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STANSSTAD: Die Fronarbeit hat sich gelohnt

Er fährt wieder, der familiäre alte LSE-Zug. Dafür haben Beat Wuhrmann und 20 Freiwillige viel Zeit und Herzblut eingesetzt.
Romano Cuonz
Der Steuerwagen rollt langsam aus dem Depot. (Bilder Romano Cuonz)

Der Steuerwagen rollt langsam aus dem Depot. (Bilder Romano Cuonz)

Vor dem Depot der Zentralbahn in Stansstad wartet eine illustre Gesellschaft. Voll Spannung harrt sie der Dinge, die an diesem 19. Dezember – dem Geburtstag der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE) – kommen sollen. Als sich die beiden schweren Tore – pünktlich um 16.15 Uhr – öffnen und Lokführer René Blum den roten Zug mit eingeschaltetem Spitzenlicht durch Theaternebel aus der Halle fährt, wischen sich 20 gestandene Männer verstohlen Tränen aus den Augen. Erst jetzt wird ihnen vor Augen geführt, was sie während 15 Wochen in 1000 Fronstunden geleistet haben. Zuvorderst fährt der von ihnen renovierte, wunderschön glänzende Steuerwagen. Angeschoben wird er von einem LSE-Triebwagen aus dem Jahr 1964. Was allen gleich in die Augen sticht: Das gute alte Logo «ABt 923 LSE». Die Gäste – Prominente aus Politik und Wirtschaft – applaudieren kräftig. Was aus der Halle rollt, ist der Beweis dafür, dass Liebe zur LSE nie erlischt.

Grosses Versprechen eingehalten

«Der Verein «zb Historic», der 1985 als Verein «Freunde der Brünig-Nostalgie-Bahn» gegründet wurde, hatte die Instandstellung des alten Steuerwagens auf seinem Masterplan. Doch fehlten ihm die Kapazitäten. Da sprang dann die Interessengemeinschaft Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (IG LSE) unter der Projektleitung von Beat Wuhrmann in die Bresche. «Ich erklärte Präsident Adriano Imfeld, dass wir die Restauration noch dieses Jahr hinkriegen», erinnert sich Wuhrmann. Er habe genau gewusst, dass er sich auf all die treuen Freunde der LSE verlassen konnte.

Bald schon wurde ein Konzept erarbeitet. Die Freiwilligen setzten sich für ihre Arbeit auf dem Areal der Zentralbahn ehrgeizige Ziele: Es sollte unfallfrei gearbeitet werden. Das Budget von 20 000 Franken wollte man ebenso einhalten wie den Zeitplan mit Abgabetag am 5. Dezember. Trotzdem sollte die Qualität stimmen. «Wir haben all die Bedingungen erfüllt», freut sich ein begeisterter Wuhrmann. «Ja, der Wagen ist gar so restauriert, dass unsere Generation damit nichts mehr zu tun haben wird!»

Der Palmarès eines Bahnwagens

Wenn Beat Wuhrmann den ebenso neuen wie alten Steuerwagen vorstellt, kommt er unweigerlich ins Schwärmen. «Dieses Gefährt, das 1964 eigens für die LSE gebaut wurde, konnte in einem Pendelzug sämtliche Führerfunktionen der Lokomotive oder des Triebwagens übernehmen», erzählt er. Damals sei die LSE damit eine hochmoderne Bahn gewesen. Der Steuerwagen besass schon Lautsprecher und automatisch schliessbare Türen, ja gar ein eigenes WC. Er hatte drei Abteile: Die zweite Klasse mit bequemen Sitzen aus dunkelrotem Kunstleder. Ein kleines Raucherabteil, das natürlich heute ausgedient hat. Wunderbar die erste Klasse, die mit ihren feudalen Polstersitzen diesen Titel noch verdient. «Einzig die weissen Nackentüchlein mit kunstvollen Spitzen und dem LSE-Logo fehlen uns noch», bedauert Wuhrmann. Dafür suche man jetzt noch einen Sponsor.

Die Erklärung für die grosse Liebe

Der Zug mit der noblen Gesellschaft verlässt Stansstad an diesem schönen Tag pünktlich um 16.27. Dann geht es den Brünig hoch, wo man die Wiederauferstehung der LSE bei einem guten Essen und nostalgischen Fotos gebührend feiert. Fragt man, woher denn so viel Liebe komme, hat der frühere Wagenführer und Sicherheitsverantwortliche bei der Renovation, Ruedi Brunner, die Antwort. Er, der die steile Zahnradstrecke Obermatt–Grünenwald bis zur Pensionierung 20 000 Mal zurückgelegt hat, erinnert sich. «Den Beatli Wuhrmann kannte ich schon als kleinen Knirps. Er stand Tag für Tag in Stansstad auf dem Perron, und wir mussten schauen, dass er wenigstens zum Mittagessen heimging.» Ja, die LSE sei eben ein Familienbetrieb gewesen, in der jeder jeden mit Namen angeredet habe. Einige hätten das nie vergessen.

Romano Cuonz

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