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STANSSTAD: Der Schlamm wird im Berg entsorgt

Vier Kavernen im Rotzberg sollen bald als unterirdische Deponie für Schlammabfälle dienen. Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe.
Ivan Gasser bei der Arbeit in der Produktionshalle der Steinag Rozloch in Stansstad. (Bild Corinne Glanzmann)

Ivan Gasser bei der Arbeit in der Produktionshalle der Steinag Rozloch in Stansstad. (Bild Corinne Glanzmann)

Der Rotzberg wird zur Deponie: Vier Stollen im Berg bieten Platz für rund 270 000 Kubikmeter Deponiegut, vor allem schlammartiges Material. Noch existiert diese Anlage erst vage auf dem Papier. Doch sollte das Projekt die Hürde der Umzonung und später der Baubewilligung nehmen, könnte diese Vision schon in einigen Jahren Realität sein.

«Das Projekt geistert schon seit 2010 in unseren Köpfen herum», erklärt Roger Schmid, Geschäftsleiter der Steinag Rozloch AG. «Wir haben im Kanton einen Mangel an Deponievolumen für schlammartigen Bauabfall.» Grundsätzlich soll die Deponie für nasse, schlammartige und steinige Inertstoffe ausgelegt werden, wie zum Beispiel Schlamm aus Erdsondenbohrungen oder wassergesättigte Erdmaterialien.

Doppelte Nutzung

Ein weiterer Grund, der für die aufwendige unterirdische Lösung im Rotzberg spricht, ist in der Verwertbarkeit des Ausbruchmaterials. Mit dem Bau der Kavernen können etwa 300 000 Kubikmeter Gestein gewonnen werden. «Teilweise eignet sich das Gestein als erstklassiger Gleisschotter und für den Strassenbau», so Schmid. Zudem könnte man damit auch dem Mangel an Wuhrsteinen und Blöcken Abhilfe schaffen, also Material, welches etwa für den Bau von Flussbetten gebraucht wird. «Wegen der beschränkten Transportmöglichkeiten ab unserem Steinbruch Rüti können wir zurzeit solche Blöcke nicht ausliefern.» Das ausgebrochene Rohmaterial würde auf dem Areal der Steinag in Stansstad verarbeitet. Wuhr­steine würden auf dem Areal zwischengelagert und bei Bedarf abtransportiert. Zusätzliche Materialtransporte werden ausserhalb des Firmengeländes keine entstehen, wie es im technischen Bericht heisst.

Konkret sollen in den Rotzberg beim Firmenareal der Steinag in Stansstad sukzessive vier parallel liegende Kavernen gebaut werden. Eine Kaverne liegt dabei mehr als 100 Meter unter der Oberfläche, ist rund 100 Meter lang, 40 Meter hoch und 20 Meter breit. Über mehrere Erschliessungsstollen wird das Ausbruchsmaterial aus den Kavernen hinausbefördert beziehungsweise der Schlamm und Bauschutt in den Berg hineintransportiert.

Teuer, aber bewährt

Für den Bau der Stollenanlage wird gesprengt, ähnlich wie beim Tunnelbau. Pro Arbeitstag sollen maximal zwei Sprengungen durchgeführt werden – und dies auch nur während der normalen Arbeitszeiten. «Die Erschütterungen aus den Sprengungen sollen sich nicht negativ auf die umliegenden Liegenschaften auswirken», hält Roger Schmid fest. Grosse Erschütterungen seien nicht zu erwarten, heisst es auch im Umweltverträglichkeitsbericht.

Als besonders spektakulär bezeichnet Roger Schmid das Projekt nicht, zumal man damit kein Neuland betrete. So gibt es eine vergleichbare Anlage am Axen. Er verhehlt allerdings nicht, dass der Bau einer unterirdischen Deponie sicher nicht die billigste Lösung sei, das rechtfertige sich aber wegen der Verwertung des Ausbruchmaterials.

Gemeinden befinden darüber

Genaue Angaben zu den Kosten könne er allerdings noch nicht machen, da man sich noch in einem relativ frühen Planungsstadium befinde. In einem nächsten Schritt müssen erst die beiden Anstössergemeinden Stansstad und Ennetmoos an der Gemeindeversammlung (voraussichtlich diesen Frühling) über die Erweiterung der Sondernutzungszone «Abbau und Deponie Rotzloch» und der Anpassung des Bau- und Zonenreglementes abstimmen. Danach erarbeitet die Firma das detaillierte Baugesuch. Einen genauen Zeitplan kann Schmid noch nicht nennen.

Seit 85 Jahren tätig

Die Steinag Rozloch AG wurde 1931 im ältesten Industrieort von Nidwalden, im Rotzloch, gegründet und beschäftigt heute rund 130 Mitarbeiter. Im ehemaligen Steinbruch Rotzloch ist für die Endlagerung von inerten Baustoffen 2004 eine Deponie eröffnet worden. Seit Jahrzehnten wird Hartgestein abgebaut und als Gleisschotter oder Splitt und Brechsand für den Strassenbau verwendet, seit 2008 im Steinbruch Rüti. Seit 2006 gehört die Firma zur Müller-Steinag-Gruppe in Rickenbach LU.

Matthias Piazza

Hinweis

Der Zonenplan sowie das Bau- und Zonen­reglement liegen noch bis 19. Februar bei den Gemeindeverwaltungen Stansstad/Ennetmoos auf.

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