Jahre vergingen, der Wohlstand nahm zu. Jetzt konnte er sich teurere Autos leisten, so auch einen Chevrolet Corvair. Das Kapitel Käfer schien für ihn abgeschlossen zu sein. Bis zu jenem Schlüsselerlebnis vor einigen Jahren, als Zuschauer beim Oldtimertreffen Oldies in Obwalden (OIO). «Als ich Käfer-Oldies entdeckte, wurde ich vom Fieber gepackt.» Der Zufall wollte es, dass sein Nachbar ein altes Käfer-Cabriolet verkaufen wollte. Gesagt getan. Seither ist Messerli stolzer Besitzer eines solchen Cabriolets, welches auf dem Oldie-Markt einen Wert zwischen 20'000 und 30'000 Franken habe. Der Unterhalt koste ihn pro Saison etwa 5000 Franken.

Matthias Piazza

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.