STANSSTAD: Die Finger tanzten auf den Ventilen

Die Musikgesellschaft Stansstad lockte das Publikum auf eine Zeitreise durchs Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Eine gelungene Reise, wie der Schlussapplaus zeigte.

Birgit Scheidegger
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Geglänzt haben nicht nur die Musikanten, sondern auch deren herausgeputzten Instrumente. (Bild: Birgit Scheidegger (Stansstad, 21. Mai 2017))

Geglänzt haben nicht nur die Musikanten, sondern auch deren herausgeputzten Instrumente. (Bild: Birgit Scheidegger (Stansstad, 21. Mai 2017))

Birgit Scheidegger

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Die Uniformen gebügelt, die Instrumente poliert und ein Lächeln auf den Gesichtern der Musikanten. Den Mitgliedern der Musikgesellschaft Stansstad war die Vorfreude auf ihren Auftritt sichtlich anzumerken. Kurz nachdem Dirigent Patrick Roth den Taktstock erhob, tanzten die Finger auch schon über die Ventile, und die Augen waren konzentriert auf die Noten gerichtet. Mit einer Zeitreise durch Amerika, beginnend im 15. und endend im 20. Jahrhundert, ging es rund zwei Stunden durch unterschiedlichste Stilrichtungen.

Dynamisch, stilvoll und mit einer starken Perkussion bezauberten die Musikanten mit dem ausgefeilten Programm. Im ersten Stück «Dakota – Indian Sketches», geschrieben von Jacob de Haan, wurde in mehreren Sätzen die Welt der Sioux-Indianer beschrieben. Von der spirituellen Welt über die Büffeljagd und dem Rauchen der Friedenspfeife bis hin zu einer Tragödie, bei der viele Unschuldige den Tod fanden. Die wunderbare Komposition «Conquest Of Paradise» – bereits der Titel der Filmmusik zu «1492 – die Eroberung des Pardieses» zergeht auf der Zunge – ist wohl schon von vielen Musikgesellschaften aufgeführt worden und fasziniert gleichwohl immer wieder.

Preisgekrönte Melodien ertönen im Gemeindesaal

Die Stansstader spielten bekannte, aber auch unbekanntere Stücke, in denen teils bewegende Geschichten musikalisch umgesetzt werden und die Seele berühren. In «Where The River Flows», einer Suite in drei Sätzen, setzten die Musikanten neben den Instrumenten auch ihre Stimmen ein. Weiter ging es mit dem Bürgerkrieg und der Schlacht um Gettysburg, bis zu dem Gangsterepos «Once Upon A Time In America», bei dem der bekannte Komponist Ennio Morricone die Noten schrieb.

Im zweiten Konzertteil wurde es mit «American Patrol» jazzig auf der Bühne, und der bekannte Musikstil von Glenn Miller eroberte den Gemeindesaal. Ein weiterer Höhepunkt war die Musik zum Film «Pearl Harbor», in dem der japanische Angriff in Hawaii beschrieben wird. Die Musikanten bewiesen ihr grosses Potenzial an Technik und Darstellungskraft und zeigten ein exaktes und sauberes Zusammenspiel. Die Reise durch Amerika neigte sich mit Henry Mancinis Kompositionen «Pink Panther», «Moon River» und «Baby Elephant Walk» dem Ende entgegen. Ein Arrangeur, der für seine wunderbaren Melodien schon mehrfach mit dem Oscar ausgezeichnet worden ist. Bei «Proud Mary», einer Hommage an einen Mississippi-Dampfer, kam die bekannte Version von Ike und Tina Turner zur Aufführung.

Auch der Nachwuchs sorgt für Begeisterung

Auflockernd wirkten die Auftritte des Kinderchors sowie des Bläserensembles der Musikschule Stansstad. Sie lieferten den Beweis, dass der Verein über guten Nachwuchs verfügt. Die kleinen Musikanten legten einen mitreissenden Auftritt hin. Kurzum: Das Jahreskonzert gestaltete sich abwechslungsreich und enthielt manch kostbares Stück. Der lang anhaltende Applaus für das saubere Zusammenspiel und die harmonische Klangqualität war wohlverdient.